Bildungsgipfel in Südtirol

Ende Mai trafen sich Spitzen der Länder Tirol und Südtirol mit VertreterInnen der Universitäten Innsbruck und Bozen zu einem Bildungsgipfel. Das Kontaktkomitee trifft sich jährlich um wichtige gemeinsame Zielsetzungen der beiden Länder in Sachen Bildungspolitik zu entwerfen und Weichen für die Zukunft zu stellen.
"Bildungsgipfl" in Bozen.
Bild: "Bildungsgipfl" in Bozen.

Im Ehrensaal des Merkantilgebäudes in Bozen eröffnete der Gastgeber, Dr. Otto Saurer, LH-Stv. von Südtirol die Sitzung und hob in seiner Rede die bemerkenswerte Entwicklung hervor, die das Kontaktkomitee zwischen den Ländern Südtirol und Tirol sowie der Universitäten Bozen und Innsbruck in letzter Zeit erfahren hat. Laut Saurer habe sich der Kontaktausschuss von einem rein technischen Gremium zu einem, Bildungsgipfel entwickelt, „bei dem grundlegende Entscheidungen in Sachen Hochschulbildung getroffen werden".

 

Der Kontaktausschuss wurde vor etwa 15 Jahren von Altrektor Prof. Christian Smekal und dem ehemaligen Südtiroler Landesrat Dr. Bruno Hosp gegründet. Ziel des Ausschusses ist die laufende Optimierung der Studienbedingungen für Südtiroler Studierende und die Intensivierung der Forschungsbeziehungen Südtirols mit der Landesuniversität Innsbruck.

 

Hochrangige UniversitätsvertreterInnen präsentierten während der Sitzung neue Fortschritte in Sachen Organisation, Forschung und Lehre. So erfuhr der Entwicklungsplan der LFU Innsbruck, den Vizerektor Tilmann Märk vorstellte, eine eingehende Diskussion, insbesondere im Hinblick auf Schwerpunkte, von denen die Südtiroler Studierenden betroffen sind. Allen voran die Einrichtung des Instituts für Italienisches Recht und die Schaffung zusätzlicher Studienangebote um SüdtirolerInnen die Anerkennung ihres in Innsbruck erworbenen Studientitels in Italien zu erleichtern.

 

Als Vizerektor für Forschung war es Märk ein Anliegen auf Forschungsprojekte zu verweisen, die die Landesregierung der Autonomen Provinz Bozen an der LFU Innsbruck durchführen lässt. „In allen Vereinbarungen und Berichten der LFU heben wir die Wichtigkeit einer verstärkten Kooperation mit Südtiroler Institutionen hervor, sowohl im Bereich der Forschung als auch im Bereich der Lehre“, betont Märk die Bedeutung der Zusammenarbeit für die LFU. Acht von elf vorgesehenen Projekten sind bereits angelaufen und die drei noch ausständigen – etwa in den Bereichen Tourismus und Sanierung belasteter Böden – sollen bald in Angriff genommen werden.

 

Vizerektorin Eva Bänninger-Huber nahm Bezug auf die neuesten Trends der Studierendenzahlen aus Südtirol und zog als Fazit daraus, dass die Attraktivität der LFU Innsbruck als Landesuniversität und Studienort für SüdtirolerInnen mit 3.300 Studierenden im Studienjahr 2005/06 nach wie vor ungebrochen sei. Was eventuelle Auswahlverfahren im Bereich „Top-Ten-Studien“ anbelangt, glaubt Bänninger-Huber, dass damit gerechnet werden kann, „dass sich für Südtiroler Studierende kaum Begrenzungen ergeben werden. Allerdings können künftig Zugangsprüfungen über die Zulassung zu bestimmten Studien entscheiden.“

 

Erstmals bei den bilateralen Gesprächen war auch der Universitätsrat der LFU dabei und Universitätsratsvorsitzender Michael Rainer stellte die wesentlichen Aufgaben des Rates „als strategisches Organ und oberstes Entscheidungsgremium die das bildungspolitische Verantwortung wahrzunehmen hat“ vor.

 

Alle TeilnehmerInnen am Bildungsgipfel schlossen sich der Meinung der beiden Landesräte Saurer und Koler an, dass diese gemeinsame Initiative auch in Zukunft wiederholt werden und grundsätzliche Inputs zur grenzübergreifenden Hochschulbildung liefern soll.