Prof. Maria Iliescu zur Präsidentin der internationalen „Société de Linguistique Romane“ gewählt

Auf dem Weltkongress der Romanistischen Sprachwissenschaft, „Congrès International de Linguistique et de Philologie Romanes“, der diese Woche an der Universität Innsbruck stattfindet, wurde am 05. September Prof. Maria Iliescu zur Präsidentin der prestigeträchtigen „Société de Linguistique Romane“ (SLR) gewählt.
Der derzeitige Präsident der "Société de Linguistique Romane", Prof. Emilio Ridruejo (Valladolid), schlug Prof. Maria Iliescu als seine Nachfolgerin vor.
Bild: Der derzeitige Präsident der "Société de Linguistique Romane", Prof. Emilio Ridruejo (Valladolid), schlug Prof. Maria Iliescu als seine Nachfolgerin vor.

Prof. Iliescu ist somit die erste Frau, die der  SLR  - der internationalen romanistisch-linguistischen Vereinigung, die die wichtigste romanistische Zeitschrift herausgibt und im Dreijahresrhythmus den Weltkongress veranstaltet – als Präsidentin vorsteht.   Ihrem Einsatz und ihren ausgezeichneten internationalen Kontakten war es auch zu verdanken, dass der Romanistik-Weltkongress heuer in Innsbruck stattfindet.

 

Romanisten empfehlen Mehrsprachigkeit

Am Dienstag wurde bei einem Runden Tisch im Rahmen des Kongresses die Zukunft der Romanischen Sprachen erörtert. Gerade im europäischen Kontext ist Mehrsprachigkeit ein wichtiges Anliegen, die EU hat daher einen eigenen Kommissar für Mehrsprachigkeit eingesetzt. Prof. Wulf Oesterreicher aus München stellte sein Konzept für die europäische Mehrsprachigkeit vor. Die Grundformel lautet: Mehr Sprachen, aber diese jeweils kürzer lernen. Jeder Schüler und jede Schülerin in Europa sollte mit drei Fremdsprachen in Kontakt kommen: Englisch (aber nicht unbedingt als erste Fremdsprache), eine große europäische Verkehrssprache (Französisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch, Russisch…) und eine Sprache einer Nachbarregion (bzw. eine regionale Minderheitssprache) oder eine klassische Sprache (Latein, Griechisch). Durch die Pflege der Nachbarsprachen wäre gesichert, dass auch die „kleineren“ Sprachen weiter gepflegt und unterrichtet werden und dass auch LehrerInnen dafür ausgebildet werden. Der Unterricht in diesen Nachbarschaftssprachen sollte allerdings mehr informativ als selektiv ausgerichtet sein, man sollte deswegen also nicht durchfallen können. In der darauffolgenden Podiumsdiskussion wurde dieses Modell von etlichen TeilnehmerInnen gutgeheißen. Prof. Miguel Gonçalves von der Universität Braga in Portugal wehrte sich allerdings dagegen, dass Portugiesisch mit seinen 250 Millionen SprecherInnen (Portugal, Brasilien, Angola, Moçambique, Kap Verde, Guinea Bissau, São Tomé e Principe) unter die „kleinen Sprachen“ eingereiht wird. Er tat dies auf Portugiesisch, aber so klar und verständlich, dass seine Stellungnahme ein lebendes Beispiel dafür war, wie man durch Kenntnis einer romanischen Sprache auch - zumindest passiven - Zugang zu den anderen romanischen Sprachen findet.

 

Der Kongress wird noch bis Samstag dauern und die Kongress-TeilnehmerInnen zeigen sich allesamt sehr zufrieden mit der Organisation, die durch ein Team unter der Leitung von Prof. Dr. Heidi Siller-Runggaldier geleistet wurde und wird. Diesem Team gehören an: Petra Braselmann, Paul Danler, Barbara Hinger, Maria Iliescu, Christine Konecny, Carmen Konzett, Eva Lavric, Werner Marxgut, Heidelinde Pajek und Paula Weitlaner. Gemeinsam mit einer Gruppe von Romanistik-Studierenden sorgen sie dafür, dass alles reibungslos abläuft und dass sich die Gäste in Innsbruck wohlfühlen.