Neues Centrum für Chemie und Biomedizin eröffnet

Die Leopold-Franzens-Universität und die Medizinische Universität Innsbruck haben nach rund drei Jahren Bauzeit einen neuen gemeinsamen Standort. Auf 35.000 Quadratmetern sind die Fachbereiche Chemie, Pharmazie und Biomedizin untergebracht. Das neue Gebäude wurde heute feierlich eröffnet.
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Bild: Das neue Centrum für Chemie und Biomedizin am Innrain.

„Das neue Haus ist ein sichtbares Zeichen für den Chemie- und Biomedizin-Standort Tirol“, sagte Wolfgang Meixner stellvertretend für den erkrankten Rektor Tilmann Märk. „Es wird weit über die Grenzen Tirols hinaus wahrgenommen werden.“ Insgesamt lehren, lernen und forschen rund 1.300 Studierende und über 500 Wissenschaftler in dem neuen Universitätsgebäude am Inn. „Der Neubau bietet unseren Forscherinnen und Forschern sowie unseren Studierenden eine perfekte Lehr-, Lern- und Forschungsumgebung“, betonte Anke Bockreis, Vizerektorin für Infrastruktur der Universität Innsbruck. „Mit diesem Bau ist in Westösterreich ein einzigartiges Gebäude geschaffen worden, in dem unsere hoch spezialisierten Wissenschafterinnen und Wissenschafter im Vordergrund stehen. In dieser neuen, hellen und modernen Umgebung ist der Platz entstanden, den die Medizinische Universität Innsbruck benötigt, um einen zukunftsträchtigen Forschungszweig – die Biomedizin und speziell die Krebsforschung – weiter voranzutreiben. Mit diesem Gebäude bieten wir noch bessere Arbeitsbedingungen und können somit auch unsere internationale Position weiter ausbauen. Durch diese sehr gute Forschungsumgebung konnten wir bereits international tätige Professoren für die Medizinische Universität Innsbruck gewinnen“, so Herbert Lochs, Rektor der Medizinische Universität Innsbruck.

Transparente und offene Gestaltung

Durch die kompakte Gestaltung des Gebäudes konnte ein Teil des Grundstücks unverbaut bleiben und zu einem Vorplatz ausgestaltet werden, über den die Universitäten vom Fuß- und Radweg der Innpromenade aus erreichbar sind. Das zweigeschoßige und durch ein Glasdach mit Tageslicht durchflutete Foyer bildet das Zentrum, das beide Bauteile miteinander verbindet. Darum gruppieren sich vom Erdgeschoß bis in das erste Obergeschoß alle gemeinsam genutzten Räume wie Mensa, Hörsäle, Seminarräume und Unterrichtslabore. Ab dem zweiten bis zum vierten Obergeschoß sind die beiden Universitäten in zwei getrennten Baukörpern untergebracht.
Weitläufige Fensterfronten und Innenwände aus Glas prägen das innere Erscheinungsbild wesentlich. Die transparente, offene Gestaltung bringt nicht nur viel Tageslicht, sondern soll auch die Kommunikation zwischen beiden Universitäten, ihren Forschern und Studierenden fördern.

Anspruchsvolle Gebäudetechnik

Um an ihren Arbeitsplätzen die erforderliche, hohe Luftqualität gewährleisten zu können, wurden besonders leistungsstarke Anlagen zur Luftumwälzung eingerichtet. Pro Stunde werden etwa 400.000 Kubikmeter Luft umgewälzt – das entspricht der Luftmenge von Raumluftgeräten für rund 500 Einfamilienhäuser. Die dabei generierbare Wärmerückgewinnung zur Temperierung der Räume liegt bei 85 Prozent.
Auch die Kühlung der Forschungsgeräte, Labors und weiteren Räume ist sehr anspruchsvoll. Um das komplexe Kühlsystem effizient betreiben zu können, wurde ein eigener Grundwasserbrunnen angelegt, durch den bis zu 80 Prozent der nötigen Kühlleistung abgedeckt werden. Zusätzlich kann aus diesem Brunnen das Wasser für die Besprinklerung des gesamten Gebäudes gewonnen werden.