Forscher für einen Tag

„Hands on!“, hieß es bei den internationalen Schülerforschungstagen vom 15. bis zum 30. März. Am Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck konnten interessierte SchülerInnen einen ganzen Tag lang den Geheimnissen der Teilchenphysik auf die Spur kommen.
Masterclass in Innsbruck
Bild: Institutsvorstand Sabine Schindler und Leiter der Veranstaltung Emmerich Kneringer mit den Schülerinnen und Schülern aus Tirol und Südtirol.

Am 16. März nahm das Institut für   Astro- und Teilchenphysik an den sogenannten „Hands on Particle Physics Masterclasses“ teil. Dabei handelt es sich um internationale Schülerforschungstage der Teilchenphysik, an denen sich weltweit mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler beteiligten.

 

Forschungsluft schnuppern

 

Einmal mit echten Daten eines physikalischen Großexperiments arbeiten, gewonnen aus den Kollisionen fast lichtschneller Teilchen in kilometerlangen, unterirdischen Röhren: Einen ganzen Tag lang konnten 15 interessierte Schülerinnen und Schüler an der Universität Innsbruck in Forschungsatmosphäre eintauchen. Sie wurden um 9 Uhr von Institutsvorstand Prof. Sabine Schindler willkommen geheißen und dann bis 18 Uhr von Prof. Emmerich Kneringer betreut. Nach einer gemeinsamen Erarbeitung der theoretischen Grundlagen wurden anschließend am Computer Original-Daten ausgewertet, sodass am Ende des Tages per Video-Konferenzschaltung die Ergebnisse mit anderen Teilnehmern an sechs europäischen Universitäten verglichen und diskutiert werden konnten – genauso wie dies auch die Teilchenforscher in internationalen Kollaborationen tun. Ein Highlight der Video-Konferenz war dabei das vom CERN veranstaltete Live-Quiz, aus dem ein Innsbrucker Zweierteam nach richtiger Beantwortung aller 10 Fragen siegreich hervorging.

 

Internationale Veranstaltung

 

Der Kontakt mit aktueller Forschung in authentischer Umgebung und die Möglichkeit der Diskussion mit aktiven Wissenschaftlern stoßen bei Schülerinnen und Schülern in aller Welt auf immer mehr Resonanz. Schon bei der ersten internationalen Masterclasses im Jahr 2005 konnte das ursprünglich aus England stammende Konzept auf 18 europäische Länder ausgeweitet und um die abschließende zentral vom CERN aus moderierte Videokonferenz bereichert werden. Die diesjährigen dritten Internationalen Masterclasses sind mit der Beteiligung von insgesamt 6 Instituten aus den USA und der erstmaligen Teilnahme von Südafrika nun endgültig zum weltweiten Projekt geworden. Für 2008 hat bereits Brasilien Interesse angemeldet.

 

Evaluation

 

Eine Evaluation zeigte, dass die TeilnehmerInnen vor allem schätzen, dass sie mit einfach   verständlichen Vorträgen ohne jede nötige Spezialvorbildung Zugang zur Welt der kleinsten Teilchen und einen Einblick in die Organisation der internationalen Forschung in moderner Physik bekommen.  „Ich hatte das Gefühl, hier etwas zu machen, was Experimentalphysiker jeden Tag tun und fühlte mich eingebunden“, war das Fazit einer 17-jährigen Schülerin im letzten Jahr. Ohne Unterschied zwischen Schülerinnen und Schülern waren nach der Veranstaltung 75% der deutschen TeilnehmerInnen der Ansicht, dass moderne Physik – wie Teilchenphysik – eine größere Rolle im Schulunterricht spielen sollte.

 

Die Organisatoren

 

Die internationalen Schülerforschungstage „Hands on Particle Physics“ werden unter Leitung des Dresdner Physikers Prof. Michael Kobel in inzwischen 20 Ländern in Zusammenarbeit mit der   European Particle Physics Outreach Group (EPPOG) und mit  Unterstützung der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (EPS) ausgerichtet. Zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema erhalten alle TeilnehmerInnen eine mit Hilfe von EPPOG in insgesamt 16 Sprachen übersetzte Materialzusammenstellung von interaktivem Lern- und Arbeitsmaterial  auf CD-ROM sowie eine Broschüre über die fundamentalen Bausteine und Kräfte unserer Welt.