Innsbrucker Delegation bei Vienna Model United Nations 2006 (VIMUN)

Vom 6. bis zum 10. August 2006 fand in Wien das jährliche „Vienna Model United Nations“ (VIMUN) statt. Zum ersten Mal nahm auch eine Delegation des Instituts für Politikwissenschaft der LFU Innsbruck an diesem 4-tägigen Planspiel teil.
Innsbrucker Delegation bei Vienna Model United Nations 2006 (VIMUN)
Bild: Innsbrucker Delegation bei Vienna Model United Nations 2006 (VIMUN)

Im Zuge von VIMUN werden Verhandlungen in verschiedenen Komitees und Organen der Vereinten Nationen oder mit ihr verbundenen Organisationen möglichst authentisch simuliert. Dabei repräsentiert jeder Teilnehmer ein Land und hat demnach die Aufgabe, die nationalen Interessen jenes Landes zu wahren und in den Verhandlungen realistisch und erfolgreich zu vertreten. „Besonders interessant war es, Sachverhalte aus der Sichtweise eines bestimmten Staates zu betrachten und somit eine differenzierte Perspektive kennen zu lernen“ meinte Julia Fischer, die als Vertreterin Israels an der Konferenz teilnahm.

 

Die Innsbrucker Delegation beteiligte sich an der Debatte im Komitee der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Als Hauptpunkt der Agenda der IAEA galt die „Verifikation der nuklearen Non-Proliferation“, wobei folgende Themen diskutiert wurden: die Implementierung der Safeguards Agreement im Iran, im Mittleren Osten und in Nordkorea.

 

Nach intensiven Verhandlungen innerhalb des 33-köpfigen Board of Governors (dem Entscheidungsorgan der IAEA) wurden zwei Resolutionen den Iran und den Mittleren Osten betreffend verabschiedet. In diesem Zusammenhang zeichneten sich vor allem jene Studierenden der LFU aus, die europäische Staaten (Belgien, Finnland und Slowenien) repräsentierten, da sie entscheidend zur Verabschiedung der ersteren Resolution beisteuerten. Matthias Egger, der gemeinsam mit Julia Fodor erfolgreich einen Resolutionsentwurf den Mittleren Osten betreffend einbrachte und damit für die zweite verabschiedete Resolution maßgeblich verantwortlich war, meinte: „Dank der ausgezeichneten Vorbereitung, konnten wir erfolgreich eine Resolution vorlegen, die sowohl für die arabischen wie auch die westlichen Staaten und Israel akzeptabel war“.

 

„Die Konferenz war überaus interessant und lehrreich, da man einen Einblick in die multilaterale Diplomatie gewinnen und darüber hinaus Verhandlungsfähigkeiten anwenden und verbessern konnte. Ein weiterer positiver Aspekt lag darin, dass die Debatte auf Englisch geführt wurde und man dadurch seine Fremdsprachenkenntnisse intensivieren konnte“, meinte Nicole Fodor, die Syrien im Board of Governors vertrat.

 

Die Innsbrucker Delegation trug maßgeblich zum Erfolg und Niveau der Verhandlungen in der IAEA bei. Besonders hervorzuheben ist, dass Christoph Elhardt, der als Repräsentant Finnlands auch die Ratspräsidenschaft der Europäischen Union vertrat, als „best speaker“ innerhalb des IAEA Komitees ausgezeichnet wurde. „Die Vereinten Nationen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Lehrveranstaltungen im Bereich Internationale Politik. Nach einer Exkursion zur IAEA und zur U.S. Mission bei der IAEA im Mai 2006 war VIMUN ein weiterer Schritt,   um unseren Studierenden die vielfältigen Tätigkeiten der UN plastisch näher zu bringen. Unsere Studierenden haben sich sehr intensiv mit der Tätigkeit der IAEA und ihren jeweiligen nationalen Positionen auseinandergesetzt, und gaben in den Verhandlungen ihr Bestes. Wir werden in diesem Bereich jedenfalls weiter aktiv bleiben,“ erklärt Mag. Franz Eder vom Institut für Politikwissenschaft.