Spin-Off: Daten aus dem All

ENVEO ist ein Spin-Off-Unternehmen der Universität Innsbruck und mit seinem Know-How in der Auswertung von Satellitendaten führend. Daneben leistet die Firma wertvolle Grundlagenarbeit – davon profitiert nicht zuletzt auch die Lehre am Institut für Meteorologie und Geophysik.
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Bild: Diese Karte ist ein Beispiel für die Arbeit von ENVEO und zeigt die Schneeausdehnung in den Ötztaler Alpen (rot). (Foto: ENVEO, Hintergrund: Google Earth)

Die Schneeausdehnung in den Alpen nahezu in Echtzeit nachvollziehen und beobachten: Dieses Service bringt unschätzbaren Mehrwert – die von Gletschern und dauerhaft von Schnee bedeckten Gebiete sind europaweit ein Reservoir für Trink- und Nutzwasser, außerdem können so für die Klimaforschung wertvolle Daten zur Veränderung der Gletscher erhoben werden. Ein entsprechendes Projekt namens „CryoLand“ wird von ENVEO koordiniert, einem Spin-Off-Unternehmen der Universität Innsbruck: „Ziel ist, am Vormittag von Satelliten automatisch aufgenommene Daten am Nachmittag aufbereitet und ausgewertet online zur Verfügung zu stellen“, erklärt Dr. Thomas Nagler. Er hat ENVEO 2001 gemeinsam mit Prof. Helmut Rott vom Institut für Meteorologie und Geophysik gegründet, heute leiten sie gemeinsam das Unternehmen.

Satelliten

ENVEO hat sich seit seiner Gründung äußerst erfolgreich auf die Aufbereitung und Auswertung satellitengestützter Daten spezialisiert und zählt inzwischen zu den ersten Adressen, wenn Expertise in der Erdbeobachtung aus dem All gesucht wird. „Wir bekommen Aufträge unterschiedlichster Unternehmen in verschiedenen Bereichen – etwa, wenn neue Stauseen oder Pipelines geplant werden: Wir werten für unsere Auftraggeber die Beschaffenheit der Gegend aus und liefern so Planungsgrundlagen für solche Großprojekte“, erklärt Thomas Nagler.

Neben privaten Aufträgen und angewandten Projekten wie „CryoLand“, das von der EU-Kommission und der Europäischen Weltraum-Agentur ESA im Rahmen des Globalen Umwelt- und Sicherheitsüberwachungs-Projekts ausgeschrieben und finanziert wird, leistet ENVEO auch wertvolle Grundlagenforschung mit langfristiger Planung. Ein Beispiel dafür ist „CoReH2O“, ein von Helmut Rott koordiniertes Projekt im Rahmen der ESA: Hier werden neue Technologien für Erdbeobachtungs-Satelliten erforscht, die über bisher noch nicht eingesetzte Radar-Sensoren neue und genauere Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Erdoberfläche ermöglichen sollen.

Grundlagenforschung

Der von Helmut Rott vorgeschlagene Satellit wäre unter anderem in der Lage, trockenen Schnee mittels hochfrequenter Radarmessungen zu erfassen – etwas, was bislang nicht möglich war. „Das bedeutet, dass wir die Schneemengen mit wesentlich höherer Genauigkeit messen können als bisher“, sagt Helmut Rott. Bevor der Satellit aber gebaut und ins All geschossen wird, gilt es noch eine wesentliche Hürde zu überwinden: CoReH2O ist eine von drei Satellitenmissionen, die nach zwei Evaluierungsrunden noch im Rennen sind; 2013 wird entschieden, welche der drei letztlich umgesetzt wird.

Von der Arbeit von ENVEO profitieren auch Helmut Rotts Studierende: „ENVEO bietet bewährte High-End-Software zur Datenauswertung, die natürlich in Diplomarbeiten und Dissertationen genutzt werden kann“, erklärt er. Prof. Rott nutzt die Ergebnisse der Forschung bei ENVEO auch für seine Lehre. Bei ENVEO selbst arbeiten derzeit sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Unternehmen wurde 2001 gegründet ist besteht seit 2004 in der derzeitigen Form als GmbH.

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