Vorgestellt: Prof. Birgit C. Schlick-Steiner

Birgit Schlick-Steiner ist seit 1. Dezember Professorin für Molekulare Ökologie in Innsbruck. Sie will mit innovativen Ansätzen an die Forschungstradition des Instituts für Ökologie knüpfen. Den Alpinen Raum hält sie für das ideale Freilandlabor.
Univ.Prof. Dr. Mag. Birgit C. Schlick-Steiner
Bild: Univ.Prof. Dr. Mag. Birgit C. Schlick-Steiner

Schlick-Steiners bisherige Forschung reicht von Phylogenie und Systematik zu Naturschutz- und Invasionsbiologie und von zwischenartlichen Beziehungen zur Organisation sozialer Insekten. Sie sieht sich als organismische Biologin und in der Integration von DNA und dem "Rest" der biologischen Fachrichtungen die Zukunft.

 

Auf die Frage, wie sie molekulare Ökologie auffasst, meint Schlick-Steiner: „Molekulare Methoden liefern Schnappschüsse aus dem zeitlich-räumlichen Kontinuum der Evolution. Sie ermöglichen uns heute, Biodiversität im weitesten Sinn als Vielfalt der Genome ökologisch zu verstehen.“

 

Die Forschung der neu einzurichtenden Molekularen Ökologie Innsbruck wird sich vorrangig der terrestrischen Tierökologie des Alpinen Raums widmen. Themen sollen dabei alpine Tiere im Klimawandel, Ökologie und Evolution von Symbiosen, die DNA-Basis sozialer Vielfalt und die Entstehung alpiner Biodiversität sein. Die Ansätze werden von Populationsgenetik bis Genexpression reichen.

 

Vision für die Molekulare Ökologie Innsbruck

„Meine Vision“, so Schlick-Steiner, „ist, die Molekulare Ökologie Innsbruck zu einem Knotenpunkt der Biodiversitätsforschung in den Alpen zu machen. Und damit meine ich: im Alpinen Raum fußend, interdisziplinär ausgelegt und international vernetzt. Wichtig ist mir auch, dass wir so die Verantwortung der Universität gegenüber den ökologischen Problemen des Alpinen Raums mittragen.“ Um diese Vision umzusetzen, gilt es jetzt, ein schlagkräftiges Team zu bilden und das Molekularlabor modernsten Standards einzurichten, auch für die forschungsorientierte Lehre.

 

Die 33-Jährige sieht Synergie im Fachbereich als ein Leitmotiv und will die am Institut vorhandenen Expertisen zur Bearbeitung ökologischer Fragestellungen mit molekularen Methoden einbeziehen. Hohen Stellenwert sollen lokale, nationale und internationale Kooperationen haben, auch mit den naturwissenschaftlichen Abteilungen der nahe liegenden Landesmuseen.

 

„Die molekulare Ökologie ist eine junge, innovative und enorm wichtige Richtung. Ich denke, dass hier in Innsbruck einmalig für Österreich ein für Studierende und Jungwissenschafter sehr attraktives Umfeld entsteht." Sie setzt dann noch hinzu: „Ich freue mich sehr auf die kommenden Jahre, nicht zu letzt weil ich den Bergen seit Kindheitstagen verbunden bin.“

 

Zur Person:

Birgit C. Schlick-Steiner wurde 1975 in Wien geboren. Sie verbrachte ihre Schulzeit in Kärnten und Wien, studierte von 1993 bis 1998 Zoologie an der Universität Wien  und promovierte dort auch 2003. Von 2001 bis 2006 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität für Bodenkultur Wien und im Rahmen von FWF-Projekten tätig, sowie als freischaffende Naturschutzbiologin. Die letzten beiden Jahre verbrachte sie als Erwin-Schrödinger-Stipendiatin an der James Cook University in Australien. Birgit Schlick-Steiner ist verheiratet und seit 1999 Mutter von Zwillingsmädchen.

(ip)