Zukunftsweisende Kooperationen bewilligt

Insgesamt neun Projekte der Universität Innsbruck und sechs weitere, an denen die Universität beteiligt ist, werden aus den Strukturmitteln des Wissenschaftsministeriums gefördert. Die Universität Innsbruck ist jene Universität mit den meisten bewilligten Projekten.
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Bild: Insgesamt profitiert die Universität Innsbruck von ungefähr 3,5 Millionen Euro aus den Strukturmitteln des Wissenschaftsministeriums für Kooperationen.

Der österreichische Hochschulplan soll Stärken bündeln und Universitätsprofile schärfen. Diesen Vorgaben trägt die Vergabe von 48 Millionen Euro für Kooperationsvorhaben in Lehre und Forschung im Rahmen der Hochschulraum-Strukturmittel Rechnung. Von der Universität Innsbruck wurden insgesamt neun eingereichte Forschungs- und Lehreprojekte mit einem Gesamtvolumen von 2,8 Mio. Euro bewilligt, an weiteren sechs Projekten ist die Universität als Kooperationspartnerin beteiligt. Inklusive der Projektbeteiligungen gehen damit insgesamt rund 3,5 Mio. Euro an die Universität Innsbruck. Innsbruck ist damit auch jene Universität mit den meisten bewilligten Kooperationsprojekten. „Dass so viele unserer Projekte gefördert werden, bestätigt die Qualität von Forschung und Lehre an unserer Universität, zeigt die gute Vernetzung unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und letztlich auch die engagierte Antragstellung durch die beteiligten Forscherinnen, Forscher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektservicebüros. Gemeinsam ist die österreichische Hochschullandschaft stärker“, freut sich Rektor Tilmann Märk. Antragsberechtigt waren alle österreichischen öffentlichen Universitäten, Voraussetzung für die Vergabe der Projektmittel ist die Beteiligung mindestens einer weiteren Institution aus den Bereichen Wissenschaft, Hochschulen, Kunst und Kultur oder der Wirtschaft. Im Oktober wird über die Vergabe von weiteren 15 Millionen Euro für Kooperationsprojekte in der Verwaltung entschieden.

Die von der Universität Innsbruck beantragten und nun geförderten Kooperationsprojekte sind:

  • Quanten-Nano-Zentrum Tirol (QNZT): Prof. Rainer Blatt, Prof. Gregor Weihs, Prof. Gerhard Kirchmair
    Mechanik, Elektronik, Photonik und Quantentechnologien der Zukunft arbeiten auf der Mikro- und Nanoskala. Die drei Forschungsgruppen Quantenoptik und Spektroskopie, Photonik und Supraleitende Quantenelektronik benötigen für konkurrenzfähige Forschung eine lokale Nanofabrikation. Dafür wird das Quanten-Nano-Zentrum Tirol (QNZT) aufgebaut, eine Reinrauminfrastruktur mit modernsten Geräten. Erste geplante Projekte umfassen Mikro-Ionenfallen, supraleitende Qubits, und quantenoptische Nanostrukturen. Dadurch wird weltweit die Sichtbarkeit der Innsbrucker Physik im Nanotechnologiebereich ausgebaut. Kooperationspartner der Universität ist das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

  • KLIMAGRO: Prof. Ulrike Tappeiner
    Die Auswirkungen des Globalen Wandels sind einer der wichtigsten Kernpunkte sowohl der politischen als auch der wissenschaftlichen Agenda. Ziel von KLIMAGRO ist, in einem innovativen räumlichen Forschungsansatz, wesentliche Kenngrößen des Wasserhaushaltes vergleichend an der feuchteren Nordabdachung und der trockeneren Südabdachung der Alpen zu quantifizieren und die Auswirkungen unterschiedlicher landwirtschaftlicher Nutzung unter dem prognostizierten Klimawandel zu untersuchen. Kooperationspartner sind die Freie Universität Bozen und die EURAC.

  • Masterstudium AstroMundus: Prof. Sabine Schindler
    Das von der EU im Rahmen von ERASMUS MUNDUS geförderte und von der Universität Innsbruck koordinierte Masterprogramm AstroMundus bietet ausgewählten Studierenden eine Exzellenzausbildung im Bereich der Astrophysik. Dieses einzigartige Programm in Europa und das erste von Österreich koordinierte ERASMUS-MUNDUS-Programm bietet den Studierenden die Gelegenheit, fünf verschiedene Universitäten (Innsbruck, Padua, Rom, Göttingen, Belgrad) zu besuchen und dort jeweils einen Teil Ihres Studiums zu absolvieren. Partner der Universität Innsbruck sind die Universität Padua, die Universität Roma Tor Vergata, die Universität Göttingen, die Universität Belgrad und die Europäische Kommission.

  • Doktoratsschule Wirtschaftsrecht der Universitäten Graz, Innsbruck und Salzburg: Prof. Arno Kahl
    Ziel der universitätsübergreifenden Kooperation in Gestalt der stipendienfinanzierten Doktoratsschule ist es, ein expertenvernetztes ForscherInnennetzwerk zu gründen, das es den DoktorandInnen ermöglicht, wissenschaftliche Diskurse über die jeweils eigene Fakultät hinaus auf höchstem Niveau zu führen. Es wird die Gelegenheit geboten, ihre Forschungen österreichweit zu betreiben und ihre Forschungsfragen in einer exzellent besetzten Gruppe von WissenschaftlerInnen zu entwickeln. Dabei wird auf regelmäßigen Kontakt der TeilnehmerInnen sowie den kritischen wissenschaftlichen Austausch besonderer Wert gelegt. Partner sind die Universitäten Graz und Salzburg.

