LFU - Wasserbau präsentierte sich auf der GAP EXPO 2006

Der Arbeitsbereich Wasserbau des Instituts für Infrastruktur der LFU Innsbruck (IWI) war heuer bei der Sonderschau Hochwasserschutz der GAP EXPO 2006 vom 29. September bis 3. Oktober mehrfach vertreten.
v. l.: R. Stärz (IWI) und Erwin Huber (Stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie) am IWI Murenmodell
Bild: v. l.: R. Stärz (IWI) und Erwin Huber (Stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie) am IWI Murenmodell

Der Leiter des Arbeitsbereiches Wasserbau Prof. Peter Rutschmann nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema „Hochwasserschutz im Loisachtal“ teil und hielt einen Vortrag mit dem Titel: „Sind wir dem Hochwasser ausgeliefert? Aktives Hochwassermanagement als alternatives Schutzkonzept“. Am IWI Messestand wurde das Thema „Hochwasser: Ursachen, Simulation, Gefährdungsanalyse und Prävention“ anhand von Animationen, Postern und Modellen dargestellt und erklärt. Dabei wurden abgeschlossene Projekte aus der Forschung sowie Anwendungen aus der Praxis vor einem breiten Fachpublikum präsentiert und diskutiert.

 

Es wurden die vom IWI erstellten Hochwasserberechnungen einiger Tiroler Städte vorgestellt. Bei diesen dreidimensionalen, numerischen Berechnungen werden, auf die Bedürfnisse der jeweiligen Stadt abgestimmt, Szenarien am Computer berechnet und ausgewertet. Die Messebesucher konnten sich anhand von kurzen Filmvorführungen ein Bild über den zeitlichen Ablauf der Überflutung der Städte machen.

 

Eine vom IWI entwickelte Software für ein gezieltes Hochwassermanagement für eine Kraftwerksanlage in Südtirol wurde ebenfalls präsentiert. Die dabei verwendete Koppelung zwischen Zuflussprognose und Betriebsmodell erlaubt es, verschiedene Strategien für den aktiven Hochwasserschutz zu untersuchen. Somit ist es möglich, sowohl Aspekte des Hochwasserschutzes als auch ökonomische Gesichtspunkte zu berücksichtigen, indem ein Speicher frühzeitig vor Eintritt eines Hochwassers (beispielsweise bei hohen Energiepreisen) abgelassen und bei Hochwasser (und niedrigen Preisen) wieder gefüllt wird.

 

Die Wellenbildung nach Lawineneinstößen in Stauräume konnten die Besucher mit Hilfe eines Kurzfilmes, der im Zuge der numerischen Simulation entstanden ist, beobachten. Weitere Themen am IWI Messestand waren die Wellenbildung in getreppten Gerinnen und die Murgangsimulation. Zur Freude der kleinen und auch großen Kinder war das IWI Labor mit dem Modell eines murfähigen Wildbaches am Messestand anwesend. In diesem Modell ist ein Dorf dargestellt, welches von einem Wildbach durchflossen wird, der im Katastrophenfall das Dorf vermurt und großen Schaden anrichtet. Nicht nur die Kinder waren erstaunt sondern auch der Stellvertretende Bayerische Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Erwin Huber, zeigte sich beeindruckt über die anschauliche Darstellung der komplexen Vorgänge während eines Murgangereignisses.