LFU Innsbruck setzt Nachwuchsaktion 2005 fort

Zum ersten Mal vergab heute die Unleitung der LFU Innsbruck die Nachwuchsförderung 2005 an Forschende. Im Oktober gingen die Förderungen an Doktoratsstudierende. Heute übergaben Rektor Manfried Gantner und Forschungsvizerektor Tilmann Märk die Förderungen an bereits Promovierte.
v.r. Rektor Manfried Gantner freut sich mit Dr. Doris Peham über ihren Erfolg.
Bild: v.r. Rektor Manfried Gantner freut sich mit Dr. Doris Peham über ihren Erfolg.

Mit einer Million Euro aus dem laufenden Budget wird die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck im Jahr 2005 unterstützt. Heute wurden erstmals durch diese österreichweit einzigartige Initiative an sieben Forschende universitätsinterne Förderungen für deren viel versprechende Projekte vergeben.

 

„Die LFU Innsbruck hat sich gewandelt“, freut sich Rektor Manfried Gantner bei der Übergabe: „Das Budget für die Forschung war noch nie so hoch. Wir wollen die verborgenen Schätze unserer Universität sichten und hegen. Unsere NachwuchswissenschafterInnen sind die Vertreter und Verteterinnnen unserer Zukunft. Sie sollen Rahmenbedingungen vorfinden, um Höchstleistungen erbringen zu können“, versichert Gantner.

 

Chance auf Förderung doppelt so groß wie beim FWF

„Die AntragstellerInnen hatten eine 50 Prozent Chance auf Bewilligung ihres Projektantrages“, berichtet Forschungsvizerektor Märk. Sechs von zwölf eingereichte Anträge wurden aufgrund intensiver Begutachtung bewilligt. Kriterien für die Auswahl sind die Qualität des Antrages sowie der bisherige wissenschaftliche Werdegang. „Diese Antragsstellung ist für Sie sozusagen ein Trainingslauf für einen späteren FWF-Antrag“, motiviert Märk.

 

Erfolgreiche Projektanträge

 

Dr. Judith Rollinger vom Institut für Pharmazie erhielt 25.000 Euro für ihr Projekt: „Computer-unterstützte Techniken zum Aufspüren von bioaktiven Verbindungen“. Mit Hilfe von computerunterstützten Methoden werden zielgerichtet pflanzliche Naturstoffe und bioaktive Verbindungen aufgespürt. Dadurch wird ein besserer Einblick in den molekularen Wirkmechanismus ermöglicht. Die effiziente Suche nach potentiellen Arzneistoffkandidaten aus dem Naturstoffbereich wird so forciert. Im Projekt werden u.a. Arzneistoffe zur Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen wie etwa die Alzheimer Erkrankung sowie Naturstoffe mit antiviraler Aktivität gegenüber Rhinoviren (=Schnupfenviren) gesucht. Rollinger erhielt dafür kürzlich den PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis 2005. Sie besitzt bereits zwei Patente.

 

Das Projekt: „Implementierung von Signalverarbeitungs-Strategien für Defibrillatoren“   von Dr. Martin Zwicknagl (Institut für Informatik), dotiert mit 5.000 Euro soll Menschenleben retten. Hintergrund des Projektes: Jährlich sterben ca. 15.000 ÖsterreicherInnen an plötzlichem Herztod. Ungefähr ein Drittel dieser Fälle ereignen sich außerhalb eines Krankenhauses. Ohne Einsatz eines Defibrillators beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Atem-Kreislaufstillstand 10%. Durch den rechtzeitigen Einsatz eines Defibrillators kann die Überlebenswahrscheinlichkeit auf bis zu 70% gesteigert werden. Im Zuge des Projektes wird eine Open Source Software für halbautomatische Defibrillatoren mit Flimmerkennung entwickelt. Diese Software soll einem Patienten eine mindestens gleich hohe Überlebenswahrscheinlichkeit bieten als die kommerziell erhältlichen Produkte mit „nicht zugänglicher Software“.

 

Dr. Florian Juen und Dr. Doris Peham,   beide   vom Institut für Psychologie, erhielten gemeinsam 10.000,- Euro für ihr Projekt „Emotionserkennungstests für Kinder“. Mit dem Projekt soll aufbauend auf Vorarbeiten ein neues und bisher einzigartiges Instrument entstehen, das es erlaubt die Fähigkeit des Erkennens von Emotionen auch in der Kindheit objektiv erfassbar zu machen. Dazu wird in Kindergärten Videomaterial von Kindern in sozialen Interaktionen aufgezeichnet. Im Anschluss werden diverse Gesichtsausdrucksmuster objektiv codiert. Diese Standbilder werden dann systematisch zu einem Testverfahren zusammengestellt. Ziel des Projekts ist es, „echte“ Emotionsmuster für die sieben Basisemotionen Freude, Trauer, Ärger, Angst, Ekel, Überraschung und Verachtung festzulegen.

 

 

Zum Förderprogramm

Aufbauend auf exzellenten Doktoratsprogrammen sollen ForscherInnen, die sich für eine Universitätskarriere an der LFUI entschlossen haben, entsprechende Voraussetzungen vorfinden, die dazu führen, dass nach der Promotion erfolgreiche Forschungskarrieren möglich werden. Dazu gehören unter anderem sowohl strukturelle als auch inhaltliche Anreize. Als forschungsorientierte Universität legt die LFU besonderen Wert auf eine durchgängige wissenschaftliche Karriere.

 

Die Forschungsförderungsmittel werden in zwei Tranchen ausgeschrieben. Gefördert werden künftige Forschungsprojekte aus allen Fachgebieten mit einem Gesamtbetrag von 300.00 Euro im Jahr 2005. Die beantragte Fördersumme pro Projekt ist maximal € 30 000.-. Antragsberechtigt sind alle jungen promovierten WissenschaftlerInnen der LFU, die eine Habilitation anstreben. Diese Förderung ist als Anschubfinanzierung für die wissenschaftliche Laufbahn von jungen wissenschaftlichen MitarbeiterInnen gedacht. Aufbauend auf die gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen sollte aus dieser Förderung ein erfolgreicher Forschungsantrag bei Förderstellen wie dem FWF oder der EU möglich werden.