Energiequelle Stress

Sommer, Sonne, Urlaubszeit! Eigentlich sollten wir vor Kraft und Energie nur so strotzen. Aber bei Hektik und Stress im Büroalltag geht uns schon ab und an mal die Puste aus. Doch dass Stressreaktionen durchaus ihre positiven Seiten haben und als Energiequelle genutzt werden können, wissen die wenigsten!
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Stress hat für die meisten Menschen eine eher negative Bedeutung: man fühlt sich unter Druck gesetzt, ist nervös, ruhelos, wälzt das eine oder andere Problem vor sich her. Kurz: es geht uns nicht besonders gut. Und an allem ist der Stress Schuld. Doch ohne Stress gäbe es kein Leben! Die Stressreaktion ist eine für den Menschen evolutionsgeschichtlich sehr wichtige Kampf- und Fluchtstrategie, ein uraltes Verhaltensmuster unserer Körper. Durch Stress können Körperreaktionen innerhalb von Sekundenbruchteilen "aktiviert" werden. Diese Phasen der Anspannung und Entspannung sind von Mutter Natur vorgesehen, ein ökonomischer Wechsel zwischen Energiefreisetzung und Auffüllung der Energiereserven, der seit Urzeiten das Überleben von Mensch und Tier sichert.

Energiemanagement der Natur

Auch heute noch wird im Ernstfall, gleich wie vor Tausenden von Jahren, in unserem Körper eine Unmenge von Energie bereitgestellt. Dieses uralte Überlebensprogramm sagt dem Körper: Achtung, bereit machen zum Kampf oder zur Flucht. Solche Energieschübe sind wichtig, sie machen uns leistungsfähig und aktiv. Zugegeben, heutzutage muss niemand mehr um sein Leben rennen, um nicht als Abendessen verspeist zu werden. Der technische Fortschritt hat dafür gesorgt, dass eher geistige und emotionale Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung benötigt werden. Wie würde es wohl aussehen, wenn wir während einer wichtigen Besprechung plötzlich auf und davon laufen? Die Evolution hatte jedoch in diesem Fall leider etwas zu wenig Zeit, um den menschlichen Organismus den heutigen Anforderungen anzupassen. Nun liegt es an uns, zu lernen, diese freigewordenen Energien umzulenken, positiv zu nützen und daraus neue Kraft zu schöpfen.

Bewegung ist Energie

Bewegung ist wichtig für den Organismus, sie wirkt gegen Stress und Ermüdung und setzt angestaute Energien frei. Im Alltag gibt es genug Gelegenheiten, zwischendurch aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen, die Treppen zu benutzen oder den einen oder anderen Weg selbst zu erledigen. Schon ein paar Schritte auf und ab beim Telefonieren bringen 25 % mehr Sauerstoff ins Gehirn, sofort denkt es sich leichter! Angestaute Energie lässt sich positiv nutzen, indem man Dinge erledigt, die etwas mehr Schwung brauchen, wie aufräumen, putzen oder ähnliches. Gibt es keine Möglichkeit, den Energiepegel auf diese Weise auszugleichen, hilft manchmal auch mentales Training, um die Kontrolle in Stresssituationen bewahren. Es erfordert zwar einiges an Übung und Selbstdisziplin, lohnt sich aber allemal, mit Hilfe von positiven Gedanken das Aktivitätsniveau im Gleichgewicht zu halten. Die Risiken und Nebenwirkungen: Power und gute Laune!

Dies ist eine leicht geänderte Fassung eines Beitrags aus der aktuellen Nummer der Mitarbeiterzeitung Uniintern der Universität Innsbruck.