Uni Innsbruck ehrt verdiente Persönlichkeiten

Beim Dies Academicus wurden heute sechs Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft ausgezeichnet. Die Geehrten haben sich alle wertvolle Verdienste um die Universität Innsbruck erworben und durch ihre wissenschaftlichen Spitzenleistungen überzeugt. Die Ehrendoktorate gingen an den Physiker Olof Echt und den Theologen Luis Gutheinz.
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Bild: Die beim Dies Academicus 2014 Geehrten mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, darunter Landtagspräsident Herwig van Staa und IV-Präsident Reinhard Schretter sowie Vertreterinnen und Vertreter vieler Partneruniversitäten und Hochschulen aus dem In- und Ausland wohnten am Freitag, 27. Juni, dem Dies Academicus in der Aula der Universität Innsbruck bei. Rektor Tilmann Märk betonte in seiner Festansprache die positive Entwicklung der Universität Innsbruck. „Wir konnten unsere nationale und internationale Spitzenposition noch weiter ausbauen und zählen zu den 250 besten Universitäten der Welt“, zeigte sich Märk stolz. „Dieser positive Weg zeigt sich beispielsweise in der Eingliederung drei ehemaliger Institute der Österreichischen Akademie der Wissenschaften oder der Schaffung einer eigenen Fakultät für LehrerInnenbildung, der School of Education.“ Auch die fruchtbare Zusammenarbeit am Hochschulstandort strich Rektor Märk hervor und verwies auf die Schaffung neuer gemeinsamer Studienmöglichkeiten. Ohne die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Studierenden und auch insbesondere jener Personen, die der Universität nahe stehen, sei dieser kontinuierlich positive Weg der Uni Innsbruck nicht möglich. „Daher möchten wir den heutigen Dies Academicus zum Anlass nehmen, um diesen Menschen für ihre hervorragenden Leistungen und ihr außergewöhnliches Engagement zu danken.“

Seit dem Jahr 1848 ist der Große Ehrungstag ein fester Bestandteil des Akademischen Jahres an der Universität Innsbruck. Heute wird dieser Tag zum dritten Mal als Dies Academicus mit entsprechenden öffentlichen Fachvorträgen der neuen Ehrendoktoren am Nachmittag begangen.

Die Geehrten sind:

Ehrendoktorat der Naturwissenschaften

  • Prof. Dr. Olof Echt, Durham/USA
    Prof. Dr. Olof Echt ist Professor am Department of Physics and Materials Science Program an der University New Hampshire (USA) und ein international angesehener Experte auf dem Gebiet der Edelgascluster, der Stabilität und des Zerfalls von einfach- und mehrfach geladenen Edelgas- und Molekülcluster und der Eigenschaften von Fullerenen. Seit Beginn der 90er Jahre hält Olof Echt Lehrveranstaltungen am Institut für Ionenphysik und Angewandte Physik der Universität Innsbruck und ist dort seit 1996 regelmäßig bestellter Gastprofessor. Die Absolventinnen und Absolventen des Instituts – Olof Echt betreute dort mehr als 30 Diplomarbeiten und Dissertationen – verdanken ihm wesentliche Einsichten bei der Durchführung und Interpretation von Experimenten über die Erzeugung und Eigenschaften von Nanoteilchen. Im Rahmen seiner intensiven Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck gingen auch 78 Veröffentlichungen in referierten wissenschaftlichen Zeitschriften hervor, die Echt gemeinsam mit Innsbrucker Wissenschaftlern verfasst hat. Das Ehrendoktorat der Universität Innsbruck wurde ihm in Würdigung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und seiner Verdienste um die Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck verliehen.

Ehrendoktorat der Theologie

  • Prof. P. Dr. Dr. h.c. Luis Gutheinz SJ, Taipei/Taiwan
    Luis Gutheinz (*1933) lebt seit rund 50 Jahren im asiatischen Raum und hat sich dort mit außerordentlichem Maß für die Theologie und die Universität Innsbruck eingesetzt. Seit 1974 unterrichtete er an der Theologischen Fu-Jen Universität in Taipei auf Taiwan und in Festland-China, vor allem in Priesterseminaren. Gutheinz hat die Notwendigkeit erkannt, dass die theologische Wissenschaft in China solider Fundamente in chinesischer Sprache bedarf. Mit seiner Arbeit hat er dazu beigetragen, dass die chinesische Bevölkerung in ihrer Sprache das grundlegende Handwerkszeug für theologische Studien und Forschungen entwickeln konnte. Luis Gutheinz kann somit als „Brückenbauer“ bezeichnet werden, der einen bleibenden Beitrag zur Verständigung der Völker und Glaubensrichtungen über Kontinente hinweg geleistet hat. Trotz seiner bereits langen Abwesenheit ist er in vielfacher Weise mit seiner Heimat und der Universität Innsbruck, insbesondere mit der Theologischen Fakultät, verbunden. Als Gastvotragender ist er immer wieder in Innsbruck anzutreffen. Besonders beeindruckend sind seine Visionen, für einen immensen Sprach- und Kulturraum zuverlässige Arbeitsinstrumente auf lange Sicht hin zu schaffen, und die Weise, wie er sie mit unglaublichem Fleiß, hoher Qualität und großem Weitblick umgesetzt hat.

