Heureka! LFU-Forschungsprojekt wird ausgestellt

Heureka, den archimedischen Freudenschrei, dürfen die Forscher des Innsbrucker Instituts für Textilchemie und Textilphysik zu Recht rufen. Ihr mehrfach ausgezeichnetes EUREKA!-Projekt wird derzeit im EU-Parlament ausgestellt.
Installation des Projekts
Bild: Installation des Projekts

Das europäische Netzwerk EUREKA! fördert anwendungsorientierte Forschung: Im Rahmen einer von EUREKA! organisierten Ausstellung ausgewählter europäischer Forschungsprojekte wird auch das vom Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik geleitete Projekt „E!2625 ECDVAT Elektrochemische Farbstoffreduktion“ im europäischen Parlament präsentiert. Die Ausstellung „Eureka Results and Perspectives“ at the European Parliament, sponsored by Vittorio Prodi MEP findet vom 20.3.2007 bis zum 22.3.2007 statt.

 

Das ausgewählte Forschungsprojekt befasste sich mit der Verwendung elektrochemischer Prozesse zur Reduktion von Küpenfarbstoffen. Im Rahmen des von der FFG geförderten Forschungsprojekts wurde die erste Installation in voller technischer Größe bei Getzner Textil in Bludenz unter Produktionsbedingungen erprobt.

 

Rund 5 Millionen Tonnen Textilien werden weltweit mit Küpenfarbstoffen gefärbt. Die Anwendungstechnik der Farbstoffe hat sich seit der Entdeckung der Küpenfarbstoffe um 1900 bis heute nur wenig verändert. Die im Rahmen des Projekts ECDVAT realisierte elektrochemische Färbetechnik definiert einen neuen Stand der Technik für das Färben mit Küpenfarbstoffen. Neben der Verminderung des Chemikalienverbrauchs beim Färben von 55 - 80 % sind Einsparungen an Wasser in Höhe von 85-90 % und hohe Prozesssicherheit Vorteile dieser Verfahrenstechnik. Durch den Wegfall sicherheitstechnisch aufwendiger Chemikalien wie Dithionit oder stark riechender Chemikalien wie Hydroxyaceton werden auch die Arbeitsbedingungen für das Personal in einer Textilfärberei verbessert.

 

Die Forschungsaktivitäten wurden 2004 in Birmingham (UK) mit dem Innovation Award der Society of Dyers and Colorists ausgezeichnet und 2006 in Prag mit dem Lillehammer Award 2006 für umweltfreundliche Technologien prämiert.