Uni Innsbruck gestaltet Studien flexibler

Im Zuge des Bologna-Prozesses hat die Uni Innsbruck in den vergangenen Jahren fast das gesamte Studienangebot umgestellt. Auf Basis der Erfahrungen von Studierenden und Lehrenden werden die neuen Studien nun flexibler gestaltet, die Wahlfreiheiten vergrößert und neue Möglichkeiten für innovative Lehr- und Lernformen geschaffen.
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Bild: Senatsvorsitzender Ivo Hajnal, Rektor Tilmann Märk und Vizerektor Roland Psenner präsentierten heute die Details der Reform.

Mit dem 1999 begründeten Bologna-Prozess sollten in Europa die Mobilität von Studierenden gefördert, leicht vergleichbare Abschlüsse etabliert und ein gemeinsamer europäischer Hochschulraum geschaffen werden. Seit 2007 hat die Universität Innsbruck das neue, dreigliedrige Studiensystem (Bachelor, Master und Doktorat) mit modularisierten Studienplänen und ECTS-Anrechnungspunkten schrittweise eingeführt. Heute können Interessierte aus einem breitem Studienangebot mit über 100 Studienmöglichkeiten auswählen, davon derzeit 37 Bachelorstudien, 54 Masterstudien, 6 Diplomstudien, 19 Lehramtsstudien und 29 PhD- und Doktoratsstudien. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir mit den neu gestalteten Studien viele Erfahrungen gesammelt und auch einiges dazugelernt“, sagt Rektor Tilmann Märk. „Wir wollen die Studien nun gemeinsam mit den Studierenden und Lehrenden noch weiter optimieren.“ Der Senat der Universität Innsbruck hat dafür durch Änderungen der Satzung, in der wesentliche Bestimmungen des Studienrechts an der Universität festgelegt sind, die Basis gelegt. Ivo Hajnal, der Vorsitzende des Senats, weist darauf hin, „dass gemeinsam mit dem Rektorat und unter Beteiligung der im Senat vertretenen Studierenden in intensiven Diskussionen zahlreiche Anpassungen der Satzung besprochen wurden. In einer Sitzung Ende vergangener Woche wurden die vom Rektorat vorgelegten Satzungsänderungen nun vom Senat beschlossen und damit die Grundlage für noch bessere Studienbedingungen an der Universität Innsbruck gelegt“, so Hajnal weiter.

Flexiblere Studien mit mehr Wahlfreiheit

Das mit dem Bologna-Prozess eingeführte Modulsystem, wird so weiterentwickelt, dass Studierende ihr Studium individuell strukturieren und zusammensetzen können. So können die Vorteile dieses Systems in Zukunft noch besser genutzt werden. Wenn die Module untereinander kompatibel sind, können Doppelgleisigkeiten vermieden und damit Ressourcen sinnvoller eingesetzt werden. „Die Curriculum-Kommissionen haben zukünftig die Möglichkeit, sowohl die Studien für die Studierenden flexibler zu gestalten, als auch fachübergreifendes Lernen und internationale Mobilität zu institutionalisieren“, erklärt der Vizerektor für Lehre und Studierende, Roland Psenner. „Damit spielen wir auch die Stärken einer Volluniversität ganz aus“, unterstreicht Rektor Märk. Zudem soll der Einsatz von sogenannten Modulprüfungen ein flexibleres und themenorientiertes Studieren erleichtert. Vizerektor Roland Psenner hebt außerdem hervor, dass „durch die Modulprüfungen die Zahl der im Curriculum vorgeschriebenen Prüfungen dort reduziert werden kann, wo dies sinnvoll ist.“
In Bachelor- und Masterstudien können im Curriculum überdies nun mehr ECTS-Punkte für die individuelle Schwerpunktsetzung durch die Studierenden freigegeben werden. Gemeinsam mit dem Modul zur Integration von Außerfachlichen bzw. Interdisziplinären Kompetenzen stehen dafür zukünftig bis zu 30 ECTS-Punkte zur Verfügung. Dies entspricht dem Arbeitsumfang eines Semesters und sollte auch als Möglichkeit für internationale Studienerfahrungen genutzt werden, rät Vizerektor Psenner.
Im Doktoratsstudium rückt die Dissertation als originäre Forschungsleistung wieder stärker in den Mittelpunkt des Studiums. Sie soll künftig mehr als 80 Prozent des Studiums ausmachen. Um den Austausch mit der Praxis weiter zu unterstützen, wird es in Zukunft möglich sein, DissertantInnen gemeinsam mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu betreuen. Für NachwuchswissenschaftlerInnen eröffnen sich dadurch weitere interessante und zielführende Forschungsthemen.

Fremdsprachen und neue Lehr- und Lernformen

Zukünftig besteht überdies die Möglichkeit, ganze Master- und Doktoratsstudien in einer Fremdsprache einzurichten. Weiters können nun einzelne Lehrveranstaltungen nicht mehr nur in Deutsch oder Englisch, sondern auch in anderen Fremdsprachen angeboten werden. In begründeten Fällen wird es möglich sein, die Anwesenheit der Studierenden durch den Einsatz didaktisch wertvoller, neuer und innovativer Lehr- und Lernformen zu ersetzen. Um auf Innovationen rasch reagieren zu können und gleichzeitig die Qualität der Studien nicht zu gefährden, werden Senat und Rektorat dafür gemeinsame Richtlinien erarbeiten.