Kopf der Woche: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Strang

Vom 16. bis zum 19. September wird Innsbruck nach Tokio (2005) und Orange County California (2006) vier Tage lang Mekka der IT-Forschung sein. Prof. Thomas Strang wird die 9th International Conference on Ubiquitous Computing (UbiComp) als Konferenzpräsident leiten.
Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Strang
Bild: Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Strang

Prof. Strang forscht an neuen Konzepten für intelligente, kontextbewußte Dienste im Umfeld des Ubiquitous Computing und wendet hierbei semantische Technologien an. Seit 2004 ist Strang als Professor am Institut für Informatik der Uni Innsbruck und bei DERI, dem Digital Enterprise Research Institute der Universität Innsbruck, das zu den bekanntesten Forschungseinrichtungen im Bereich Semantischer Systeme zählt und die Konferenz organisiert, tätig.

 

„Im Mittelpunkt des weltweit wichtigsten Expertentreffens zur Ubiquitous Computing- Forschung im Innsbrucker Congress stehen die aktuellsten Forschungsergebnisse rund um sogenannte intelligente Gegenstände, die den menschlichen Alltag zunehmend vernetzen und erleichtern“, erklärt Prof. Strang. Rund 400 ForscherInnen aus aller Welt werden zur 9th International Conference on Ubiquitous Computing (UbiComp) in der Tiroler Landeshauptstadt erwartet.

 

Neben der Erleichterung des Alltags durch intelligente Gegenstände, wie zum Beispiel ein mit Wetterprognosen vernetzter Rasensprenger, kann Ubiquitous Computing aber mehr, wie Prof. Strang betont: „Es darf der wirtschaftliche Vorteil, der sich durch Ubiquitous Computing ergibt, nicht außer Acht gelassen werden. Wirtschaft und Industrie erhalten durch die Verwendung von intelligenten Werkstoffen die Chance, durch innovative Produkte neue Käuferschichten und Marktsegmente zu erreichen und so ihre Marktposition zu sichern und auszubauen.“

 

Seine Leidenschaft für die Forschung im Allgemeinen und für diesen Forschungsbereich im Speziellen erklärt Prof. Strang so: „Forschung instrumentiert den menschlichen Drang nach neuen Erkenntnissen, und was für einen Musiker sein Instrument, das ist für einen Wissenschaftler die Forschung: Die Leidenschaft ergibt sich aus der Freude an den besonders gelungenen Details. Der Reiz am Forschungsbereich des Ubiquitous Computing liegt in seiner Praxisnähe begründet – beinahe täglich stoße ich auf Gelegenheiten, bei denen die UbiComp-Technologie hätte helfen können.“

 

Zur Person:

Thomas Strang wurde am 15. Januar 1972 in Eschweiler bei Aachen geboren. Er studierte von 1991 bis 1998 Informatik mit Nebenfach Elektrotechnik und dem Vertiefungsgebiet Kommunikationssysteme an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. 2003 promovierte Thomas Strang im Fachbereich Informatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Thema „Service-Interoperabilität in Ubiquitous Computing Umgebungen“.

Neben seiner Hochschulausbildung war Thomas Strang zwischen 1990 und 1998 als Softwareentwickler und Systemingenieur bei der Firma MICOS in Würselen tätig. Diese ist im Bereich der Planung, Entwicklung und Installation von komplexen Sicherheits- und Zutrittskontrollsystemen tätig. Von 1998 bis 2000 wurde er Projektingenieur und Projektleiter bei der gleichen Firma. Seit Juli 2000 arbeitet Herr Strang als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Institut für Kommunikation und Navigation in Oberpfaffenhofen, wo er seit 2004 für die Forschung an intelligenten Verkehrssystemen im Institut leitet.

Im Oktober 2004 folgte Thomas Strang einem Ruf der Universität Innsbruck und ist seitdem Professor am dortigen Institut für Informatik sowie am Forschungsinstitut DERI. Neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit an der Universität Innsbruck ist Prof. Strang auch weiterhin am DLR tätig. Zudem hält er Vorlesungen an der Universität München. Von Januar bis März 2005 war er als Gastwissenschaftler an der National ICT Australia (NICTA) eingeladen, dem ersten australischen Zentrum für Exzellenz im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat Thomas Strang in der Vergangenheit auch noch Zeit für  zahlreiche sportliche Aktivitäten gefunden: Als passionierter Tänzer wurde er 1992 Weltmeister, war von 1997 bis 1999 Bundesliga-Trainer und ist begeisterter Privatpilot. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebt er in der Nähe von München.