Eduard-Wallnöfer-Preis 2005 der Tiroler Industrie verliehen

Dr. Florian Schaffenrath vom Institut für Sprachen und Literaturen der LFU erhielt kürzlich für seine „Erstausgabe der lateinischen Briefe des Priors des Stiftes Stams, Pater Benedikt Stephani, aus der Zeit zwischen 1640 und 1671“ Den Eduard-Wallnöfer-Preis 2005 für „Forschungs- und Studienprojekte“.
Obmann der Stiftung, Präsidenten Komm.-Rat Ing. Martin Huter überreicht den Preis an Dr. Florian Schaffenrath.
Bild: Obmann der Stiftung, Präsidenten Komm.-Rat Ing. Martin Huter überreicht den Preis an Dr. Florian Schaffenrath.

Im Archiv des Stiftes Stams befindet sich eine umfangreiche Handschrift, die 582 lateinische Briefe aus dem Zeitraum zwischen 1640 und 1671 enthält. Diese Briefe stammen aus der Feder eines der begnadetsten lateinischen Autoren Tirols, Benedikt Stephani.

Die Briefe des Stamser Priors stellen eine reichhaltige Quelle für historische, klostergeschichtliche, wirtschaftsgeschichtliche und kulturelle Informationen aller Art dar. Zudem sind die Briefe in einem an den großen Klassikern geschulten Latein verfasst, das Stephani, der auch durch lateinische Gedichte hervortrat, als Meister dieses Faches erkennen lässt.

 

„Tote Sprache“ wird wieder lebendig

Diese Briefe sollen nun in einer wissenschaftlichen Ausgabe einer interessierten breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Transkription der Texte gehen jeweils ausführliche Zusammenfassungen auf Deutsch voraus, sodass die Edition auch von einem breiteren Publikum mit Gewinn benutzt werden kann. Verzeichnisse erschließen die Namen sowie die wichtigsten Themen, um die die Gedanken des Priors kreisen. In einem kleinen Lexikon werden die wichtigsten, immer wieder vorkommenden Personen dieser Korrespondenz vorgestellt.

 

In der Einleitung werden die wichtigsten Voraussetzungen zum Verständnis der Briefe geschaffen. Die politische Geschichte Tirols ist ebenso Thema wie die innere Entwicklung des Klosters Stams und der Oberdeutschen Ordenskongregation. Die wirtschaftlichen Verflechtungen des Klosters sowie seine streitbare Position zwischen Brixen und Citeaux werden deutlich gemacht.

 

Auf Promotio sub auspiciis folgt Wallnöfer-Preis

Dieses Fenster in die Vergangenheit öffnet der Preisträger des diesjährigen Eduard-Wallnöfer-Preises, Dr. Florian Schaffenrath, der von 2002 bis 2005 an der LFU Innsbruck am Institut für Sprachen und Literaturen, Abteilung Latinistik, an dem Forschungsprojekt „Geschichte der Lateinischen Literatur in Tirol“ gearbeitet hat und nach seiner promotio sub auspiciis praesidentis seit Oktober 2005 als Assistent am selben Institut tätig ist.

Hilfe in der Not

Außerdem vergab die Eduard-Wallnöfer-Stiftung zwei Beiträge zur Linderung der ärgsten Not schwer getroffener Landsleute nach der Unwetterkatastrophe in Tirol. Die Beiträge von je € 5.000,-- aus Mitteln der Stiftung überreichte der Obmann, Komm.-Rat Martin Huter, am Dienstag, in Innsbruck an zwei schwer getroffene Familien aus dem Ortsteil Brandau in Kappl als Zeichen des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft.

Vertreter der Familien Josef und Rosemarie Handle sowie Richard und Monika Juen nahmen die Weihnachtsgabe aus der Stiftung des ehemaligen Landesvaters Eduard Wallnöfer entgegen.