1. ALUMNI-Studienreise erfolgreich abgeschlossen

Die 1. ALUMNI-Studienreise der Universität Innsbruck mit Schwerpunkten für Bauingenieure und Geologen führte zu Kraftwerksbaustellen im Taurusgebirge, nach Kappadokien und zum Euphrat, wo sie Innsbrucker ALUMNIS bei Ihrer Arbeit vor Ort antrafen.
Die Wasserkraft-Hochdruckanlage Ermenek
Bild: Die Wasserkraft-Hochdruckanlage Ermenek

Am Montag, 14.05.2007, startete die erste ALUMNI-Studienreise Richtung Türkei. Über München und Istanbul erreichten die 23 Teilnehmer gegen Abend Adana und nach einer längeren Busfahrt auch Silifke an der türkischen Südküste. Die Gruppe setzte sich aus Mitgliedern und ALUMNIS der Uni Innsbruck, Ziviltechnikern - Bauingenieure und Ingenieurgeologen - einem Ingenieurgeologieprofessor aus Wien, Mitarbeitern der Verbundgesellschaft und aus Repräsentanten von Behörden und sonstigen Institutionen zusammen.

 

Bereits der nächste Tag brachte für die Teilnehmer den ersten Höhepunkt: Die Wasserkraft-Hochdruckanlage Ermenek im Taurusgebirge befindet sich derzeit in einem äußerst interessanten Baustadium: Die Aushubarbeiten für die 220 m hohe doppelgekrümmte Betonmauer sind nahezu abgeschlossen und so konnte die Gruppe fast die gesamte Sperrenwiderlagerfläche mit den Ankerungen begutachten. Herr Dipl.-Ing. Johannes Linortner - Absolvent der Baufakultät Innsbruck  – ist als Chief Resident Engineer auf der Baustelle tätig und konnte den Teilnehmern alle Fragen beantworten. Nach dem hervorragenden Mittagessen unternahm die Gruppe eine spektakuläre Fahrt mit dem Kabelkran, der die gesamte Mannschaft circa 230 m über der engen Schlucht schaukeln und dann die gesamte Tiefe „erfahren“ ließ.

 

Der dritte Tag diente der intensiven Nachbearbeitung der Besichtigungen und wurde mit einem anspruchsvollen Kulturprogramm im Raum Silifke (Grotten, römische Mosaiken etc.) und einem fulminanten, typisch türkischen Fisch-Abendessen beendet.

 

Die weitere Fahrt nach Kappadokien war für die teilnehmenden Geologen eine echte Genussfahrt: Die unterirdische Stadt bei Derinkuyu - an die 20.000 Einwohner konnten in diesen Höhlenwohnungen in mehreren Ebenen Platz finden - die Wohntürme in den Tufffelsen und das Freilichtmuseum (Klosterbezirk) bei Göreme sowie die geologischen Formationen bei Nevesehir, Uchisar, Ürgüp und Zelve führten zu eingehenden Diskussionen über die gefestigten, vulkanischen Aschenablagerungen und die fortschreitenden Erosionsphänomene.


 

Am Tag darauf ging die Fahrt über die Hochebene bei Kappadokien Richtung Südosten weiter, um nach vielen Fahrstunden Birecik am Euphrat zu erreichen. Die seit 2000 im Betrieb befindliche Wasserkraftanlage Birecik am Euphrat war der letzte fachliche Besuchsschwerpunkt der ALUMNI-Studienreise. Herr Dipl.-Ing. Harald Tafatsch - ALUMNI der Baufakultät Innsbruck - hat hier über dreieinhalb Jahre österreichisches Know-how als Chief Resident Engineer des Planers – die österreichische Verbundplan - einfließen lassen. Seine Kollegen betreiben jetzt bis 2016 das Kraftwerk, das als BOT-Projekt (Build-Operate-Transfer) errichtet wurde. Anschießend wird das Werk dem türkischen Eigentümer (DSI) übergeben.

 

Bei der Besichtigung des Euphrat-Flusskraftwerkes Birecik  konnten die Teilnehmer der Studienreise sowohl die geologischen  als auch die bautechnischen „Feinheiten“ sehen. Dr. Halbmayer, teilnehmender Geologe  - der noch als aktiver Verbund-Mitarbeiter die Geologie des Kraftwerkes bearbeitet hat -  und DI Tafatsch konnten sich an zahlreiche Details aus der Bauplanung und -ausführungszeit erinnern, womit die Besichtigungen äußerst instruktiv wurden.

 

Der Nachmittag dieses letzten offiziellen Reisetages war dem Besuch der „Abraham-Stadt“ Sanliurfa gewidmet. Hier konnten die Teilnehmer einen schönen Einblick in eine traumhafte orientalische Stadt gewinnen, deren historische Wurzeln überall zu spüren sind (Moscheen, Abraham-Quelle, Karawanserei, Suk etc.).

 

Während sich die Hauptgruppe nach Hause verabschiedete reisten sechs Teilnehmer noch mit der alten Bagdad-Bahn von Adana nach Istanbul (Haydapasar) und verbrachten zwei weitere Tage in Moscheen, im Topkapi-Palast und in den Basaren.

 

 

„Es ist erfreulich, auf diese Art und Weise jene Reiseziele besuchen zu können, die einer größeren Berufsgruppe am Herzen liegen und die man über ein Reisebüro nur äußerst umständlich besuchen kann. Die gewünschten Synergieeffekte zwischen der Universität und „der Praxis“ zeigen bereits Wirkung und entsprechen damit auch voll den Zielsetzungen des ALUMNI-Vereins der Universität Innsbruck“, so der organisatorische Leiter der Reise, Dr. Reinhold Friedrich vom PR-Team Baufakultät. „Es sind weitere Reiseziele wie z.B. Island, Sudan-Ägypten, Libyen, Kanada-USA, China/Tibet etc. bereits in Vorbereitung. Interessenten mögen die entsprechenden Homepages bei ALUMNI oder beim PR-Team der Baufakultät beachten.“