  • Komptenzzentrum für computergesteuerten Abbund in Tirol: Prof. Michael Flach, Prof. Anke Bockreis
    Oberstes Ziel des Kooperationsprojektes ist der gemeinschaftliche Betrieb einer hochmodernen Abbundanlage (Hundegger K2 Robot-Drive 1250) zum maßgerechten Anreißen, Bearbeiten, Zusammenpassen und Kennzeichnen von Schnitt- und Rundholz für Tragwerke, Bauteile und Einbauteile, durch die drei Projektpartner Universität Innsbruck, die Tiroler Fachberufsschule für Holztechnik in Absam in Tirol und die Innung der Tiroler Holzbau- bzw. Zimmermeister in Tirol. Es handelt sich bei dieser Anlage um eine computergesteuerte 6 Achs-Bearbeitungsmaschine der neuesten Generation, die in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit den Robotikspezialisten der Universität Innsbruck vom Prototyp bis zur Serienreife entwickelt wurde. Diese Anlage soll nun in einem sogenannten „Kompetenzzentrum für computergesteuerte Fertigungstechnik“ in Absam gemeinsam betrieben und genutzt werden.

  • eExams: Prüfungsraum/Prüfungsräume für IT-gestützte Klausuren/Prüfungen: Dr. Dirk Draheim
    In diesem Projekt wird ein gemeinsamer Prüfungsraum für IT-gestützte Klausuren/Prüfungen für 50 Studierende realisiert. Technologisch soll sich das Projekt durch Schaffung einer ausfallsicheren, revisionssicheren Technologie und einem modernen, intuitiven Bedienkonzept auszeichnen. Organisatorisch soll in dem Projekt ein Portfolio von Dienstleistungen zur Unterstützung und Entlastung der Lehrenden in der Prüfungsvorbereitung, -durchführung und -nachbereitung implementiert werden. Strukturell soll das Projekt dazu dienen, Kompetenz zum didaktisch-methodischen Entwurf von IT-gestützten Prüfungsszenarien und deren qualitätsvolle Einbindung in den Lehr- und Lernprozess aufzubauen. Kooperationspartner der Universität Innsbruck ist das MCI.

  • MicrobeEnergy: Prof. Heribert Insam
    Das Verständnis der biozönotischen Zusammenhänge ist die Grundlage für prozesstechnische Verbesserungen bei der Nutzung (ligno-)cellulosehältiger Ausgangsmaterialien für die Biogasherstellung. Es ist geplant einzelne anaerobe Mikroorganismen bzw. methanogene Biozönosen unter verschiedenen Aufbereitungstechniken und Prozessbedingungen zu untersuchen. Kooperationspartner sind hier die FH-Oberösterreich, Campus Wels und das MCI.

  • Sichten – Sehen – Verstehen: Prof. Bernhard Fügenschuh
    Die erdwissenschaftlichen Institute der Universität Innsbruck verfügen neben Ausstellungräumlichkeiten auch über zahlreiche, teils äußerst wertvolle Sammlungsstücke. Deren Einsatz im Sinne der Lehre ist nur sehr bedingt möglich, da für eine entsprechende Aufbereitung die Ressourcen fehlen. Seit Jahren bringen sich mehrere Fachkräfte ehrenamtlich in die Aufarbeitung der Sammlungsstücke ein, was im Wesentlichen erlaubt, einem Minimalanspruch gerecht zu werden. Im Sinne einer öffentlich zugänglichen und attraktiven Ausstellung ist der status quo jedoch höchst unzureichend. Der Kooperationspartner Tiroler Landesmuseen verfügt über eine einzigartige Sammlung von erdwissenschaftlichen Exponaten. Die Landesmuseen sind teilweise auch Eigentümer der an der Universität gelagerten Bestände, die hier als permanente Leihgabe in Forschung und Lehre Verwendung finden. Der in die Projektphase fallende geplante Neubau eines zentralen Sammlungs- und Forschungszentrum sowie die Neuausrichtung des Museums im Zeughaus sind ideale Voraussetzungen für eine synergetische wissenschaftliche Aufarbeitung der musealen und universitären Sammlungsbestände.

  • Altern: Prof. Beatrix Grubeck-Loebenstein, Prof. Paul Illmer
    Durch die Übertragung des Instituts für Biomedizinische Alternsforschung an die Universität Innsbruck ist es möglich, ein Doktoratsprogramm „Das Altern biologischer Kommunikationssysteme“ universitätsübergreifend durchzuführen. Das Thema „Altern“ ist hochaktuell, da das Segment der Über-60-Jährigen weltweit rapide zunimmt. Im Jahr 2030 wird ein Drittel der österreichischen Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Um der älteren Generation in Zukunft ein Altern in Würde und möglichst guter Gesundheit zu ermöglichen, ist interdisziplinäre Zusammenarbeit auf universitärer Ebene wesentlich. Kooperationspartnerin der Universität Innsbruck ist hier die Medizinische Universität Innsbruck.

Weitere Projekte mit Beteiligung von Forscherinnen und Forschern der Universität Innsbruck sind (in Klammer jeweils die beantragende Universität):

  • Vienna Science Cluster (VSC) (TU Wien)
  • Beobachtungsorientierte Astrophysik in der E-ELT Ära (European Extremely Large Telescope) (Universität Wien)
  • Einrichtung einer gemeinsamen Core Facility „Superresolution“ (Medizinische Universität Innsbruck)
  • PUMA – Plattform für Umfragen, Methoden und empirische Analysen (Universität Wien)
  • Pre-/Post-Self-Assessment (PPSA) Lehramt (Universität Wien)
  • Evaluation der Orientierungstests und -materialien für Studieninteressierte (WU Wien)