Alpbach im Zeichen der Krebsforschung

Bereits zum siebten Mal eröffnete am Sonntag der „Tirol-Tag“ beim Europäischen Forum Alpbach einen Blick auf die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit Tirols. Schwerpunkt war diesmal die Krebsforschung. Landeshauptmann Günther Platter forderte von der Regierungskoalition mehr Beweglichkeit und Lösungskompetenz im Bereich der Bildungspolitik.
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Bild: Prof. Waldemar Hummer (Mitte) erhielt das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (links) verliehen, Alpbach-Präsident Erhard Busek (rechts) gratulierte. (Foto: Europäisches Forum Alpbach/Thomas Prantl)

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Landeshauptmann Günther Platter, Michel Ebner, Vorsitzender der Südtiroler Handelskammer und der Präsident des Europäischen Forums Alpbach, Erhard Busek, sowie die Rektoren der Innsbrucker Universitäten, Herbert Lochs und Tilmann Märk, eröffneten den „Tirol-Tag“ beim Europäischen Forum Alpbach, der auch heuer wieder der Vorstellung der wissenschaftlichen Kompetenz der heimischen Forschungsstätten gewidmet war. „Den Wettbewerb mit den Händen können wir langfristig nicht gewinnen, dagegen haben wir gute Chancen im Wettbewerb mit den Köpfen. Wissenschaft und Forschung sind zu bedeutenden Stützen unserer Wirtschaft und Gesellschaft geworden“, sagte Landeshauptmann Platter bei der Eröffnung des Tiroltages. Wissenschaftsminister Töchterle unterstrich einmal mehr, dass es die auch den Universitäten künftig möglich sein müsse – im Sinne einer guten Ausbildung ihrer Studierenden –, ihre Kapazitäten festlegen zu können. Ebenso betonte er, dass er die Autonomie der Universitäten weiter stärken und dafür attraktive Anreize zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Universitäten schaffen werde.

Ehrung für Professor Hummer

Im Rahmen der Eröffnung des Tirol-Tages wurden auch verdiente Hochschullehrer geehrt, die in den vergangenen Jahren das Europäische Forum Alpbach durch ihre Vorträge und Seminare bereichert haben. Professor Waldemar Hummer, Europarechtsexperte von der Universität Innsbruck, erhielt aus den Händen von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Zwei weitere Europarechtsexperten, Professor Friedl Weiss (Universität Wien) und Professor Michael Schweizer (Universität Passau) erhielten jeweils das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Krebsforschung Marke Tirol

Der diesjährige „Tirol-Tag“ beim Europäischen Forum Alpbach stand ganz im Zeichen der Tiroler Krebsforschung. Unter dem Motto „Krebsforschung Marke Tirol“ beleuchten Expertinnen und Expteren den Tiroler Beitrag zur Krebsforschung. Im wesentlichen wurden dabei die Arbeiten des Kompetenzzentrum Oncotyrol vorgestellt, an dem die Medizinische Universität, die Leopold-Franzens-Universität und die UMIT in Hall beteiligt sind. Speziell stand dabei die „Personalisierte Krebsmedizin“ im Zentrum der Präsentation: die Möglichkeiten, für Krebspatientinnen und -patienten eine individuell auf sie zugeschnittene Behandlung zu entwickeln. Die Voraussetzungen dafür sind ein gutes Zusammenspiel von biowissenschaftlicher Forschung und entsprechenden pharmazeutischen Entwicklungen, um die Erkenntnisse aus dem Labor sehr zeitnah ans Krankenbett zu bringen. Für die Patientinnen und Patienten bringt das höhere Chancen bei der Behandlung und weniger Nebenwirkungen. Für das Gesundheitssystem bedeutet das einen effizienten Umgang mit Ressourcen und ein Vorbeugen von Übermedikationen. Mit dem Kompetenzzentrum Oncotyrol haben das Land Tirol und die Universitäten einen idealen Ort, um genau diesen Herausforderungen der modernen Medizin zu begegnen.