Stiftungsprofessur Sicherheitspolitik organisiert Studienwoche an der UNO-City Wien

Vom 2.-6. Oktober 2006 organisierte die Stiftungsprofessur für Europäische Sicherheitspolitik unter der Leitung von Prof. Siedschlag für den Landesverband Bayern der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) eine Studienreise zu den Vereinten Nationen nach Wien. Ein Beispiel internationaler Kooperation in der extracurricularen Lehre.
Gruppenbild der TeilnehmerInnen
Bild: Gruppenbild der TeilnehmerInnen
Vielfältige Themen in der UNO-City

Nach einer kurzen allgemeinen Führung wurde die Gruppe, die vorwiegend aus bayerischen und Innsbrucker Studierenden bestand, von hochkarätigen Expertinnen und Experten in den für den UNO-Standort Wien spezifischen Themen gebrieft. Die Gruppe war auf Vermittlung von Prof. Siedschlag, zugleich Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der DGVN, als offizielle UN Association Delegation akkreditiert, was unter anderem die Möglichkeit bot, als Gäste an den laufenden Plenarsitzungen teilzunehmen.

Zu Beginn wurde die Delegation über das Tätigkeitsspektrum der Vorbereitungskommission für die CTBTO (Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organisation) und über die rechtlichen Grundlagen und Möglichkeiten der nachhaltigen Umsetzung des Atomwaffensperrvertrag informiert. Des Weiteren wurden die unterschiedlichen Verfahren zur Kontrolle des Vertrages vorgestellt. Dabei stellte sich heraus, dass man dieses weltumfassende Netzwerk auch zivil nutzen kann, zum Beispiel für die Tsunami-Frühwarnung. Hochrangige Mitarbeiter stellten sich für Fachvorträge und Diskussionen zur Verfügung, wie etwa Alexander Kment, Special Assistent to the Executive Secretary der CTBTO.

Nach einer kurzen Stärkung in der Cafeteria der UNO in internationalem Ambiente erhielt die Delegation einen Impulsvortrag von Dr. Cahit Gürkök, Senior Adviser on Energy Programme Development and Technical Cooperation Divison in der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO), über den Faktor Energie im Rahmen der Entwicklungspolitik in Ländern der Dritten Welt.

 

Friedenspolitische Vernetzung

Zur Stärkung der gegenseitigen Beziehungen der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen Landesverband Bayern und der Stiftungsprofessur für Europäische Sicherheitspolitik traf sich die Delegation am Abend zum gemütlichen Zusammensein mit der Österreichischen Hochschulliga für die Vereinten Nationen.

Der nächste Tag war geprägt von Vorträgen über die Einsatzfelder von UNODC (United Nation Office on Drugs and Crime). Dabei konnte die Delegation einen tieferen Einblick in die an der UNO in Wien geleistete Arbeit zur Bekämpfung von Korruption, organisierter Kriminalität sowie Menschenhandel und Terrorismus gewinnen. Zum Abschluss war die Möglichkeit gegeben, Fragen der tagespolitischen Debatte über die Atomenergiebehörde (International Atomic Energy Agency, IAEA) mit einer hochrangigen Mitarbeiterin zu diskutieren.

Am Rande der Studienreise nutzten einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, einen Vortrag von Prof. Siedschlag in der Landesverteidigungsakademie Wien vor der Gesellschaft für Politisch-Strategische Studien (STRATEG) über Bedrohungswahrnehmungen und öffentliche Tragfähigkeit Europäischer Sicherheitspolitik im Rahmen einer Umfrage unter österreichischen Studierenden zu besuchen. Beim zwanglosen Zusammensein am Buffet ließen sich zahlreiche Kontakte knüpfen.

 

An der Landesverteidigungsakademie und der deutschen Ständigen Vertretung

Am letzten Tag erhielt die Gruppe Vorträge in der Landesverteidigungsakademie Wien über UN-Friedensmissionen und über zivil-militärisches Zusammenwirken im Krisenmanagement, durchgeführt vom Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement an der Landesverteidigungsakademie, vertreten durch Dr. Hazdra und Oberst Wohlgemut. Beide können auf langjährige Erfahrungen in Friedensunterstützungsoperationen z.B. in Afghanistan und auf dem afrikanischen Kontinent zurückblicken.

Den Abschluss bildete ein Besuch in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen und anderen Internationalen Organisationen in Wien, wo es sich Botschafter Klaus-Peter Gottwald nicht nehmen ließ, die Gruppe persönlich zu empfangen und mit ausgewählten Mitarbeitern über aktuelle Themen der internationalen Sicherheitspolitik aus deutscher Sicht zu referieren und zu diskutieren.