Enge Bindungen in Forschung und Lehre

Vor zehn Jahren wurde aus der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck eine eigenständige Universität. Neben gemeinschaftlich genutzten Gebäuden und gemeinsamen Lehrangeboten, sind es vor allem die vielfältigen Kooperationen in der Forschung, die die beiden Innsbrucker Universitäten auch heute eng verbinden.
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Bild: Forscherinnen und Forscher der beiden Universitäten kooperieren in vielen Bereichen, wie etwa auch im neuen Centrum für Chemie und Biomedizin.

Die Gründung der Medizinischen Universität Innsbruck datiert auf den 1. Januar 2004. Im Universitätsgesetz 2002 legt der Gesetzgeber fest, dass die medizinischen Fakultäten an den österreichischen Universitäten fortan als selbständige Universitäten zu führen sind. Trotz der institutionellen Trennung sind die nunmehr zwei Innsbrucker Universitäten weiter eng miteinander verbunden. Die gemeinsamen Bande sind sehr vielfältig und reichen weit über die fachlich naheliegenden Kooperationen zwischen Medizin und Naturwissenschaften hinaus. Auch in den geisteswissenschaftlichen, juristischen, ökonomischen und theologischen Fächer gibt es viele Anknüpfungspunkte für Kooperationen. Das zeigt zum Beispiel der vor kurzem gestartete gemeinsame Universitätslehrgang zu Medizinrecht.

Gemeinsame Forschung

Besonders eng ist die Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der beiden Universitäten in der Forschung. Aktuell werden Forschungsprojekte im Umfang von rund 12 Millionen Euro gemeinsam durchgeführt. Dazu kommt das K1 Zentrum Oncotyrol, das allein 13 Millionen Euro an Forschungsmitteln umfasst. Ein gemeinsamer Spezialforschungsbereich zur Erforschung chronischer Erkrankungen des zentralen Nervensystems wurde 2010 erfolgreich gestartet. Auch viele vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanzierte Einzelprojekte werden gemeinsam durchgeführt, so aktuell etwa die Suche nach einem Bioklebstoff durch Innsbrucker Zoologen um Dr. Peter Ladurner, der besonders für die Medizin von großem Interesse wäre. Traditionell eng ist die Zusammenarbeit zwischen Pharmazeutinnen und Pharmazeuten und Forschenden an der Medizinischen Universität. Auch das Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung kooperiert in mehreren Projekten mit Medizinerinnen und Medizinern.
Etliche gemeinsame Projekte fördert auch die Standortagentur Tirol. So arbeiten Forscher um Prof. Georg Wick von der Medizinischen Universität und Dr. Peter Berger vom Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung gemeinsam an Strategien zur Prävention und Behandlung von Arteriosklerose. Prof. Christian Huck vom Institut für Analytische Chemie und Radiochemie und Prof. Florian Kronenberg von der Medizin-Uni forschen zum Plattenepithelkarzinom. Prof. Kronenberg von der Sektion Genetische Epidemiologie pflegt darüber hinaus sehr enge Kontakte zum Institut für Informatik der Leopold-Franzens-Universität. Dort werden Datenbankanwendungen entwickelt, mit denen enorme Datenmengen aus vergleichenden DNA-Analysen gespeichert und analysiert werden können.

Kooperation in der Lehre

Im Bereich der postgradualen Ausbildung werden drei vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderte Doktoratskollegs gemeinsam durchgeführt. Alle drei werden von Forschern an der Medizinischen Universität koordiniert: das neurowissenschaftliche Kolleg SPIN, das molekularbiologische Programm MCBO und das infektionsmedizinische Doktoratsprogamm HOROS. Forscherinnen und Forscher der Fakultäten für Biologie und für Chemie und Pharmazie der Leopold-Franzens-Universität sind an allen drei Programmen beteiligt. Mitglieder des Forschungsinstituts für Biomedizinische Alternsforschung unterstützen darüber hinaus das neue Doktoratsprogramm zum Altern an der Medizinischen Universität.

Die Medizinische Universität Innsbruck feiert heute, Freitag, ihr rundes Jubiläum mit einem großen Fest im Centrum für Chemie und Biomedizin (CCB) am Innrain. Wir gratulieren und wünschen eine schöne Feier!