Uni Innsbruck ehrt Vorbilder und herausragende Persönlichkeiten

Zum alljährlichen „Großen Ehrungstag“ der Uni Innsbruck wurden bedeutende Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen ausgezeichnet. Sie alle haben sich wertvolle Verdienste um die Landesuniversität für Tirol, Südtirol und Vorarlberg erworben oder durch ihre wissenschaftliche Spitzenleistungen überzeugt.
Die Geehrten mit BM Hilde Zach, Rektor Gantner, VR Bänninger-Huber und VR Märk
Bild: Die Geehrten mit BM Hilde Zach, Rektor Gantner, VR Bänninger-Huber und VR Märk (fehlend Dr. Plunger)

Hohe Persönlichkeiten der Gesellschaft und der Universität waren am Samstag in die Aula gekommen, um dem „Großen Ehrungstag“ beizuwohnen.  „Heute ehren wir Menschen, die uns Vorbilder sein können. Wir alle benötigen Vorbilder und herausragende Persönlichkeiten, um in unserer heutigen Zeit nicht zu verflachen“, begrüßte Rektor Gantner die Anwesenden.

Landeshauptmann Herwig van Staa hielt stellvertretend die Worte im Namen der Geehrten. Dabei meinte er „bei meiner Laudatio wurde doch etwas übertrieben. Ich habe mich zwar immer bemüht, aber das habe ich als Bringschuld gesehen, denn ich habe dieser Universität enorm viel zu verdanken.“ Außerdem war van Staa erfreut, „dass die Universität sich nie als eine Uni verstanden hat, die nur Fachwissen vermittelt, sondern sich immer auch den Auftrag der Persönlichkeitsbildung gesetzt hat.“ In seinen Worten betonte er „dass es eine Elitenuniversität nicht nur geben kann, sondern geben muss.“ Jedoch besteht auch der Landeshauptmann wie Rektor Manfried Gantner auf der Basis einer virtuellen Eliteuniversität „die alle exzellenten Institute und Forscherpersönlichkeiten aller österreichischen Universitäten einbindet und so als ein österreichisches Netzwerk agiert.“

Die Ehrenzeichen der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck wurden heuer an Dr. Ester Cason-Angelini und Lois Weinberger vergeben.

Dr. Ester Cason Angelini

Vizerektorin Eva Bänninger-Huber stellte die Geehrte vor: „Dr. Ester Cason-Angelini setzt sich die Erforschung der kulturellen, kunsthistorischen, anthropologischen, geographischen und wirtschaftlichen Aspekte des Alpenraumes zum Ziel. Sie hat seit 1991 systematisch Kooperationen mit den Universitäten Padua, Venedig, Turin, Grenoble und Innsbruck aufgebaut“. Im Jahr 2000 hat Cason-Angelini das „Rete Montagna“, eine Vereinigung von Forschungseinrichtungen und Universitäten Italiens, Österreichs und Frankreichs ins Leben gerufen. In den letzten Jahren hat sich eine enge Forschungskooperation mit der Universität Innsbruck herausgebildet. Der erste Präsident des „Rete Montagna“ war Alt-Rektor Hans Moser und ab 2004 übernahm Rektor Manfried Gantner das Amt.

Lois Weinberger

Seit den 70er Jahren ist Lois Weinberger künstlerisch tätig und zählt heute mit seinem vielschichtigen künstlerischen Ansatz international zum Kreis der zentralen Künstlerpersönlichkeiten. 1999 entstand im Rahmen des Projekts „Kunst und Bau“ der Garten bei der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Im 2001 kreierte er als Teil eines Ausstellungsprojektes des Instituts für Kunstgeschichte radikal-minimalistische Schnitte am Vorplatz der Geisteswissenschaftlichen Fakultät.


Zu Ehrenbürgern der Universität wurden Dr. Hartwig Chromy, Dr. Werner Plunger und Baurat Prof. Hubert Prachensky ernannt.