EhrensenatorInnen

  • Dr. Maria Berger
    Maria Berger (*1956) ist Richterin am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Ihr Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre schloss die gebürtige Oberösterreicherin 1979 an der Universität Innsbruck ab, danach arbeitete sie bis 1984 als Universitätsassistentin an der Juridischen Fakultät. Ihre Verbundenheit mit der Universität Innsbruck ist auch in ihrer weiteren Laufbahn – Wissenschaftsministerium, Bundeskanzleramt, EFTA, Vizepräsidentin der Donau-Uni Krems, Abgeordnete zum Europäischen Parlament, Justizministerin und nun Richterin in Luxemburg – nie ganz abgerissen: Bei Teilnahmen an Konferenzen in Innsbruck und durch Besuche durch Studierendengruppen in Brüssel und Luxemburg, die sie mehrfach ermöglicht hat, bietet sie einen wichtigen Einblick in ihre Arbeit.
  • Dr. Yorck Schmidt
    Yorck Schmidt (*1965) wurde in Mexiko geboren und studierte an der Universität Innsbruck Betriebswirtschaftslehre. Bereits in jungen Jahren war er beruflich außerordentlich erfolgreich und in leitender Funktion für verschiedene internationale Konzerne tätigt. Heute ist er Vorstandsmitglied im internationalen Maschinenbau-Unternehmen Lenze SE. Yorck Schmidt ist seit vielen Jahren Mitglied im Vorstand des Deutschen Freundeskreises der Universitäten in Innsbruck e.V. und seit 2011 dessen Vorsitzender. In dieser Funktion hat er sich in besonderem Maße um die Förderung der Universität Innsbruck verdient gemacht.
  • o. Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg, Innsbruck
    In seiner Funktion als Landesrat für Gesundheit, Pflege, Wissenschaft und Forschung hat Bernhard Tilg (*1967) seit 2007 die zentrale Bedeutung des Themas Wissenschaft stets hervorgehoben und maßgeblich zu einer stärkeren gesellschaftlichen Akzeptanz wissenschaftlicher Leistungen in Tirol beigetragen. Neben dieser ideellen Verbundenheit zeigt sich das außerordentliche Engagement Bernhard Tilgs auch in der materiellen Förderung der Universität Innsbruck: Durch seine Initiativen zur Schaffung von Stiftungsprofessuren oder die Erhöhung des Fördervolumens des Tiroler Wissenschaftsfonds leistet Tilg einen wichtigen Beitrag zu einer erfolgreichen Entwicklung der Universität Innsbruck.

Ehrenbürger

  • Dr. Günther Andergassen
    Günther Andergassen (*1948) ist Direktor der Abteilung Bildungsförderung, Universität und Forschung in der Südtiroler Landesverwaltung. In dieser Funktion hat er den Südtiroler Wissenschaftsfonds aufgebaut und zur Vernetzung der österreichischen und italienischen Forschungs-Förderungseinrichtungen beigetragen. Außerdem hat er Voraussetzungen für den Austausch von Studierenden und Lehrenden geschaffen und damit sehr zur Intensivierung der Beziehungen innerhalb der EUREGIO beigetragen – Punkte, die auch an der Universität Innsbruck hohe Priorität besitzen.

Auszeichnungen für Studierende

Im Rahmen der Ehrungen wurden auch wieder die Best Student Paper Awards an junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Uni Innsbruck verliehen. Ing. Dr. Gregor Burger MSc., Verena Gebhart, MA, Mag. Mag. Stefan Häussler, Mag. Roberta Hofer, Mag. Moritz Schennach und Leonid Sidorenkov, PhD erhielten jeweils 1000 Euro, zur Verfügung gestellt von MED-EL.

Am Nachmittag wurde der Dies Academicus mit Festvorträgen der Ehrendoktoren und der Verleihung der Studienförderungspreise des Deutschen Freundeskreises der Universitäten in Innsbruck fortgesetzt.