Interkulturelles Lernen: „Symptom für den Diskussionsbedarf einer Migrationsgesellschaft“

Seit Februar 2008 hat Paul Mecheril die neugeschaffene Professur für Interkulturelles Lernen und Sozialen Wandel an der Fakultät für Bildungswissenschaften inne. Neben dem Aufbau der neuen Professur, möchte er auch ein Zentrum für kritische Migrationsforschung in Innsbruck errichten.
Prof. Paul Mecheril
Bild: Prof. Paul Mecheril ist seit Februar 2008 Professor für Interkulturelles Lernen und Sozialen Wandel.

Paul Mecheril wechselte von der Universität Bielefeld nach Tirol, um in Innsbruck die Professur für Interkulturelles Lernen und Sozialen Wandel zu übernehmen. „Die neu eingerichtete Professur ist ein Symptom für den Diskussionsbedarf einer Migrationsgesellschaft. In den letzten Jahren wird vermehrt über das Thema Migration gesprochen“, erklärt Mecheril die Bedeutsamkeit der Forschung.. Persönlich verfolgt er unter anderem ethnografische Ansätze in Forschung und Lehre. So führt er gerade mit Studierenden ein Projekt durch, bei dem sie „Eigenartigkeiten“ der Stadt Innsbruck erforschen, indem sie dem Selbstverständlichen das Selbstverständliche nehmen. Gerade das Gewohnte und Vertraute anders zu sehen, ist nicht immer einfach.

 

Wirklich etwas bewegen können

 

Neben der Möglichkeit in Innsbruck seine Forschungen fortzuführen, findet es Mecheril auch sehr spannend, die neue Professur aufzubauen. „Natürlich gibt es deswegen viel zu tun, es ist aber auch viel möglich.“ Aus diesem Grund war für ihn das Angebot aus Innsbruck auch interessant. „Ich bekomme hier Unterstützung und habe das Gefühl, wirklich etwas gestalten zu können“, freut sich Mecheril. Auch die Kollegen haben ihn freundlich empfangen und großes Interesse an seiner Arbeit gezeigt.

Doch nicht nur der Aufbau eines neuen Forschungsbereiches an der Universität Innsbruck ist ein Ziel von Mecheril, langfristig möchte er auch ein Zentrum für kritische Migrationsforschung einrichten. „Wichtig ist mir dabei zu untersuchen, wo und wie Formen von Ausschluss stattfinden, wie unter anderem im Bildungssystem Unterschiede gemacht werden, die als Ungleichheit wirken.“ Doch soll die Forschung nicht isoliert an der Universität stattfinden, Mecheril will ein Netzwerk mit Organisationen aus Innsbruck aufbauen, die sich mit Migration beschäftigen. Daneben sollen die Kontakte auch auf Österreich ausgedehnt und im gesamten deutschsprachigen Raum verknüpft werden.

 

Aus Bielefeld nach Tirol

 

Paul Mecheril, geboren 1962 in Freiburg, studierte an den Universitäten Trier, Bielefeld, Wien und Münster Psychologie und Philosophie. 1991 promovierte er in Münster in Psychologie. Von 1994 bis 2008 war er an der Universität Bielefeld tätig, zuerst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als wissenschaftlicher Assistent und Professurvertretung, zuletzt als Hochschuldozent. Im Oktober 2001 nahm er einen Lehrauftrag an der Universität Innsbruck für ein Semester wahr  In Forschung und Lehre beschäftigt sich Mecheril mit Methoden und Methodologien qualitativ-interpretaiver Forschung, Fragen pädagogischer Professionalität, Rassismus- und Migrationsforschung sowie Fragen interkultureller Bildung. Paul Mecheril ist verheiratet und hat zwei Kinder.

(aw)