Uni Innsbruck wirbt über 7 Millionen Euro ein

Nach der erfolgreichen Beteiligung an zwei Ausschreibungen des Bildungsministeriums investiert die LFU Innsbruck insgesamt über 7 Millionen Euro in Forschung und Lehre. Der Großteil wird für eine neue Forschungsinfrastruktur verwendet.
Neues Elektromikroskop
Bild: Neues Elektromikroskop ermöglicht an der LFU Innsbruck Spitzenforschung im Bereich der Zell- und Entwicklungsbiologie

Das Bildungsministerium stellte im Rahmen der Ausschreibung „Finanzierungsanreize zur Förderung der Profilentwicklung der Universitäten“ und über ein Uni-Infrastrukturprogramm allen 21 Hochschulen zusätzliche Fördermittel zur Verfügung. Die LFU Innsbruck konnte sich im nationalen Konkurrenzkampf behaupten und erhielt insgesamt 7 Millionen Euro für die Jahre 2005 und 2006 zusätzlich vom Bildungsministerium.

 

Umsetzer werden belohnt

 

Nach dem Universitätsgesetz 2002 wurden vom jährlichen Globalbudget für die österreichischen Universitäten für das Jahr 2005 0,4 % und für das Jahr 2006 0,8 % einbehalten. Diese insgesamt 20,5 Millionen Euro wurden nun in einem offenen Wettbewerb an jene Universitäten verteilt, die sich im Hinblick auf die Umstrukturierung der Organisation und des Studienbereichs im Sinne der Profilentwicklung sehr gut entwickelt haben: „Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck hat ihre Hausaufgaben gemacht und schnelle Umsetzer werden durch diese Maßnahme belohnt“, erklärt Rektor Manfried Gantner.

 

Nachwuchs wird gefördert

 

Im Rahmen der Maßnahme „Finanzierungsanreize zur Förderung der Profilentwicklung der Universitäten“ erhielt die LFU Innsbruck für das Nachwuchsförderungsprogramm der LFUI, für die Umstellung des Studienangebots nach Bologna und für Universitätsbibliothek Neu insgesamt 1.846.000 Euro: „Wir haben mit diesen vier Projekten sehr gut und überproportional im Verhältnis zu unserer Größe abgeschnitten“, freut sich Rektor Gantner: „Mit dieser Zusatzfinanzierung werden neue Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten für qualifizierte Jungforscher geschaffen, neue zukunftsfähige Studien können entwickelt werden und eine zukunftorientierte Bibliothekslösung kann verwirklicht werden.“

 

Qualität der Infrastruktur ist entscheidend

 

Seit 2001 initiiert das Bildungsministerium Infrastrukturprogramme zur Unterstützung der Schwerpunktsetzung und Profilbildung an den Universitäten. Das Infrastrukturprogramm III (2005 und 2006) wurde mit 70 Millionen Euro veranschlagt. Die LFU Innsbruck war mit insgesamt 24 Projektanträgen in der Höhe von 5.247.600 Euro erfolgreich: „Die Qualität unserer Infrastruktur ist mitentscheidend für die Konkurrenzfähigkeit unserer Universität“, erklärt Prof. Tilmann Märk, Vizerektor für Forschung. Der Ausbau der Infrastruktur sei eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche universitäre Grundlagenforschung. Universitäten werden mit diesen Forschungsoffensiven auch zu attraktiven Partnern für Unternehmen.

 

Forschung srat definiert Zukunftsfelder

 

Die LFU Innsbruck hat sich besonders auf Anträge aus den definierten Zukunftsfeldern des Rates für Forschung und Technologieentwicklung in den Bereichen  Biowissenschaften, Nanotechnologien sowie Informations- und Kommunikationstechnologien konzentriert. Mit der Gründung des Centrums für Molekulare Biowissenschaften (CMBI) und dem Ausbau des Informatikschwerpunktes hat die LFU Innsbruck frühzeitig auf die aktuellen Entwicklungen in der Forschung reagiert.

 

Strukturbiologie und Bioanalytik werden forciert

 

Mit der Genehmigung eines 600-MHz NMR Spektrometers bietet sich der LFU Innsbruck die einmalige Chance, eine Vorreiterrolle in der Strukturbiologie und Analytik von Biomolekülen in Österreich einzunehmen: „Dieses Gerät stellt den neuesten Stand der Technik zur Erforschung der Struktur von Biomolekülen dar, auch von solchen, die an pathologischen Prozessen wie Tumorwachstum beteiligt sind“, so Prof. Klaus Bister, Leiter des CMBI. Die chemische Strukturbiologie und die Analyse bioaktiver Naturstoffe sind wesentliche Forschungsthemen des CMBI. Das neue Spektrometer wird gemeinsam von den Instituten für Organische Chemie, Biochemie und Pharmazie genutzt werden. Die Kosten für das leistungsfähige LC-SPE-NMR Gerät belaufen sich auf 990.000 Euro.

 

In einer Gesamtübersicht der Zuweisungen aus dem Infrastrukturprogramm III reiht sich die LFU Innsbruck direkt hinter den Wiener Universitäten ein: „Die LFU Innsbruck wird mit diesen Investitionen als attraktiver Forschungsstandort der Region gestärkt. Bestehende Forschungskooperationen werden abgesichert und neue damit ermöglicht“, so Gantner abschließend.