Tiroler Know-how von DERI für weltweit zweitgrößten Stahlkonzern

Der spanische Stahlriese Arcelor holt Spezialisten aus Tirol: Vier Wissenschafter des DERI-Teams an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck beraten den weltweit zweitgrößten Stahlkonzern in Asturias (Nordspanien), wie man Wissen am besten sichert und Mitarbeitern zugänglich macht.
Dr. Sigurd Harand
Bild: Dr. Sigurd Harand

Dr. Sigurd Harand, Leiter des Businessdevelopment bei DERI, freut sich über den Erfolg: "Dass weltweit tätige Industriekonzerne wie Arcelor bereits erkannt haben, dass das semantische Web die Zukunft ist, bestätigt unser Engagement."

Produktionsausfälle und Störungen kann man sich im spanischen Stahlkonzern Arcelor mit einer Jahresproduktion von über 40 Millionen Tonnen Stahl weltweit nicht leisten. Nur wenn alle involvierten Mitarbeiter im "Ernstfall" auf Knopfdruck über die richtigen Informationen verfügen, können die notwendige Reaktionszeit reduziert und die durch Produktionsausfälle verursachten Kosten minimiert werden.

Spanien setzt auf Innsbrucker Forschung

Die Wissensmanager des spanischen Konzerns setzen auf die Erfahrung der DERI-WissenschafterInnen aus Innsbruck rund um den wissenschaftlichen Direktor Univ.-Prof. Dr. Dieter Fensel, um für diese Herausforderungen die beste Lösung zu finden: Auf Basis der in Innsbruck entwickelten Sprachlogiken – wissenschaftlich "Ontologien" genannt – werden Objekte und ihre Beziehungen so gespeichert und verknüpft, dass ein Computer daraus sinnvolle Schlussfolgerungen berechnet. So kann etwa das Wissen von Experten in einheitlicher Form abgelegt und in verschiedenen Anwendungen ähnlich einem vorgegebenen Programmablauf ausgeführt werden. Das transparent abgebildete Spezialwissen ist somit für alle involvierten Mitarbeiter schnell und verständlich zugänglich und vor allem innerhalb kürzester Zeit verwertbar.

Mit der Gründung des Digital Enterprise Research Institute (DERI) zwischen den Universitäten Galway (Irland) und Innsbruck entstand eines der größten Forschungsinstitute im Bereich Semantic Web. An die 130 MitarbeiterInnen – davon allein 64 in Innsbruck - arbeiten inzwischen weltweit (DERI-Standorte gibt es u.a. auch in Seoul oder Stanford) federführend in der Erforschung des Semantic Web, der nächsten, "denkenden", Internetgeneration: Informationen werden in Denkmustern, die denen von Menschen ähnlich sind, abgespeichert und ermöglichen so ein einfacheres und vor allem gezielteres Auffinden von Informationen.