Kopf der Woche: Univ.-Prof. Mag.Dr. Alexander Ostermann

Als Leiter des Instituts für Mathematik der Uni Innsbruck engagiert sich Alexander Ostermann dafür, die Mathematik nach außen zu öffnen und ihre Inhalte greifbar zu machen. Am 27. Februar lädt er Schülerinnen und Schüler zum Tag der Mathematik an das Institut.
 Univ.-Prof. Mag.Dr. Alexander Ostermann
Bild: Univ.-Prof. Mag.Dr. Alexander Ostermann

„Mathematik ist für mich eine der Schlüsselwissenschaften des 21. Jahrhunderts, ohne die moderne Mathematik ist unsere Technologiegesellschaft nicht vorstellbar“, so Ostermann. Diese Begeisterung möchte er auch an junge Menschen weitergeben und ihnen die Vorzüge und Chancen eines Mathematikstudiums näherbringen. Der Tag der Mathematik, den das Institut in diesem Jahr bereits zum dritten Mal veranstaltet, richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe. Zwei Vorträge von renommierten Mathematikern - Prof. Rudolf Taschner (Wien) und Prof. Robert Tichy (Graz) - und Kurzpräsentationen der Arbeitsgruppen am Institut sowie Informationen zum Studium sollen die Jugendlichen für Mathematik begeistern. Die Veranstaltung wird vom Institut für Mathematik gemeinsam mit der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft, dem Arbeitsbereich Technische Mathematik am Institut für Grundlagen der Bauingenieurwissenschaften und der Arbeitsgruppe Infmath-Imaging am Institut für Informatik organisiert.

 

„Wir hoffen, dass wir vielen Jugendlichen die wissenschaftliche Disziplin Mathematik näherbringen und vielleicht einigen die Scheu vor einem Studium der Technischen Mathematik oder des Lehramts Mathematik nehmen können“, so Alexander Ostermann. Die Berufsaussichten für Absolventinnen und Absolventen der Mathematik sind derzeit ausgezeichnet, sowohl in Wirtschaft und Industrie, als auch in Lehrberufen. „Ein wissenschaftlich fundiertes, qualitätsvolles Lehramtsstudium - wie es die Uni Innsbruck anbietet - ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass auch zukünftige Generationen von Schülerinnen und Schülern für eine postsekundäre naturwissenschaftliche Ausbildung begeistert werden können", ist Prof. Ostermann überzeugt.

 

Zu den Forschungsgebieten von Prof. Ostermann zählt die numerische Mathematik, insbesondere die Zeitintegration von Differentialgleichungen. Dabei bewegt er sich im Spannungsfeld von mathematischer Grundlagenforschung und angewandten Fragestellungen aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Er beschäftigt sich unter anderem mit zeitabhängigen nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen, welche ein mächtiges Werkzeug zur Modellierung komplexer dynamischer Prozesse darstellen. Typische Beispiele dafür sind Reaktions-Diffusions-Advektionsgleichungen, die unter anderem bei der Modellierung von Luftverschmutzung zur Anwendung kommen, sowie nichtlineare Schrödingergleichungen, die für die Beschreibung quantenmechanischer Vorgänge herangezogen werden. Mit seiner Arbeitsgruppe entwickelt und analysiert Prof. Ostermann Verfahren zur Lösung von solchen Gleichungen mittels Hochleistungsrechnern.

 

Zur Person:

Alexander Ostermann wurde 1960 in Innsbruck geboren und wuchs in Kematen in Tirol auf. Er besuchte das Akademische Gymnasium in Innsbruck, wo er 1978 maturierte. Anschließend begann er das Studium der Mathematik an der Universität Innsbruck, welches er 1988 mit einer Dissertation mit dem Titel „Über die Wahl geeigneter Approximationen an die Jacobimatrix bei linear-impliziten Runge-Kutta-Verfahren“ abschloss. Neben seinem Studium war Alexander Ostermann von 1982 bis 1988 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Mathematik und Geometrie der Uni Innsbruck tätig, von 1988 bis 1990 war er Assistent an der Universität Genf. 1990 kehrte er wieder an die Uni Innsbruck zurück, wo er sich 1991 für das Fach Mathematik habilitierte. Seitdem ist er - unterbrochen durch zahlreiche Auslandsaufenthalte und mehrere Gastprofessuren - in Innsbruck tätig, zuerst als außerordentlicher und seit 2002 als ordentlicher Professor. Seit 2005 leitet er das Institut für Mathematik.

 

Text: Susanne Röck