School of Education wurde eröffnet

Mit der Gründung der School of Education erhält die Universität Innsbruck als erste Hochschule Österreichs eine eigenständige Fakultät zur Professionalisierung von LehrerInnen. Damit setzt sie einen ambitionierten Schritt in Richtung einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer. Vergangenen Freitag wurde die School of Education offiziell eröffnet.
Eine Aufgabe der School of Education wird es sein, die Schulpraxis näher an die LehrerInnenbildung heranzurücken.
Bild: Eine Aufgabe der School of Education wird es sein, die Schulpraxis näher an die LehrerInnenbildung heranzurücken.

Die School of Education an der Universität Innsbruck ist österreichweit die einzige Fakultät für LehrerInnenbildung. Die LehrerInnenausbildung erfordert diese institutionelle Verankerung, weil sie dadurch an Status und somit die Besten für den Lehrberuf gewinnt. Damit setzt die Universität Innsbruck ein Signal, dass LehrerInnenbildung Studierende mit höchster Leistungsfähigkeit benötigt und dementsprechend ausbildet. „In der Qualifizierung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau trägt die School of Education zur Bedeutung von Lehrerinnen und Lehrer als ‚Architekten der Zukunft’ und der strategischen Bedeutung der LehrerInnenbildung für die Gesellschaft bei. Die Zukunft der Schule benötigt das Engagement und die Expertise hoch qualifizierter Lehrpersonen am aktuellen Stand der Wissenschaft“, sagt Dekan Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Schratz. Mit der Gründung der School of Education geht es vor allem darum, einen Ort zu schaffen, an dem die Professionalisierung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer konzentriert wird. „Der Lehrberuf sollte eine voll entfaltete Profession werden, im Ansatz und in den Aufgabenbereichen ist es eine Profession. Jetzt muss er auch in den Status einer Profession kommen“, so Univ.-Prof. Dr. Ilse Schrittesser, Institutsleiterin am Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung.

Identitätsstiftung in der LehrerInnenbildung

Die LehrerInnenausbildung ist bis heute stark fragmentiert. Fach, Fachdidaktik, Schulpraxis, Bildungswissenschaft sowie Schulpädagogik sind Teilbereiche, die ihre Vereinigung in der Person der Studierenden finden, aber nicht an einem Ort und in einem Curriculum zusammengefasst sind. Das sind Probleme, die es an allen deutschsprachigen Universitäten gibt, die es aber zu beheben gilt. „Das an der School of Education neu etablierte Institut für Fachdidaktik bündelt die fachdidaktische Ausbildung zukünftiger LehrerInnen und erweist sich auch aufgrund von zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten als bislang umfassendste Fachdidaktikkooperation in der österreichischen Universitätslandschaft. Das Institut für Fachdidaktik garantiert gleichzeitig die enge Verbindung mit den Fächern, die unsere Studierenden belegen“, so Univ.-Prof. Mag. Dr. Barbara Hinger, MA, Institutsleiterin am Institut für Fachdidaktik. Um die Fragmentierung einzufangen, werden Kooperationen mit Schulen wie Gymnasien und Neuen Mittelschulen angestrebt, um den Studierenden das ganze Spektrum an SchülerInnenpopulationen zu zeigen und ihnen zu ermöglichen, einen Einblick in möglichst viele Schulstrukturen zu gewinnen. „Eine Aufgabe der School of Education wird es sein, die Schulpraxis näher an die LehrerInnenbildung heranzurücken. Wir brauchen die Schnittstelle Schulpraxis und School of Education in der Art, wie auch Universitätskliniken Ärzte ausbilden, die ganz eng an die Universität angebunden sind. Und das nicht nur als Orte, an denen die Praktika absolviert werden, sondern als Orte der Praxisforschung und der Personalentwicklung“, hält Schrittesser fest. „Gleichzeitig gewährleistet die Durchführung angewandter Fachdidaktikforschung mit engem Bezug zur schulischen Wirklichkeit eine empirie- wie theoriegeleitete Ausbildung zukünftiger LehrerInnen, wie es beispielsweise die Projekte zur Standardisierten Reifeprüfung der Fremdsprachen oder die von Frau Dr. Kapelari geleiteten EU-Projekte zur Förderung einer zukunftsorientierten Science Education zeigen“, ergänzt Hinger.

Professionsforschung durch Fallarbeit

Ein Fokus wird auch auf Fallarbeit als wesentlicher Bestandteil des Curriculums gelegt. In der Professionsforschung wird derzeit die Fallarbeit erfolgsversprechend für Professionalisierungsprozesse herangezogen, weil man in der Arbeit am Fall ganz konkrete Praxisprobleme aus theoretischen Perspektiven beobachten und diskutieren kann. Exemplarisch ist hier die Innsbrucker Vignettenforschung als ein erster Schritt in diese Richtung zu nennen. Studierende lernen durch die Fallarbeit das Handwerk für ihre eigene Berufspraxis, da sie später in ihrem Berufsalltag ein ganzes Repertoire an derartigen Methoden benötigen. „Aus der Sicht der Studierenden bietet die School of Education eine tolle Chance: Nun gibt es einen Raum, in dem pädagogische und fachdidaktische Forschung sowie wissenschaftliche und professionsbezogene Qualifikation sinnvoll vernetzt werden können. Damit wird der früheren Fragmentierung der Lehramtsausbildung entgegengewirkt und Identität gestiftet - es ist endlich ein Ort geschaffen worden, an dem sich die Innsbrucker Lehramtsstudierenden beheimatet fühlen können“, so Lukas Hacksteiner von der Studierendenvertretung Lehramt.