Kopf der Woche: Univ.-Prof. Dr. Siegbert Morscher

Am 6. Juli 2007 wurde die bevorstehende Emeritierung von Prof. Siegbert Morscher im Rahmen eines Festakts an der Universität Innsbruck gefeiert. Prof. Morscher prägte über vierzig Jahre lang die Forschung und Lehre des öffentlichen Rechts. Dem ehemaligen Verfassungsrichter lag stets die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis am Herzen.
Prof. Morscher
Bild: Univ.-Prof. Dr. Siegbert Morscher

Während Prof. Klecatskys Amtsperiode als Justizminister (1966 bis 1970) wurde der damals 27igjährige Siegbert Morscher als Präsidialsekretär dem Justizministerium dienstzugeteilt. In dieser Zeit wurde der Grundstein für Morschers spätere wissenschaftliche Ausrichtung und Schwerpunktbildung gelegt. Damals entstand „das Naheverhältnis zu den Berührungs- und Reibungsflächen von Politik, Gerichtsbarkeit, Rechtsreform, Menschenrechten und parlamentarischen Auseinandersetzungen, die in der charakteristischen Synthese von Wissenschaft und Praxis Siegbert Morscher ein Leben lang beschäftigten“, wie es Prof. Pernthaler in seiner Laudatio formulierte.
Inhaltliche Schwerpunkte von Morschers über 280 wissenschaftlichen Publikationen sind Verfassungsrecht und Verfassungstheorie, Politikwissenschaft, Menschenrechte sowie Allgemeines und Besonderes Verwaltungsrecht.

Auch als Prof. Morscher 1988 zum Verfassungsrichter ernannt wurde, war es ihm sehr wichtig, seine Verpflichtungen als Professor am Institut für Öffentliches Recht der Universität Innsbruck nicht zu vernachlässigen. – Im Gegenteil: Die Erfahrungen aus seiner praktischen Tätigkeit inspirierten auch seine stets auf höchstem Aktualitätsstand gehaltene Lehre und Forschung. Hohes Ansehen genießt er für seine ungewöhnliche Arbeitskraft und wissenschaftliche Einsatzfreude. Akribie und Präzision, aber auch Originalität und ein scharfsinniger, kritischer Geist zeichnen Prof. Morscher in ganz besonderer Weise aus.

 

Zur Person:

Siegbert Morscher wurde 1939 in Bludenz geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck promovierte er 1963 und absolvierte das Gerichtsjahr. Es folgte eine Beschäftigung am Verwaltungsgerichtshof in Wien, 1965 kehrte er als Assistent an die Universität Innsbruck zurück. Unter Justizminister Klecatsky wurde Prof. Morscher Präsidialsekretär im Justizministerium. Aus dieser Tätigkeit entstand seine umsichtige Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis. Mit seiner Habilitationsschrift „Die parlamentarische Interpellation“ etablierte sich Prof. Morscher in der Fachwelt. Das wissenschaftliche Lebenswerk von Prof. Morscher umfasst über 280 hochkarätige Publikationen. Von 1988-2004 war Prof. Morscher Mitglied des Verfassungsgerichtshofes und wurde dabei mehrmals zum ständigen Referenten gewählt.