Ionenphysik in Innsbruck im „Auszeichnungsreigen“

Vizerektor Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. Tilmann Märk erhielt am Mittwoch das Ehrendoktorat der Comenius-Universität Bratislava. Die älteste slowakische Alma Mater würdigte Märks Pionierleistungen bei der Erforschung von Elementarteilchen.
Rektor der Comenius-Universität, Assoc.Prof.PHDr. Frantisek Gaher und der 100. Ehrendoktor der slowakischen Alma Mater, Vizerektor Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. Tilmann Märk
Bild: Rektor der Comenius-Universität, Assoc.Prof.PHDr. Frantisek Gaher und der 100. Ehrendoktor der slowakischen Alma Mater, Vizerektor Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. Tilmann Märk

„Heizung, Beleuchtung, Elektronik, Kommunikation, Fernsehen – ohne Elektronen ist all dieses nicht vorstellbar. Tilmann Märk hat einen Großteil seiner wissenschaftlichen Karriere unter anderem dem Verständnis der Elektronen, ihren Eigenschaften und ihren Wechselwirkungen gewidmet“, betonte der Rektor der Comenius-Universität, Assoc.Prof.PHDr. Frantisek Gaher. Die Verleihung war insgesamt ein „rundes Event“. Der Grund:  Märk ist der 100ste Ehrendoktor der Comenius-Universität.

Mit dem Ehrendoktorat setzt sich der internationale, wissenschaftliche Auszeichnungsreigen an Mitglieder des Institutes für Ionenphysik und Angewandte Physik der Leopold-Franzens-Universität fort. So erhielt Univ.-Prof. Dr. Erwin Hochmair 2004 das Ehrendoktorat der TU-München. Vorstand Märk bekam im Vorjahr das Ehrendoktorat der Université Claude Bernard in Lyon, die J. Heyrovsky Ehrenmedaille der Akademie der Wissenschaften der tschechischen Republik sowie die Goldene Ehrenmedaille der Comenius Universität Bratislava. In seiner Dankesrede  sagte Märk: „die Auszeichnung ist eine ganz besondere Ehre für mich und die Ionenphysiker in Innsbruck. Mit ihrem Land bin ich seit Beginn meiner wissenschaftlichen Karriere tief verbunden“. Das Ehrendoktorat nahm der 61jährige im Namen seiner gesamten Forschergruppe und aller Teamworker am Institut sowie international entgegen.

Zwischen dem Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik in Innsbruck sowie dem Team rund um Univ.-Prof. Dr. Sc. Peter Lukac von der Abteilung für Plasmaphysik der Comenius-Universität in der slowakischen Hauptstadt gibt es seit langen Jahren eine intensive Zusammenarbeit. „Wesentliche Erkenntnisse über die Ursache von Strahlenschäden in biologischen Materialien konnten durch sich gegenseitig ergänzende Untersuchungen in den beiden Labors in den letzten Jahren gemeinsam gewonnen werden“ so Märk und unterstrich damit die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Physikern der Comenius-Universität. Diese schlage sich in bisher rund hundert gemeinsamen Publikationen in international renommierten Journals nieder. Besonders erfolgreich und wichtig waren dabei gemeinsame Arbeiten in der Fusionstechnologie, ein Gebiet das vor kurzem zum Science-Thema des Jahres 2005 gewählt wurde.

Die Comenius-Universität vergibt jährlich nur ein Ehrendoktorat, und zwar an Persönlichkeiten, die international in Wissenschaft und Lehre anerkannt sind und deren Lebenswerk Humanismus, Demokratie sowie Völkerverständigung vorantreibt. Der Vizerektor und bisherige Institutsvorstand habe sich durch Forschungen im Bereich von Physik und Chemie von Clustern und Plasmen, Massenspektrometrie, Ionen- und Umweltphysik sowie Analytik samt einer breiten Palette praktischer Anwendungen aller Ergebnisse international einen hervorragenden Namen gemacht, so der Rektor der Comenius Universität in seiner Laudatio. Tilmann Märk und seine Koautoren veröffentlichten bisher mehr als 600 referierte Publikationen, davon bisher allein 30 in renommierten Top-Journals wie „Nature“, „Physical Review Letters“ oder „Angewandte Chemie Int.Ed.“. Märk begann seine wissenschaftliche Karriere in Innsbruck, war lange Jahre in den USA sowie weiteren Ländern in Forschung und Lehre tätig. Er erhielt bereits bisher eine Reihe wissenschaftlicher Auszeichnungen, unter anderem den Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.