Universitätszentrum Obergurgl wird erweitert

Die Umstrukturierung des Universitätszentrums Obergurgl hat sich gelohnt: Die Nächtigungszahlen 2005 sind im Vergleich zu 2004 von 10.317 auf 12.992 gestiegen. Die Zahl der Veranstaltungen wurde verfünffacht und auf 67 erhöht.
v.l. Vizerektor Tilmann Märk, Ruth Jochum-Gasser (Leiterin des Universitätszentrums Obergurgl) und Bgm. Ernst Schöpf haben das Universitätszentrum neu belebt.
Bild: v.l. Vizerektor Tilmann Märk, Ruth Jochum-Gasser (Leiterin des Universitätszentrums Obergurgl) und Bgm. Ernst Schöpf haben das Universitätszentrum neu belebt.

Mit der Erweiterung des Speisesaals von derzeit 70 auf 120 Sitzplätze, sowie der Vergrößerung der Lounge mit dem Einbau eines Heizkamins konnte die Nutzfläche um 100 Quadratmeter erweitert werden. Mit dem Umbau wurden zusätzlich die Entlüftungsbedingungen der Kellerräume optimiert. „Den Anforderungen an einen qualitätsvollen, internationalen Tagungsbetrieb wird mit diesen Baumaßnahmen auch räumlich entsprochen“, freut sich die Leitern Dr. Ruth Jochum-Gasser. Sie leitet seit drei Jahren das frühere Bundessportheim und heutige erfolgreiche sowie höchstgelegene Universitätszentrum Europas auf rund 2.000 Meter Seehöhe in Obergurgl.

 

Obergurgl als internationaler Tagungsort

„Obergurgl verbindet in den Alpen internationalen Wissenstransfer mit einem erstklassigen Service“, führt Rektor Manfried Gantner aus. Jeder zehnte Kongress in Obergurgl wird von der Universität Wien organisiert und bereits jede fünfte Veranstaltung wird von Universitäten aus Deutschland in Obergurgl abgehalten. Im Wettbewerb mit anderen Universitätszentren in Europa hat sich Obergurgl als offizieller Tagungsort der European Science Foundation (ESF) durchgesetzt. Die professionelle Kongressbetreuung gab den Ausschlag für die Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Die Vereinbarung mit dem ESF wurde für fünf Jahre mit einer Option auf Verlängerung für weitere fünf Jahre abgeschlossen. Heuer hat der ESF bereits fünf internationale Spitzentagungen auf den Gebieten der Physik, der Biophysik und der Umweltwissenschaften in Obergurgl fixiert.

 

„Wohlfühlfaktor garantiert Nutzerzufriedenheit“

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) wurde mit der Erweiterung des Universitätszentrums beauftragt. Die Bauarbeiten verliefen plangemäß. Der moderne Anbau aus Glas ergänzt den architektonisch gelungenen massiven Steinbau des Universitätszentrums ideal. Die Marktposition erlaubt der BIG, nicht ausschließlich kommerzielle Zwecke zu verfolgen, erläutert Christoph Stadlhuber, Geschäftsführer der BIG. „So nehmen Architektur, Kunst und Design in der BIG traditionell einen wichtigen Stellenwert ein. Aus der Betonung der baukünstlerischen Qualität und dem daraus resultierenden Mehrwert der Nutzer folgt dieser Wohlfühlfaktor, der die Nutzerzufriedenheit und damit nachhaltigen betriebswirtschaftlichen Erfolg gewährleistet.“

 

Teil des örtlichen Selbstverständnisses

Mag. Ernst Schöpf, Bürgermeister von Sölden und Absolvent der LFU Innsbruck, freut sich über die Entwicklung des Universitätszentrums Obergurgl: „Das Zentrum ist zu einer Stätte der internationalen Begegnung geworden.“ Die Zusammenarbeit zwischen Universität und Gemeinde sei sehr gut: „Dieses Universitätszentrum ist ein Teil des örtlichen Selbstverständnisses geworden. Wir freuen uns, dass Wissenschaftler aus allen Ländern zum Nachdenken, Lehren und Forschen zu uns in die Berge kommen.“ Das Universitätszentrum verfügt über 40 Gästezimmer und mehrere Veranstaltungsräume. Bei Engpässen stehen die Hotellerie und das Veranstaltungszentrum in Obergurgl bereit und für die Universität jederzeit offen.

 

Durch die Eröffnungsfeierlichkeiten führte Forschungsvizerektor Tilmann Märk, der älteste Nutzer des Universitätszentrums. „Ich habe dieses Zentrum bereits vor 50 Jahren als Gymnasiast auf einer Ski-Sportwoche kennen und schätzen gelernt. Es freut mich daher besonders, dass ich es heute als Vizerektor mit Forschung und Lehre zu einem Universitätszentrum mit einem internationalen, ausgezeichneten Ruf weiterentwickeln durfte“, resümiert Märk. Sein besonderer Dank ging an Fr. Dr. Ruth Jochum-Gasser, die dieses Zentrum wiederbelebt hat. Das Universitätszentrum ist dem Vizerektorat für Forschung unterstellt.

 

 

Der Zubau im Universitätszentrum Obergurgl in Zahlen

Errichtungskosten:                                                515.000 Euro inkl. MwSt. (ohne Einrichtung)

Bruttogeschoßfläche:                                            92,20 m2

Nettonutzfläche:                                                   80,67 m2

Planungsbeginn:                                                   Juni 2005

Baubeginn:                                                           14. September 2005

Fertigstellung:                                                       16. Dezember 2005

 

 

Highlights des Universitätszentrums 2005

  • Im Herbst 2005 wurde die Alpinmedizinische Station am Universitätszentrum Obergurgl unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Martin Burtscher mit Forschungsapparaturen für den regulären Forschungs-, Lehr- und Untersuchungsbetrieb ausgestattet.

 

  • Vom 1. bis 3. August 2005 wurden die Jungforschertage im Universitätszentrum Obergurgl organisiert. Dabei konnten fünfzehn Jugendliche im Alter von zehn bis vierzehn Jahren „echten Freilandbiologen“ über die Schulter schauen.

 

  • Vom 2. bis 3. September 2005 fand unter dem Vorsitz der Österreichischen UNESCO-Kommission eine Tagung zum Schutz des immateriellen Kulturerbes statt.