Dr. Hartwig Chromy

Mit Dr. Hartwig Chromy, dem ehemaligen Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft, ehrt die Universität Innsbruck einen Mann aus Wien, der für Innsbruck jahrelang das Grundbedürfnis nach einer Heimstätte und vor allem einem gemeinsamen Dach für die Forschung und Lehre abgedeckt hat. „Wenn der Hausherr der Gebäude unserer Universität geehrt wird, muss das einen guten Grund haben“, erklärt Rektor Manfried Gantner anlässlich seiner Laudatio. Er hat die Universität in seiner Amtszeit immer bei ihren Anliegen und Bauvorhaben gefördert. Maßgeblich war er vor allem beim SOWI-Nebau, der Generalsanierung der Katholisch-Theologischen Fakultät, der Botanik sowie des Pulverturmareals am Institut für Sportwissenschaften, bei der Errichtung des Lernzentrums der Medizin und des ICT-Technologieparks sowie der Restaurierung und Adaptierung der Jesuitenkirche beteiligt.

Dr. Werner Plunger

„Eine Vielzahl von Initiativen, gemeinsamen Projekten und Institutionen belegen den unermüdlichen Einsatz von Dr. Plunger für eine dauerhafte Verbindung und ein intensives Zusammenwirken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“, freut sich Rektor Gantner über die gute Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung in vielen Bereichen, etwa bei Kongressen, Vorträgen, Austauschprogrammen, dem Wissenschaftspreis und bei der Gründung des neuen Italienzentrums.

Baurat Prof. Hubert Prachensky

Einer der bekanntesten Architekten Tirols ist Professor Hubert Prachensky. In seiner aktiven Zeit hat er über 20.000 wertvolle Pläne, Zeichnungen, Modelle und Aquarelle gesammelt. Diese Sammlung vertraute Hubert Prachensky vor kurzem dem Archiv für Baukunst der Uni Innsbruck an. „Wir haben jedoch die Ehrenbürgerschaft Hubert Prachensky’s ohne das Wissen um die bevorstehende Schenkung seiner Sammlungen beschlossen“, merkt Rektor Gantner an: „Es freut mich daher besonders, jenem Mann, der als Architekt das Stadtbild von Innsbruck wie kein anderer geprägt hat, einem Meisterschüler von Clemens Holzmeister, heute den Titel Ehrenbürger verleihen zu dürfen“, so Gantner.

DDr. Herwig van Staa

Landeshauptmann DDr. van Staa wurde zum Ehrensenator der Universität ernannt. „Nur wenigen hat die Universität Innsbruck so viel zu verdanken und in keinem anderen hat die Uni Innsbruck je einen stärkeren Fürsprecher und Berater gehabt als in ihm“, betont Rektor Gantner: „DDr. Herwig van Staa hat eine unvergleichlich enge und emotionale Bindung zur Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, die er bereits in seiner Studienzeit aufgebaut hat.“
„Herwig van Staa war immer ein Fürsprecher, Vordenker und Berater unserer Universität. Er hat immer mehr getan, als er tun musste“, erklärt Rektor Gantner: „Ich möchte mich heute bei ihm für seinen Einsatz für die Gemeinschaft, für seine Menschlichkeit und seine Energie bedanken.“

Univ.-Prof. i.R. Helmut Koziol

Das Ehrendoktorat der Rechtswissenschaften wurde an Prof. i.R. Dr. Helmut Koziol vergeben. „Er ist eine in jeder Hinsicht herausragende Persönlichkeit“, so Vizerektor Tilmann Märk in seiner Laudatio.Helmut Koziol gehört zu den bedeutendsten Privatrechtswissenschaftern Österreichs. Er übt international großen Einfluss aus, vor allem in Deutschland, aber auch auf Grund seiner Veröffentlichungen in englischer Sprache inzwischen auch weit über den deutschsprachigen Raum hinaus.

Pater Georg Sporschill SJ

„Georg Sporschill erhielt den Ehrendoktor der Universität Innsbruck für seinen Totaleinsatz in Sachen Menschlichkeit und Menschenrechte“, betont Vizerektor Tilmann Märk. „Seine Arbeit, getragen von seiner menschlichen Präsenz und seinem Charisma, rückt immer mehr ins Zentrum der Öffentlichkeit“, so Märk. So wurde er zum Österreicher des Jahres 2004 ernannt und Rumänien hat ihm die Ehrenstaatsbürgerschaft verliehen.