Dekan kritisiert Verkürzung der Gerichtspraxis

O.Univ.-Prof. Dr. Bernhard Eccher, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck, kritisiert den Gesetzesentwurf zur Verkürzung der Gerichtspraxis in Österreich.
Symbolbild
Bild: Symbolbild

Der vom Justizministerium vorgelegte Gesetzesentwurf sieht eine Verkürzung der Gerichtspraxis von bisher neun auf fünf Monate sowie eine Verminderung der Bezüge der GerichtspraktikantInnen um über 200 Euro monatlich vor. Das erwartete Einsparungspotential dieser Maßnahmen liegt bei rund fünf Millionen Euro. „Die Höhe dieser Einsparung steht in keinem Verhältnis zum Verlust der Ausbildungsqualität für angehende Juristinnen und Juristen“, betont Dekan Bernhard Eccher. Die Möglichkeit, als Praktikant die verschiedenen Sparten und Verfahren der Gerichtsbarkeit durch den Einsatz bei der Protokollführung und Konzeption von Urteils- und Beschlussentwürfen in der Praxis unmittelbar kennen zu lernen, stelle ein einmaliges und äußerst sinnvolles Element in der österreichischen JuristInnenausbildung dar, so Eccher.

 

Neben der Entlastung des regulären Justizpersonals durch die PraktikantInnen entfalle für diese auch ein Teil der wertvollen Orientierungsphase und Überbrückungsmöglichkeit bis zum konkreten Berufsantritt, ist Bernhard Eccher überzeugt. „Es ist absehbar, dass die kurzfristig erzielte, relativ geringe Einsparung längerfristig durch höhere soziale Kosten der Gerichte und höhere Arbeitsmarktkosten wieder aufgelöst wird. Dieser Entwurf ist daher eindeutig abzulehnen“, so Bernhard Eccher.

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