Podiumsdiskussion über "Die ' Autonomie' der Universitäten"

Im Rahmen ihrer Jahrestagung lud der Verband der Österreichischen UniversitätsprofessorInnen (UPV) in Verbindung mit dem Deutschen Hochschulverband und der Vereinigung Schweizerischer Hochschuldozierenden zu einer Podiumsdiskussion. Im Zentrum der Diskussion standen Themen zu aktuellen Entwicklungen an den Universitäten wie Finanzierung, Zugangsbeschränkungen oder Studiengebühren.
v.l. Rektor Töchterle und Rektor Lochs diskutierten auf Einladung des UPV – Moderation Prof. Wolfgang Zach.
Bild: v.l. Rektor Töchterle und Rektor Lochs diskutierten auf Einladung des UPV – Moderation Prof. Wolfgang Zach.

„Das Thema unserer  Podiumsdiskussion `Die Autonomie der Universitäten und ihre Folgen` ist zur Zeit in aller Munde, umso mehr freut es mich, dass wir dies heute mit so prominenten Diskutanten, darutner auch Kollegen aus unseren Nachbarländern, diskutieren können“, begrüßte Prof. Wolfgang Zach, Vorsitzender des UPV Innsbruck und Organisator der Diskussionsveranstaltung, die zahlreichen Interessierten, die am 16.10. der Einladung in den Kaiser-Leopold Saal gefolgt waren.

 

Am Podium diskutierten Rektor Karlheinz Töchterle, der Vorsitzende des Universitätsrates, Prof. Johannes Michael Rainer, der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Prof. Herbert Lochs, Prof. Bernhard  Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Prof. Gernot Kostorz, Generalsekretär der Vereinigung der Schweizer Hochschuldozierenden (VSH), und der stellvertretende Vorsitzende des UniversitätsprofessorInnenverbandes, Prof. H. René Laurer.

 

Die Diskutanten waren sich einig, dass Forschung und Lehre frei sein müssen, um gut zu sein. Sie stimmten auch darin überein, dass enge Vorgaben durch den Staat an die Universitäten und eine mangelnde Finanzierung eine wesentliche Einschränkung der Autonomie darstellten. So betonte Rektor Karlheinz Töchterle, dass der Autonomie an Österreichs Universitäten durch die Leistungsvereinbarungen enge Grenzen gesteckt werden. Weiters stellte er zur Diskussion, dass die Selbstverwaltung auch einen größeren Mehraufwand in der Verwaltung benötige.  Medizin-Rektor Herbert Lochs sprach von einer „Scheinautonomie“ in Österreich und forderte die "intellektuelle Autonomie" der Universitäten.  Universitätsratsvorsitzender Rainer, der sich zum öffentlichen Bildungsauftrag und somit zum freien Zugang zu Universitäten bekannte, betonte aber auch , dass eine Finanzierung der Universitäten nach den Voraussetzungen wie sie vor sieben Jahren herrschten, nicht ausreiche. „Die Erfüllung der Leistungsvereinbarung ist aufgrund der finanziellen Restriktionen nicht mehr möglich“, so Rainer. Ähnlich argumenterte auch Prof. Laurer, der die "chronische Unterfinanzierung" der Universitäten in Österreich beklagte und forderte, der Staat müsse weg von einer "lenkungsorientierten Forschung" gehen und sich auf seine Kontrollfunktion beschränken. 

 

Eine Außensicht brachte Prof. Kempen vom Deutschen Hochschulverband ein. Er betonte die "Selbststeuerung der Wissenschaft" und forderte: "Die Professoren müssen entscheiden können, was gelehrt und geforscht wird, nicht die Politik". Er berichtete auch vom erfolgreichen Modell des "Hochschulpaktes" in Nordhein-Westfalen, wo die Universitäten und Fachhochschulen ihre Kapazitäten für Studierende selbst entscheiden könnten, der Staat aber die finanzielle Verantwortung  wahrnehme.  Dieses Modell bewertete Kempen als vorbildhaft für die Sicherung der Qualität von universitärer Lehre und Forschung.

(sr)

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