Kopf der Woche: Univ.-Prof. Dr. Anna Gamper

Anna Gamper wird mit 1. März Professorin am Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Innsbruck und ist somit die erste Professorin in der Geschichte der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.
Univ.-Prof. Dr. Anna Gamper
Bild: Univ.-Prof. Dr. Anna Gamper

„Ich freue mich natürlich sehr über die Professur und auf meine neuen Aufgaben am Institut. Für mich war die Wissenschaft immer schon mehr Berufung als bloß Beruf“, so Anna Gamper zu ihrer Bestellung als Professorin.

 

Frau Professor mit 32

Die Rolle der Pionierin ist Anna Gamper nicht fremd: Bereits bei ihrer Habilitation – eine rechtsvergleichende Studie über Föderalismus, die sie mit 28 Jahren beendete – war sie gemeinsam mit einer Kollegin die erste habilitierte Frau an ihrer Fakultät. Am 1. März 2008 übernimmt die Juristin nun im Alter von 32 Jahren den Lehrstuhl von Prof. Peter Pernthaler. Damit ist sie nicht nur die erste Frau, sondern auch das jüngste Mitglied im Kreis der Professoren an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie überhaupt eine der jüngsten ProfessorInnen Österreichs.

„Universitätsprofessorin war für mich immer mein Traumberuf. Im Bereich Öffentliches Recht sah ich dann später meine Berufung, weil es dort um umfassende Fragestellungen des Verhältnisses von Staat und Individuum geht, die jeden Menschen ein ganzes Leben lang begleiten“, erzählt die Juristin.

Die Frage nach dem Staat, seinem Verhältnis zur Verfassung und seiner Legitimation im Zeitalter von Globalisierung und europäischer Integration sind ein zentraler Forschungsschwerpunkt von Anna Gamper. Zu den weiteren Forschungsgebieten der Staatslehrerin zählen das Österreichische Verfassungsrecht, die Föderalismusforschung sowie die Internationale Verfassungsvergleichung.

 

Zur Person:

Anna Gamper wurde 1975 in Innsbruck geboren und begann 1993 ihr Diplomstudium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck, das sie 1997 abschloss. Die Promotion zum Doctor iuris mit Auszeichnung folgte 1999. Von 1999 bis 2004 war Anna Gamper als Universitätsassistentin am damaligen Institut für Öffentliches Recht, Finanzrecht und Politikwissenschaft der Universität Innsbruck tätig. Neben verschiedenen Forschungsaufenthalten an ausländischen Universitäten war sie auch am Institut für Föderalismus tätig. Nach ihrer Habilitation 2004 wurde sie zur außerordentlichen Universitätsprofessorin am Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre ernannt. Mit 1. März 2008 wird sie zur Professorin am Institut berufen.

Anna Gamper ist Mitglied in- und ausländischer juristischer Vereinigungen, der Group of Independent Experts des Europarats sowie des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademie Bozen. Für ihre Arbeit erhielt sie 2003 den Dr. Otto–Seibert-Wissenschaftsförderungspreis an der Universität Innsbruck und 2005 wurde sie mit dem Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung ausgezeichnet. 2007 wurde sie vom österreichischen Wissenschaftsmagazin „Heureka“ unter die Austria Top 30 der österreichischen Jungwissenschaftler gewählt.

Text: Susanne Röck