Vorgestellt: Prof. Martin Messner

Modernes Management ist vielfach kennzahlengestützt. Martin Messner, seit März dieses Jahres Professor für Controlling und Rechnungswesen an der Fakultät für Betriebswirtschaft, untersucht die Qualität von Unternehmenskennzahlen.
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Bild: Prof. Martin Messner von der Fakultät für Betriebswirtschaft

Die Steuerung von Unternehmen steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Prof. Martin Messner. „Was mich besonders interessiert, sind die Bereiche Performance Measurement sowie Budgetierung und Planung“, sagt der im März an die Universität Innsbruck berufene Professor für Controlling. „So gehe ich zum Beispiel der Frage nach, wie Kennzahlen aussehen müssen, um eine sinnvolle Steuerung von Unternehmen zu ermöglichen.“ Dabei untersucht er, ob Kennzahlen jene Dimensionen von Performance abdecken, die dem Unternehmen bzw. den Managern wichtig sind. Fokussiert ein Unternehmen beispielsweise auf kurzfristige finanzielle Kennzahlen wie Kosten, dann können dadurch andere wichtige Triebkräfte für Performance wie Qualität vernachlässigt werden. Martin Messner erforscht empirisch, welche Bedingungen dazu führen, dass Managerinnen und Manager bzw. Mitarbeitende ein solches Problem im Controllingsystem erkennen.

Wie gut sind Vorhersagen?

Im Bereich von Budgetierung und Planung beschäftigt sich Martin Messner unter anderem mit der Qualität von Forecasts. Diese werden heute in Unternehmen oft durch eine Forecast Accuracy Kennzahl ausgedrückt. Allerdings stößt man hier auf ein klassisches Problem des Controlling, das die Forschung schon lange beschäftigt: Werden Forecasts mit Zielsetzungen verknüpft, dann haben Mitarbeitende ein Interesse, die Forecasts zu manipulieren, um die darauf basierenden Ziele leichter erreichen zu können. Prof. Messner untersucht, wie Unternehmen mit diesem Problem umgehen und welche Rolle dabei eine Forecast Accuracy Kennzahl spielen kann.
Um Probleme der Budgetierung zu umgehen, wurde vor einigen Jahren vorgeschlagen, Unternehmen gänzlich ohne Budgetierung zu führen. Obwohl sich dieser sogenannte „Beyond Budgeting“-Ansatz noch nicht wirklich durchgesetzt hat, bietet er eine interessante Forschungsmöglichkeit für Martin Messner. Während klassische Innovationsstudien in erster Linie die Verbreitung neuer Praktiken messen, interessiert sich Messner für die Strategien der Innovatoren. „In Interviews mit Autoren, Beratern, Berufsverbänden und Wissenschaftlern erkunden wir am Beispiel Beyond Budgeting, welche Herausforderungen sich bei der Vermarktung von Management-Innovationen stellen können“, erzählt Prof. Messner.
In der Lehre ist Martin Messner vor allem in der Ausbildung im Bereich Controlling tätig. Die Studierenden der Betriebswirtschaftslehre können sich im Wahlfach Controlling spezialisieren, ein Bereich den der Professor auch im Masterprogramm Accounting, Auditing and Taxation betreut.

Zur Person

Martin Messner hat in Innsbruck und Dublin Internationale Wirtschaftswissenschaften und Politikwissenschaft studiert. Nach vierjähriger Tätigkeit als Forschungsassistent promovierte er 2006 an der Universität Innsbruck und ging als Assistenzprofessor an die renommierte französische Wirtschaftshochschule École des Hautes Études Commerciales (HEC) in Paris, wo Martin Messner bis zu seiner Berufung an die Universität Innsbruck tätig war.