Archäologisches Museum feierte 140-jähriges Bestehen

Das Archäologische Museum der Universität Innsbruck feierte Ende Juni sein 140-jähriges Bestehen. Prof. Vinzenz Brinkmann, Leiter der Antikensammlung im Liebieghaus in Frankfurt, berichtete dabei in seinem Festvortrag im Atrium - Zentrum für Alte Kulturen über neue Forschungen zur Farbigkeit der griechischen Skulptur.
140jahremuseum
Bild: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zu den Feierlichkeiten ins Zentrum für Alte Kulturen.

Ende Juni kamen rund 140 Besucherinnen und Besucher zur 140 Jahr-Feier des Archäologischen Museums, darunter neben Wissenschaftlern und zahlreichen Studierenden aus allen Instituten des Zentrums für Alte Kulturen auch Vizerektor Prof. Arnold Klotz und die Innsbrucker Gemeinderätin Mag. Gertrude Mayr sowie der Präsident der Archäologischen Gesellschaft Innsbruck, Dr. Andreas Rauch. Nach einer Einführung durch Dekan Prof. Klaus Eisterer, gab Sammlungskurator Mag. Florian Müller einen kurzen historischen Überblick über die Entstehung und die wechselvolle Geschichte des Museums in den letzten 140 Jahren.

Die Geschichte des Museums

Die Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität stellt mit über 900 Objekten die größte Kollektion klassischer Antiken in Westösterreich dar und nimmt mit diesem Schwerpunkt eine Sonderstellung innerhalb der Tiroler Museumslandschaft ein. Im Museum wird ein nahezu geschlossener Überblick über die Entwicklung der griechischen und römischen Kunst geboten. Von der minoisch-mykenischen Zeit über die Archaik, die Klassik, den Hellenismus, die etruskische und römische Kunst bis in die Spätantike werden Objekte der Plastik, Architektur und Kleinkunst ausgestellt. Durch die teilweise Neuaufstellung im neuen Zentrum für Alte Kulturen am Langen Weg können neben der Kernsammlung im Hauptgebäude der Universität nun aber auch Objekte aus der Urgeschichte, dem Vorderen Orient sowie der Römerzeit in Tirol einem interessierten Publikum gezeigt werden.

Zur Farbigkeit der griechischen Skulptur

Über die Farbgestaltung der antiken Marmorskulputuren berichtet in seinem Festvortrag der Leiter der Antikensammlung im Liebieghaus in Frankfurt, Prof. Vinzenz Brinkmann. Die antike Marmorskulptur war nicht weiß, sondern bunt. Davon berichten Schriftquellen der griechischen und römischen Antike in überwältigender Fülle. Die unumstößliche Tatsache einer farbigen antiken Skulptur ist in der italienischen Renaissance verdrängt und im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen worden, ehe sie im 20. Jahrhundert zugunsten einer auf Klarheit ausgerichteten Ästhetik erneut in den Hintergrund geriet. Bis heute haben sich aber auch an antiken Skulpturen zahlreiche Spuren des ursprünglichen Farbenkleides erhalten. Sie beweisen, dass die griechischen und römischen Statuen Gewänder trugen, die mit aufwändigen Ornamenten und kostbaren Farben verziert waren. Seit 25 Jahren werden nun von einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Prof. Brinkmann mit naturwissenschaftlichen Techniken diese Farbspuren untersucht, dokumentiert und rekonstruiert. Dabei konnte eine Vielzahl von neuen Erkenntnissen gefunden werden, die in der Ausstellung „Bunte Götter" an zahlreichen Stationen in Europa und den USA mit großem Erfolg präsentiert wurden. Im Rahmen des Festvortrages konnte Brinkmann die Ergebnisse der wissenschaftlichen Polychromieforschung - auch in enger Verbindung mit den im Museum in Innsbruck ausgestellten Objekten - für den Betrachter sichtbar machen und in beeindruckender Weise die Bedeutung der Farbe für die antike Skulptur belegen.

(cf)

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