„Intelligente“ Fahrzeuge für mehr Sicherheit

Autos, die ihre Umgebung „bewusst“ wahrnehmen und so helfen, Unfälle und Staus zu verringern, waren vor wenigen Jahren noch Actionserien wie „Knight Rider“ vorbehalten. Nun rücken sogenannte „Intelligente Transportsysteme“ in greifbare Reichweite. An der Realisierung sind Innsbrucker Forscher in einer fruchtbaren Kooperation im Rahmen der BIT PhD School beteiligt.
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Bild: Drahtlose Kommunikation zwischen Fahrzeugen soll den Straßenverkehr sicherer machen.

„Das Ziel ist klar definiert: Der Straßenverkehr soll sicherer und Staus vermieden oder zumindest seltener werden“, erklärt Prof. Falko Dressler vom Institut für Informatik. Er ist Professor für technische Informatik und leitet die entsprechende Forschungsgruppe in Innsbruck. Erreicht werden soll dieses Ziel mit sogenannten „Intelligenten Transportsystemen“ (ITS): „Intelligent“ deshalb, weil sie ihre Umwelt wahrnehmen, die Ergebnisse analysieren und entsprechend für den Fahrer aufarbeiten können.

Drahtlose Kommunikation

Optimal funktioniert das nur, wenn die betroffenen Fahrzeuge untereinander und mit einzelnen stationären Knotenpunkten verbunden sind und so über möglichst viele Informationen verfügen – die Informationen, die ein Auto allein aufnimmt, sind dem Fahrer ohnehin auch jetzt schon bekannt. „Uns geht es darum, dass die Information über etwa einen Stau oder unsichere Straßenverhältnisse weitergetragen wird – so können nachkommende Fahrzeuge umgeleitet oder der jeweilige Fahrer dazu angehalten werden, vorsichtiger zu fahren“, sagt Falko Dressler. Dieses Ziel ist allerdings keineswegs trivial zu erreichen: Fahrzeuge sind ständig in Bewegung, außerdem gibt es besonders in Städten viele Hindernisse, die ein Datensignal behindern können. Effiziente Protokolle, Methoden und Algorithmen helfen hier, diese Probleme zu lösen.

„In Europa und den USA wurden bereits Frequenzen für diese Netzwerke reserviert“, erklärt Falko Dressler. Bereits in wenigen Jahren könnte ein Großteil der neuen Automodelle mit entsprechenden Systemen zur „Inter-Vehicle Communication“ (IVC) ausgestattet sein. Einzelne Hersteller statten ihre Top-Modelle bereits heute mit ähnlichen Geräten aus; neben Universitäten forschen derzeit auch Automobilkonzerne selbst intensiv an einer praktischen Umsetzung.

BIT School

In Innsbruck arbeitet der Doktorand Michele Segata im Rahmen der „BIT School“ an Modellen und neuen Einsichten in diesem Forschungsfeld. Die „BIT School“ ist eine gemeinsame Einrichtung der Universitäten Innsbruck, Bozen und Trient im Bereich der Informatik, die seit 2005 besteht und den Austausch in Forschung und Lehre zum Ziel hat. So werden Synergien der drei Informatik-Standorte genutzt. Koordinator der BIT School in Innsbruck ist Falko Dressler. Seit 2012 gibt es erstmals ein gemeinsames PhD-Programm im Rahmen der BIT School: Der Doktorand Michele Segata absolviert sein PhD-Studium an zwei der teilnehmenden Universitäten. In Innsbruck wird er bei seiner Forschung zu IVC und ITS von Falko Dressler betreut, in Trient von Prof. Renato Lo Cigno.