Leistungsvereinbarungen der Universitäten im Zentrum der Diskussion

Der österreichische Wissenschaftsrat übte vergangene Woche harte Kritik an den Leistungsvereinbarungen der Universitäten. Die österreichische Rektorenkonferenz stimmt dieser Kritik in einigen Punkten zu, hält sie aber über weite Strecken für nicht schlüssig.
Prof. Dr. Christoph Badelt - Präsident der Österreichischen Rektorenkonferenz
Bild: Prof. Dr. Christoph Badelt - Präsident der Österreichischen Rektorenkonferenz

In den Leistungsvereinbarungen sind einerseits die von der Universität zu erbringenden Leistungen (z.B. strategische Ziele, Profilbildung und Universitätsentwicklung, Personalentwicklung Forschung, Studien und Weiterbildung, gesellschaftliche Zielsetzungen) und andererseits die Leistungsverpflichtung des Bundes (vor allem die Finanzierung) festgehalten. Für den Zeitraum von 2007 bis 2009 steht für die Leistungsvereinbarungen ein Budget von 4,5 Mrd. Euro zur Verfügung.

 

Der Wissenschaftsrat kritisiert, dass von diesen 4,5 Mrd. Euro der Großteil (4,3 Mrd. Euro) für die Fortführung des Betriebes (Personalkosten, etc) aufgewendet wurden, dagegen aber nur 200 Mio. Euro für neue Schwerpunkte und Innovationen zur Verfügung stehen. Die österreichische Rektorenkonferenz teilt diese Ansicht und bezeichnet die Leistungsvereinbarungen als Finanzierungsinstrument aus diesem Grund als noch nicht optimal.

 

Weitere Kritikpunkte des Wissenschaftsrates an den Leistungsvereinbarungen sind der fehlende Wettbewerb bei den Verhandlungen und als mangelhaft bezeichnete Entwicklungspläne, die von den Universitäten eingereicht wurden. Die österreichische Rektorenkonferenz wehrt sich gegen diese pauschale Abqualifizierung der Entwicklungspläne von 21 Universitäten. Außer einigen allgemeinen Hinweisen, bleibe der Wissenschaftsrat konkrete Belege für diese Behauptungen schuldig, argumentiert die Rektorenkonferenz. Auch der Wunsch nach verstärktem Wettbewerb wird von der Rektorenkonferenz kritisch gesehen, da das Motto „jeder gegen jeden“ die unterschiedlichen Strukturen und Aufgabenstellungen der Universitäten vollkommen ausblenden würde.

 

In der Forderung nach einer Steuerungsmöglichkeit des Studienzugangs für die Universitäten sind sich Rektorenkonferenz und Wissenschaftsrat dagegen einig und auch der Empfehlung des Rates das Uni-Budget kontinuierlich um 100 Mio Euro pro Jahr zu erhöhen, stimmt die Rektorenkonferenz zu.

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