Zierhofers Cochlea Implantate ausgezeichnet

Prof. Clemens Zierhofer von der LFU erhielt als erster Österreicher den mit 30.000 Euro dotierten Karl Heinz Beckurts-Preis 2005 für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Chochlea Implantate. Übergeben werden die Preise von Prof. Manfred Popp, Vorsitzender der Karl Heinz Beckurts-Stiftung, im Beisein des Bayerischen Staatsministers Dr. Thomas Goppel.
v.l. Prof. Manfred Popp überreicht den Preis an Prof. Clemens Zierhofer.
Bild: v.l. Prof. Manfred Popp überreicht den Preis an Prof. Clemens Zierhofer.

Professor Dr. Clemens Zierhofer vom Institut für Angewandte Physik der LFU Innsbruck hat wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung von Cochlea Implantaten geleistet und dabei insbesondere durch Einführung neuer Techniken und Geräte die Funktion dieser Implantate maßgeblich verbessert. Menschen mit Gehörlosigkeit als Folge des Ausfalls der Haarzellen des Innenohrs, die mechanische Vibrationen in elektrische Signale umwandeln, kann heute in vielen Fällen mit Hilfe von Cochlea Implantaten geholfen werden. Dabei wird der Hörnerv durch Elektroden in der Cochlea direkt elektrisch stimuliert. Professor Zierhofer gelang es, elektronische Implantatschaltungen zu entwickeln, die mehrere Stimulationsorte, so genannte Kanäle, zugleich anregen. Durch eine spezielle Aufbereitung des Hörsignals wurden die Implantate so weit optimiert, dass sie auch in geräuschvoller Umgebung gut funktionieren. Durch die praxisorientierte Forschung Zierhofers konnten in relativ kurzen Zeitabschnitten Innovationen in den klinischen Alltag umgesetzt werden. Er hat es geschafft, alltagstaugliche, kompakte und leistungsfähige Implantate für die Firma MED-El GmbH zu entwickeln. Insgesamt profitieren weltweit mehr als 12.000 PatientInnen von den von Zierhofer entwickelten Implantaten.

 

Zur Person:

Clemens Zierhofer, geboren 1962 in Innsbruck, absolvierte ein Studium der Elektrotechnik an der TU Wien. Bereits in seiner Dissertation 1989 mit dem Titel: „Implantat zur kombinierten analogen und pulsatilen Elektrostimulation des Hörnervs“ hat sich sein weiterer beruflicher Weg abgezeichnet. 1995 habilitierte sich Zierhofer im Fach Angewandte Physik an der LFU Innsbruck. Bereits seit dem Jahr 1986 ist Zierhofer in wissenschaflticher Funktion an der LFU tätig. Seit 1993 ist er Konsulent der Firma MED-EL Innsbruck auf dem Gebiet der Innenohrprothesen. Von 2001 bis 2004 war Zierhofer Leitender Entwicklungsingenieur bei der Firma MED-EL. Seit 2004 ist er nun A.o. Univ.-Prof. am Institut für Angewandte Physik der LFU und seit 2005 Leiter des Christian-Doppler-Labors für „Aktive Implantierbare Systeme“, eingerichtet am Institut für Angewandte Physik der LFU Innsbruck.

Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Die Karl Heinz Beckurts-Stiftung wurde 1987 von der heutigen Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren gegründet, um den Forscher und Manager Karl Heinz Beckurts, der 1986 einem Terroranschlag zum Opfer gefallen ist, zu ehren und das Andenken an ihn wach zu halten. Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Wirtschaft brachten gemeinsam die Mittel für eine Stiftung auf, die sich vor allem die Förderung der Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zum Ziel gesetzt hat. Weitere Informationen zur Karl Heinz Beckurts-Stiftung können Sie im Internet unter http://www.beckurts-stiftung.de abrufen.

 

Weitere Preisträger

Der Karl Heinz Beckurts-Preis 2005 wird jährlich für herausragende wissenschaftlich-technische Leistungen, von denen Impulse für die industrielle Innovation ausgegangen oder zu erwarten sind, vergeben. Die Preisträger im Einzelnen:

 

     Prof. Friedrich Kremer , Direktor des Instituts für Experimentalphysik, Universität Leipzig, erhielt den Beckurts-Preis für seine exzellenten Arbeiten auf dem Gebiet der breitbandigen dielektrischen Spektroskopie sowie deren industriellen Umsetzung.

     Prof. Arne Skerra , Ordinarius am Lehrstuhl für Biologische Chemie, Technische Universität München, Freising-Weihenstephan, erhielt den Beckurts-Preis für seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiet des Protein-Designs.

 

Ein weiterer Höhepunkt war die Verleihung der Lehrerpreise 2005 durch Prof. Jürgen Mlynek, den Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, an 11 GymnasiallehrerInnen. Die Lehrerpreise werden von der Helmholtz-Gemeinschaft gestiftet und durch die Karl Heinz Beckurts-Stiftung vergeben. Sie würdigen besondere Verdienste im naturwissenschaftlichen Unterricht. Ausgezeichnet werden PädagogInnen, die sich um die Anregung ihrer SchülerInnen zu eigenen wissenschaftlichen Arbeiten verdient gemacht haben.

Die Veranstaltung wurde abgerundet durch einen Vortrag über „Traum, Idee, Realität – Thesen zur Wissenschaftspolitik“ von Prof. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und die Präsentation der Arbeiten durch die diesjährigen Karl Heinz Beckurts-Preisträger.