StudentInnen besuchten das MIT

Im Rahmen einer neuntägigen Studienreise ans Massachusetts Institute of Technology - MIT - wurde Studierenden der Universität Innsbruck unter der Leitung von Prof. Theo Hug die Gelegenheit geboten, gemeinsam mit internationalen Experten aktuelle Medienentwicklungen zu untersuchen.
v.l.: Prof. Noam Chomsky (MIT/Cambridge), Prof. Theo Hug (Uni Innsbruck)
Bild: v.l.: Prof. Noam Chomsky (MIT/Cambridge), Prof. Theo Hug (Uni Innsbruck)

Die Veranstaltung dauerte vom 23. April bis zum 3. Mai und bot Gelegenheiten, mit international bekannten ForscherInnen ins Gespräch zu kommen. Zum Auftakt wurden mit der House_n Research Group die neusten Microlearning-Anwendungen diskutiert. Einer der ersten Programmhöhepunkte war ein Treffen mit Noam Chomsky. „Sex, crime, drugs, sports, scandals, etc. distract people’s attention from the important issues“, meinte er im Gespräch mit Theo Hug und Studierenden der Medienpädagogik, Politikwissenschaft und Informatik. Weiters hob Chomsky hervor, dass zentrale Themen wie Partizipation am politischen Prozess oder Anliegen von Minderheiten in überregionalen Medienkonglomeraten zunehmend weniger Platz finden.

 

Der nächste Höhepunkt war die Veranstaltung “Transrobotism: Of Human – Robot Bondage“, bei der sich Sherry Turkle kritisch mit sogenannten “relational artefacts” wie cyber pets und caring robots auseinander setzte. Sie betont die Unverbindlichkeit in „no-risk“ Beziehungen zwischen Mensch und Maschine. Mit der Entwicklungspsychologin Edith Ackermann, die derzeit am MIT forscht, konnte die Diskussion über Beziehungsaspekte im digitalen Raum und „convivial spaces“ konstruktiv erweitert werden.

 

Anschliessend wurden mehrere faszinierende Projekte am Media Lab besichtigt, darunter insbesondere das $100 Notebook Projekt von Nicholas Negroponte und David Cavallo. Ein weiteres Highlight der Studienreise war die internationale Konferenz „MiT5: creativity, ownership and collaboration in the digital age“. Zu den thematischen Schwerpunkten zählten Fair Use and Cultural Commons, Lernen mittels mashups und remixing, Möglichkeiten der Förderungen von Partizipation in Mediengesellschaften, den Zusammenhang von Folk Cultures und Digital Cultures sowie collaboration und collective intelligence. Theo Hug referierte über „The Competence of Framing Media Literacy and Media Literacy as Framing Competence”.

 

Zum Abschluss der Studienexkursion besuchten die TeilnehmerInnen Ernst von Glasersfeld in Leverett (MA), der zusammen mit Heinz von Foerster als Begründer des Radikalen Konstruktivismus gilt. In entspannter Atmosphäre wurden Fragen der Theorie und Praxis des Konstruktivismus diskutiert. Insgesamt war die Veranstaltung ein voller Erfolg, mehrere Kooperationen konnten fortgesetzt und vertieft werden.