„Suchen Sie noch oder finden Sie schon“

Unter diesem plakativen Titel fand kürzlich im Großen Lesesaal der Hauptbibliothek eine Veranstaltung zum Thema Literatursuche und –beschaffung statt, die vom Arbeitskreis für Wissenschaft und Verantwortlichkeit und der UBI organisiert wurde. Trotz Fußball - WM und schönem Wetter fanden sich 80 interessierte Studierende und Lehrende beider Universitäten ein.
Dr. Eveline Pipp
Bild: Dr. Eveline Pipp

Die drei Vorträge drehten sich um die Themen Datenbanken, Elektronische Zeitschriften und Digitalisierung:

 

"Gezielt suchen statt blättern" - Literatursuche in Referenz- und Faktendatenbanken

„Ein zeitgemäßer Zugang zu wissenschaftlicher Fachliteratur muss sich, sowohl was die Suche nach Literaturhinweisen, als auch was den Zugang zu den Originaldokumenten betrifft, an der Suche in Google und ähnlichen Suchmaschinen orientieren“ so Dr. Eveline Pipp, Datenbankbeauftragte an der UBI, in ihrem Vortrag.

Ein direkter Zugang vom eigenen Arbeitsplatz-PC aus und Suchanfragen, die möglichst über eine browserbasierte, benutzerInnenfreundliche Suchoberfläche erfolgen, erleichtern die Literaturrecherche zusehends.

In ihrem Vortrag stellte Pipp vor, wie Links vom Literaturhinweis zum elektronischen Originaldokument oder zumindest zum Bestandesnachweis der gedruckten Zeitschrift eine direkte und rasche Dokumentenbeschaffung ermöglichen. Die UBI lizenziert derzeit ca. 100 Datenbanken aus den verschiedensten Fachgebieten.

 

"Wissenschaftliche Volltexte auf Knopfdruck"

In den letzten fünf Jahren ist auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Publikationswesens eine Entwicklung eingetreten, die oft als zweite Gutenberg'sche Revolution bezeichnet wird: zu den gedruckten Fachzeitschriften haben sich elektronische Versionen gesellt, die vielfach bereits die Papierausgaben abzulösen begonnen haben.

Dr. Heinz Hauffe, Leiter der Abt. für Datenbanken und Neue Medien an der UBI, argumentierte die wachsende Beliebtheit dieses Mediums mit der ubiquitären Verfügbarkeit der Volltexte von allen Arbeitsplätzen beider Universitäten und auch in der Verlinkung zu und von zitierten und zitierenden Quellen, sowie in ihrer Anreicherung durch Multimedia-Applikationen. 19.792 elektronische Zeitschriften stehen den Benützer/innen derzeit über die Elektronische Zeitschriftenbibliothek der UBI zur Verfügung.

 

"Was sind und wofür benötigen wir digitale Repositorien?"

Digitale Repositorien spielen in der Entwicklung einer moderenen digitalen Bibliothek eine entscheidende Rolle: In ihnen werden digitale Objekte langfristig bewahrt und den BenützerInnen zur Verfügung gestellt.

Der Vortrag skizzierte die internationale Diskussion zum Thema und widmete sich dem digitalen Bestandsaufbau an der UBI. Systematische Digitalisierung, Digitalisierung-on-Demand und das Sammeln von ePrints stellen dabei wichtige Bausteine am Weg zu einer umfassenden digitalen Bibliothek dar, so Dr. Günther Mühlberger, Leiter der Abt. für Digitalisierung und elektronische Archivierung der UBI.

Eine zentrale Rolle kommt dabei auch dem digitalen Repositorium "austrian literature online (alo)" zu, das bereits mehr als 10.000 Dokumente in Österreich darstellt. alo wird von der UBI, Abteilung für Digitalisierung und elektronische Archivierung, in Zusammenarbeit mit der UB Graz und der Universität Linz seit 2001 betrieben. Mit Unterstützung der EU und dem BM für Bildung, Kultur und Wissenschaft wird im Laufe des Jahres 2006 eine neue Version vom alo ans Netz gehen.