Innsbrucks jüngster Professor präsentierte sich der Öffentlichkeit

Mit einer Vorlesung über verbesserte Vermögensplanung, die auch den Lebenszyklus des Investors berücksichtigt, stellte sich der jüngste Professor* an der Leopold-Franzens-Universität Mittwochabend einem Publikum aus Politik und Wirtschaft sowie seiner Universität und ihren Angehörigen vor. Der 32-jährige ist Vorstand des Instituts für Betriebliche Finanzwirtschaft.
v.l. Dekan Stephan Laske, Neo-Prof. Michael Hanke, Rektor Manfried Gantner
Bild: v.l. Dekan Stephan Laske, Neo-Prof. Michael Hanke, Rektor Manfried Gantner

„Mit Michael Hanke haben wir einen guten Wissenschafter gefunden. Er ist derzeit der jüngste Professor an der Universität Innsbruck. Ich hoffe er bleibt uns lange erhalten“, hieß Rektor Manfried Gantner den neuen Professor willkommen. Seit Anfang Oktober 2004 ist Hanke in Innsbruck und hat sich schon als Institutsvorstand verdient gemacht.

  „Die Antrittsvorlesung hat an der Universität Tradition. Der neue Professor stellt sich vor und die Universität zeigt: das ist einer von uns“, begrüßte der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, Prof. Stephan Laske, die Zuhörer und den neuen Professor.

Mit seiner Antrittsvorlesung gab Michael Hanke Einblick in die Vermögensplanung. „Es existieren zwar relativ gute Rechenmodelle aus den 60er und 70er Jahren, diese lassen aber viele Aspekte unberücksichtigt“, weiß er aus der historischen Entwicklung seines Forschungsgebietes. Konnte man früher nur mit wenigen Annahmen rechnen, so sind heute – auch dank leistungsfähigerer Computer - dynamischere Modelle möglich. „Die zentrale Frage dreht sich darum, wie viel Geld in welche Anlageform investiert wird, also in Aktien, Anleihen, Immobilien etc.“, erklärt der neue Professor. Bei einem Unternehmen, das Geld investieren soll, ist das relativ leicht, da sich die Bedingungen im Laufe der Zeit kaum ändern. Bei einer Einzelperson, bei der sich im Laufe eines Lebens viel ändert, ist das nicht mehr so einfach.

Kinderwunsch und Eigenheim werden berücksichtigt

So müssen in der Vermögensplanung Faktoren wie der Wunsch nach einem Eigenheim, Kindern oder Zeiten der Arbeitslosigkeit mit eingerechnet werden. Das ist bisher nicht gemacht worden „Die Theorie war lange Zeit nicht praxisorientiert und daher leer. Die Praxis ohne dahinter liegender Theorie ist hingegen blind. Es kommt auf die Verknüpfung an“, erläutert Hanke. Mit einem Projekt, gemeinsam mit der WU Wien und der Uni Bozen will Hanke es schaffen, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen.

Bei der Berechung der Vermögensplanung werden jetzt viel mehr Faktoren berücksichtigt, als es bisher möglich war. Mit Hilfe des Computers werden dann Szenarien erarbeitet, die eine optimale Entscheidungshilfe für den Investor darstellen. „Als Ergebnis erhalten wir einerseits eine optimale Anlageentscheidung zum Planungszeitpunkt und andererseits Strategien und Anpassungsentscheidungen an die Lebensplanung“, erklärt Hanke. Erste Ergebnisse konnten bereits auf einem normalen PC errechnet werden. Auch Spezialfälle - wie etwa Börsencrashs - können schon berücksichtigt werden. „Es gibt aber noch einige Fragen zu klären, bis wir unser Endziel erreicht haben. Wir wollen im Laufe des nächsten Jahres ein Werkzeug schaffen, das dem Anlageberater die Finanzplanung erleichtert“, so der junge Professor abschließend.

*)Anmerkung: Prof. Anna Gamper ist die jüngste Professorin an der LFU