eLibrary Projekt öffnet seine virtuellen Tore

eLibrary, ein Studierenden-Projekt von Gernot Hausar, wurde beim Finale des Medida-Prix an der ETH und Universität Zürich mit dem Förderpreis (50.000.-) zur weiteren Entwicklung des Projektes ausgezeichnet. Unmittelbares Ziel ist jetzt die Bereitstellung von 5000 Werken. eLib freut sich über Beiträge von Studierenden und Lehrenden.
Das Projektteam eLibrary: v.l.: Marion Aichberger, Gernot Hausar, Albrecht Lentz, Daphne Frankl
Bild: Das Projektteam eLibrary: v.l.: Marion Aichberger, Gernot Hausar, Albrecht Lentz, Daphne Frankl

eLibrary ist ein Studierenden-Projekt von Gernot Hausar (Student an den Universitäten Innsbruck und Wien), der gemeinsam mit Freiwilligen Quelltexte und Sekundärliteratur digitalisiert, aufbereitet und diese mittels Wiki-Technologie über das Internet frei zugänglich macht   Die Bedeutung solcher Tätigkeiten sieht man insbesondere daran, dass Weltkonzerne wie Google sich dieser Thematik annehmen und auch die EU verstärkt Initiativen in dieser Richtung fördert.

Mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses durch die Hochschulen ist auch eine zunehmende Integration elektronischer Hilfsmittel verbunden. Gerade hier kann

eLibrary punkten: dezentral und kostenfrei werden Texte digital bereitgestellt, die von Student/innen und Professor/innen interuniversitär genutzt werden können.

Darüber hinaus wird durch die Bereitstellung als Volltext auch der Zugang für sehbehinderte Studierende einfacher gemacht.


Über Unterstützung freut sich das Projektteam besonders. Beitragen können Lehrende und Studierende, indem sie beispielsweise Texte, die im Rahmen von Lehrveranstaltungen und Seminaren entstehen, auf der Wiki-Plattform eLib für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Unterstützt wird das Projekt vom Institut für Digitalisierung und elektronische Archivierung   Neben der technischen Infrastruktur für den Betrieb des Wiki werden auch Texte aus Austrian Literature Online an eLib weitergegeben. Weiters arbeitet das Projektteam mit Professoren und Assistenten in Wien und anderen Universitäten zusammen, für die Quelltexte digitalisiert und Inhalte aufbereitet werden.

 

Der Medida-Prix zeichnet Innovation in der medienunterstützten Hochschulentwicklung aus. Es ist dies der höchstdotierte Medienpreis in Europa und wird durch die Bildungsministerien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz über die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) im Rahmen der Fachtagung jährlich vergeben.

Die internationale Fachjury filterte unter den 110 Projekten die innovativsten Ideen heraus und begründete den Einzug von eLib ins Finale folgendermaßen:

Das Projekt wurde ausgewählt, "da die studentische Einreichung in der Kategorie ?Hochschulentwicklung mit Digitalen Medien? eine hochschulübergreifende Initiative beschreibt. Mit Hilfe von Wiki-Technologie werden von der internationalen, sich selbst organisierenden und hauptsächlich unentgeltlich tätigen eLibrary Community schwer zugängliche Materialien für Lehr- und Lernzwecke
digitalisiert und web-basiert zur Verfügung gestellt." 


Als universitätsübergreifende Initiative von Studierenden ist es besonders erfreulich, dass eLib aus über 110 Einreichern und Finalisten rennomierter Intitiutionen wie der ETH Zürich, der TU Darmstadt, der Universität Karlsruhe oder der Universitäten Basel und Graz ausgewählt wurde.

Gerade vor dem Hintergrund der offenen Diskussion um Googles Digitalisierungsbemühungen und die Kulturkampfdiskussion, die von Frankreich ausgehend die europäischen Länder aufgerüttelt hat, ist es für den Erfolg des Projektes besonders wichtig, freie Inhalte zu erzeugen, die gut kommentiert und verlinkt sind. Denn trotz aller Technik sind es Menschen, die Wissen durch logische Einordnung erst auffindbar und benutzbar machen. Dezentrale Projekte, die wie eLib von Freiwilligen getragen werden, können auf diese Weise rasch und unbürokratisch punkten, ohne technisch und finanziell mithalten zu müssen. eLib hat es sich daher zum Ziel gesetzt, möglichst viele Freiwillige zu mobilisieren, die diese Aufgabe übernehmen.

Dieser Ansatz ist eine praktikable Strategie, um die Stärken der "Alten Welt", den allgemeinen Zugang zu umfangreichen Wissen und damit auch zu
Kultur, in das 21. Jahrhundert hinüberzuretten und einen freien Zugang zu den Archiven, wie er in Europa spätestens seit der französischen Revolution verfüg­bar war, gerade vor dem Hintergrund immer restriktiverer Urheberrechte auch in Zukunft für Forschung und Lehre über die weltweiten Datennetze zu gewährleisten.

Unmittelbares Ziel ist jetzt die Bereitstellung von 5000 Werken. Im Moment sind schon verschiedenste Werke digitalisiert und können über die Test-Plattform bereits als Volltext abgerufen werden. eLib freut sich immer über Mitarbeit!