StudentInnen aus Makedonien, Kreta und Tirol trafen sich in Innsbruck

Aufbauend auf langjähriger Zusammenarbeit an unterschiedlichsten Ecken des europäischen Kontinents fand Ende April der erste Teil des Seminars: "Sozialisation – Grenzen in Bewegung: Geschlecht – Klasse – Jugend" als österreichisch-griechischer Austausch statt.
Die Gäste bei ihrer City-Tour durch Innsbruck.
Bild: Die Gäste bei ihrer City-Tour durch Innsbruck.

Zusammen mit 17 Studierenden des Instituts für Erziehungswissenschaften empfingen Prof. Lynne Chisholm und Prof. Kornelia Hauser die Kolleginnen Prof. Vassiliiki Deliyanni und Prof. Roula Ziogou von der Universität Thessaloniki sowie Frau Prof. Katerina Dalakoura von der Universiät Kreta mit zehn ihrer Studierenden im frühsommerlichen Innsbruck. In Vorbereitung hatten die österreichischen und griechischen StudentInnen Präsentationen ihrer Regionen überlegt, bei denen sie die jeweiligen ‚öffentlichen’ und ‚echten’ Bilder gegenüberstellten, gerade in Bezug auf das Leben junger Menschen, das auf beiden Seiten nicht unbedingt den Darstellungen der Touristik entspricht.

 

Nach einer ‚autonomen’ City-Tour und abendlichen Einführung in das studentische Innsbruck gingen alle (an jedem Tag vier Stunden) an die Arbeit: Die Kolleginnen begleiteten den fachlichen und kulturellen Austausch bezüglich der Konstruktion und Rekonstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit in Bildung und Erziehung, gegenwärtiger gesellschaftlicher Wandelprozesse und ihrer Bedeutung für das zukünftige Europa und der symbolischen Repräsentation von Geschlechterbeziehungen in Jugendkulturen. Auf Innsbrucker Seite ist die Lehrveranstaltung dem Diplomstudienzweig "Erziehung, Generationen und Lebenslauf’" zugeordnet, auf griechischer Seite gehört sie zum M.A.-Studiengang "Gender and Education", der mithilfe EU-Fördermittel an der Universität Thessaloniki eingerichtet wurde und nicht zuletzt als wissenschaftliches Qualifizierungsangebot für SchullehrerInnen wahrzunehmen ist. Ende Mai fahren die Innsbrucker Lehrenden (im Rahmen des EU-Projekts und auf Einladung der Aristoteles Universität) und die 17 Studierenden - ohne Uni-Zuschuss, jedoch mit tatkräftiger Unterstützung der Kolleginnen und Studierenden - nach Thessaloniki, um dort die gemeinsame Arbeit fortzusetzen.

 

Die Austauschstudentinnen aus Makedonien waren von der Diskussionsfreudigkeit der Innsbrucker Studierenden und von der Tiroler Landschaft hellauf begeistert – das Wetter hat vorzüglich mitgespielt: Eine LV-Sitzung fand sogar auf der Arzler Alm statt. Die Partnerinnen flogen mit der festen Absicht zurück, die allseits gelobte Gastfreundlichkeit der hiesigen Studierenden zu erwiedern: Auf die Innsbrucker Studierenden warten sicherlich interessante Tage. 

 

Das ist aber nur der erste Schritt. Es ist geplant, diese Kooperation fortzusetzen. Zum einen sind Frau Prof. Chisholm und Frau Prof. Hauser eingeladen worden, an einem vom griechischen Ministerium geförderten Forschungsprojekt zum Thema Bildungs- und Berufsorientierungen junger griechischer Frauen teilzunehmen, das an Herbst 2007 seinen Auftakt findet. Zum anderen ist daran gedacht, die Vernetzung zwischen Innsbruck, Kreta und Thessaloniki an eine ebenfalls gut etablierte Vernetzung zwischen der Universität Salerno in Süditalien und der Universität Innsbruck zu binden. 2003 fand eine europäische Jugendforschungstagung in Salerno statt, die die Koryphäen der Zunft zusammenführte; seit 2005 besteht ein Erasmus-Kooperationsvertrag zwischen dem Innsbrucker Institut für Erziehungswissenschaften und dem FB Sozialwissenschaftlichen in Salerno; 2006 fanden mit der Unterstützung des Italienzentrums der Uni Innsbruck die ersten Austauschbesuche statt. Für 2008 ist nun geplant, diese südeuropäischen Netzwerke aneinander zu knüpfen.

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