Schnitte!

Am Dienstag, dem 16. Mai, erlebte das Kurzfilmfestival „Schnitte!“, organisiert von einer vierköpfigen StudentInnengruppe in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Wissenschaft und Verantwortlichkeit“, im Hörsaal 4 der „GeiWi“ seine erste Auflage. Bei freiem Eintritt hatten die BesucherInnen die Gelegenheit, einen Eindruck vom kreativen Potenzial junger RegisseurInnen zu gewinnen.
Eine breite Palette filmerischen Schaffens wurde auf dem Kurzfilmfestival "Schnitte!" gezeigt.
Bild: Eine breite Palette filmerischen Schaffens wurde auf dem Kurzfilmfestival "Schnitte!" gezeigt.

Filmproduktion an und abseits der LFU

 

An der LFU bieten Lehrende verschiedener Institute und des Videostudios mit großem persönlichem Engagement Studierenden Anleitung und Raum, ihre kreativen Ideen selbst filmerisch umzusetzen. Ein bestehender reicher Fundus der (Kurz-)Filmproduktionen der letzten Jahre bezeugt das kreative Potenzial studentischer Filmemacher. Auf Eigeninitiativen Lehrender hin konnten in der Vergangenheit auch immer wieder Vorführungen der Produktionen stattfinden – Daneben gibt es aber auch eine Reihe von StudentInnen, die sich ihre Kenntnisse zur Gänze selbst aneignen.

 

Die FilmemacherInnen der verschiedenen Fakultäten ausfindig zu machen und in einem eigenen Festival zusammenbringen – daran arbeitete eine StudentInnengruppe seit Ende vergangenen Jahres. Unterstützung fand sie dabei vor allem beim Arbeitskreis „Wissenschaft und Verantwortlichkeit“.

Ziel war eine Veranstaltung, die in ihrer ersten Auflage einen Querschnitt durch das Filmschaffen an der und im Umfeld der LFU zeigen sollte. Den Studierenden sollte es ermöglicht werden, ihre Arbeiten einem breiteren Publikum vorzustellen. Als Veranstaltungsort wurde hierfür das „GeiWi“-Hauptgebäude gewählt.

 

Ein Querschnitt durch die Vielfalt (studentischen) Filmschaffens

 

Die etwa 90 BesucherInnen, die sich trotz des strahlenden Maiwetters gegen 18.00 Uhr zur Eröffnung des Kurzfilmfestivals „Schnitte!“ eingefunden hatten, erlebten dann ein abwechslungsreiches Programm: Präsentiert wurden neben zwei halbstündigen Dokumentationen („Lehrgrabung Aramus Armenien 2004“ von J. H. Pfisterer, in Zusammenarbeit mit dem Videostudio der LFU produziert, und „being umf“ von J. Breit, die einen Einblick in das Leben unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Hall bot) ein einstündiger Programmblock, der allein Kurzfilme von (ehemaligen) StudentInnen der LFU beinhaltete. Die „Eigenproduktionen“ umfassten Arbeiten von Studierenden der Architektur, Sozial- und Wirtschafts- sowie der Geisteswissenschaften und zeigten die vielfältigen Möglichkeiten des Mediums, sowohl in technischer als auch in inhaltlicher Hinsicht: Vom experimentellen Kurz- zum Animations- und Dokumentarfilm, manchmal politisch engagiert und kritisch, manchmal einfach nur witzig, auf jeden Fall abseits des Mainstreams - und zum Teil diesen gekonnt aufs Korn nehmend (wie in der Trilogie „L.E.O.“ von L. Matuella).

 

Der Großteil der FilmemacherInnen war bei der Vorführung anwesend. Insbesondere im abschließenden Kurzfilmteil nutzten sie die Gelegenheit, auch selbst zu Wort zu kommen und ihre Arbeiten persönlich vorzustellen und zu kommentieren.

 

Für das musikalische Rahmenprogramm konnten „Los Gurkos prod.“ gewonnen werden. Erwin Feyersinger, Redakteur von FLIM, einer Zeitschrift für Filmkultur, stellte diese im Rahmen des Festivals vor.

 

Engagement auch in Zukunft

 

Dr. Wolfgang Meixner vom Institut für Geschichte und Ethnologie, Koordinator des (ehemaligen) Wahlfachstudienganges „Medien in Theorie und Praxis“, führte in den Abend ein. In seiner Eröffnungsrede betonte er die Notwendigkeit der theoretischen Auseinandersetzung mit einem uns permanent umgebenden Medium. Um geeignete Rahmenbedingungen für das Arbeiten mit dem Medium Video an der LFU zu garantieren, sei neben dem privaten Idealismus und Engagement Lehrender und der (finanziellen) Unterstützung durch die Universität auch der Einsatz der Studierenden nötig: So hätten Studierende durchaus die Möglichkeit, über ihre VertreterInnen im Senat die Notwendigkeit medientheoretischer und –praktischer Lehrveranstaltungen und Ausstattung zu artikulieren.

 

Abschließend verlieh er seiner Hoffnung Ausdruck, dass es eine Neuauflage des Kurzfilmfestivals geben und damit Studierenden eine Plattform für ihre Arbeit geboten werde – eine Hoffnung, die die Veranstalter teilen.