„Fünf Jahre Frankreich-Schwerpunkt sind eine ungebrochene Erfolgsgeschichte!“

So formulierte es Rektor Gantner in seiner Festrede zum runden Geburtstag des Länderzentrums. Die aus gegebenem Anlass veranstalteten „Tage der Frankophonie“ wurden nicht nur in den Medien hoch gelobt – die BesucherInnen drängten sich auf den Rängen.
v.l.:Prof. Eva Lavric, Rektor Manfried Gantner, Botschafter M. Pierre Viaux u. Vizerektor Tilmann Märk
Bild: v.l.:Prof. Eva Lavric, Rektor Manfried Gantner, Botschafter M. Pierre Viaux u. Vizerektor Tilmann Märk

„Vier AutorInnen aus drei Kontinenten, die alle auf Französisch schreiben, besser kann man die Strahl- und Integrationskraft der französischen Kultur nicht versinnbildlichen“, so die Leiterin des interdisziplinären Frankreich-Schwerpunkts, Prof. Eva Lavric, am Rande der „Journées de la Francophonie“. Neben Abdourahman A. Waberi (Djibouti/Caen), Marie-Célie Agnant (Haiti/Québec) und Fatou Diome (Senegal/Strasbourg) konnte auch Andrej Makine (Russland/Paris), Träger der zwei wichtigsten Literaturpreise Frankreichs (Prix Goncourt und Prix Medicis), nach Innsbruck eingeladen werden.

Auch der französische Botschafter in Österreich, Monsieur Pierre Viaux, gratulierte zum runden Geburtstag: „Der Frankreich-Schwerpunkt ist einer unserer wesentlichen und verlässlichsten Partner bei der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Dass diese Kooperation nicht nur die Forschungsförderung auf allen Fakultäten beinhaltet, sondern sich auch auf kulturelle Angelegenheiten erstreckt, fördert zudem das gegenseitige Verständnis und hilft, Vorurteile und Distanz in Freundschaft und Wertschätzung zu kehren.“

 

Eine Idee, vier PartnerInnen

Gemeinsam mit Prof. Ursula Moser (Zentrum für Kanadastudien), Dr. Anna Rottensteiner (Literaturhaus am Inn) und Dr. Carine Delplanque (Französisches Kulturinstitut Innsbruck) entstand Ende letzten Jahres die Idee einer Veranstaltung zum Thema Frankphonie. Ende März, war es dann soweit: Über 120 Leute kamen ins Literaturhaus am Inn zur Lesung der geladenen AutorInnen. Ein fulminanter Auftakt der zweitägigen Veranstaltung.

Unter der Moderation von Vizerektor Prof. Dr. Tilmann Märk und musikalisch umrahmt vom Bläserensemble des Universitätsorchesters fand der offizielle Festakt zum fünfjährigen Bestehen des interdisziplinären Frankreich-Schwerpunkts am darauffolgenden Tag in der Claudiana statt. In ihren Festreden würdigten sowohl Rektor Manfried Gantner und Botschafter Pierre Viaux als auch Altrektor Dekan Hans Moser die Leistungen des Länderzentrums sowie von dessen Leiterin Prof. Eva Lavric. Universitätsratsvorsitzender Prof. Johannes Michael Rainer, der am selben Tag von der Université d'Auvergne in Clermont-Ferrand ein französisches Ehrendoktorat verliehen bekam, übermittelte seine Grußbotschaft schriftlich.

 

Frankophone Impulse

Die abschließende Podiumsdiskussion stand unter dem Motto „Frankophone Impulse: Zeitgenössisches Schreiben in französischer Sprache“; sie wurde von Prof. Catherine Robert (Université Paris IV- Sorbonne) geleitet und von Prof. Eva Lavric gedolmetscht.

Die vier AutorInnen waren sich einig, dass die französische Sprache ihnen nicht weniger gehört und für sie nicht weniger ihre literarische Identität ausmacht als für in Frankreich geborene Schreibende. Sie wehrten sich gegen eine Abschiebung in die Nische der "frankophonen Literatur" und betonten, es gebe nur zwei Arten von Literatur, nämlich gute oder weniger gute. Mehrere erinnerten sich allerdings an die Kindheits- und Jugendjahre in einem von der französischen Tradition geprägten Bildungssystem als sehr prägend. Gemeinsam ist ihnen auch das Engagement gegen Gewalt und Rassismus und die Bemühung um die französische Sprache als Ausdrucksmittel und literarischer Lebensraum.

 

Der Frankreich-Schwerpunkt

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens durch Prof. Dr. Hans Moser, damaliger Rektor der Universität Innsbruck, und Seiner Exzellenz Alain Catta, dem damaligen Botschafter der Republik Frankreich in Österreich, wurde am 5. Dezember 2001 die Errichtung des interdisziplinären Frankreich-Schwerpunktes an der Universität Innsbruck beschlossen.

Der Frankreich-Schwerpunkt der Universität Innsbruck ist in Österreich einzigartig. Er wurde ins Leben gerufen, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Lehrenden und Forschenden an der Universität Innsbruck und ihren französischen KollegInnen zu intensivieren. Er wird zu gleichen Teilen von der Universität Innsbruck und von der Kulturabteilung der französischen Botschaft finanziert. Seit 2007 trägt auch die Stadt Innsbruck zu seiner Finanzierung bei.

Dem Vizerektorat für Forschung unterstellt, arbeitet der Frankreich-Schwerpunkt eng mit der Kulturabteilung der Französischen Botschaft in Wien sowie den Französischen Kulturinstituten in Wien und Innsbruck zusammen. Er fördert bilaterale Forschungsprojekte, Tagungsbesuche und Gastvorträge und tritt als Organisator von Eigenveranstaltungen auf. Studierende unterstützt der Frankreich-Schwerpunkt einerseits als Serviceeinrichtung und Auskunftsstelle, andererseits auch durch die Verleihung der Frankreich-Preise für herausragende Diplomarbeiten und Dissertationen. Nicht zuletzt ist der Frankreich-Schwerpunkt aber auch ein Forum zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Seine Kontakte und Netzwerke werden im Sinne und zum Nutzen aller Forschenden der Universität eingesetzt.