Kopf der Woche: o.Univ.-Prof. Dr. Ingeborg Ohnheiser

Am 13. Juni wurden im Generalkonsulat der Russischen Föderation in Salzburg Persönlichkeiten für ihre Zusammenarbeit mit Russland in Wirtschaft und öffentlichem Leben, Wissenschaft und Kultur ausgezeichnet. Prof. Ingeborg Ohnheiser wurde im Zuge des Festaktes der Lomonosov-Orden verliehen.
o.Univ.-Prof. Dr. Ingeborg Ohnheiser
Bild: o.Univ.-Prof. Dr. Ingeborg Ohnheiser

Der Orden ist benannt nach dem russischen Gelehrten und Dichter Michajlo Lomonosov. „Ich freue mich, dass die Auszeichnung mit einem Namen verbunden ist, zu dem ich eine persönliche Beziehung habe. Michajlo Lomonosov (1711–1767) war nicht nur Natur­wissenschaftler und Historiker, sondern auch Dichter und Sprachgelehrter. Auf seine Anregungen ging die Grün­dung der später nach ihm benannten Moskauer Universität im Jahr 1755 zurück“, so die Leiterin des Insituts für Slawistik der Universität Innsbruck, Prof. Ohnheiser, die selbst vier Forschungssemester an der Lomonosov-Universität  absolviert hat.

 

Ingeborg Ohnheiser forscht und lehrt in den Bereichen russische/slawische Lexikologie, Wortbildung und Phraseologie, Stilistik, kontrastive Linguistik, Entwicklungstendenzen in der Slavia und Geschichte der Slawistik. Zu diesen Themen hat sie Monographien und Sammelbände herausgegeben sowie zahlreiche Aufsätze und Rezensionen in Fachzeitschriften veröffentlicht.

 

Ihre Leidenschaft für das Fach erklärt sie mit einem Zitat Lomonosovs: „Er schreibt im Vorwort zu seiner 1755 erschienenen „Russischen Grammatik“: `Kaiser Karl V. pflegte zu sagen, auf Spanisch spreche er mit Gott, auf Französisch mit seinen Freunden, auf Deutsch mit seinen Feinden und auf Italienisch mit dem schönen Geschlecht. Wäre Karl des Russischen mächtig gewesen, so hätte er hinzufügen müssen, dass man es im Gespräch mit allen Genannten verwenden könne. Denn er hätte im Russischen die Erhabenheit des Spanischen, die Lebendigkeit des Französischen, die Härte des Deutschen und die Zärtlichkeit des Italienischen gefunden und darüber hinaus den Reichtum und die Prägnanz des Griechischen und Lateinischen.` Nun will ich Lomonosov nicht so interpretieren, dass nur noch Russisch gelernt werden sollte, aber es sollte eben auch gelernt werden. In dieser Überzeugung bestärkt uns die zunehmende Zahl von Studierenden, die sich an der Universität Innsbruck mit russischer Sprache, Literatur und Kultur beschäftigen.“

 

Zur Person:

Ingeborg Ohnheiser studierte von 1965–1970 Slawistik und Anglistik an den Universitäten Leipzig und Rostov am Don.  Ab 1971 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin in Leipzig. 1974 promovierte sie zum Thema  "Zur Synonymie in der russischen nominalen Wortbildung". 1981 folgte die Habilitation. In der Zeit von 1991-1993/94 war sie an den Universitäten Tübingen, Dresden und Erfurt tätig. Seit 1.3.1994 ist sie ordentliche Universitätsprofessorin für Slawistik in Innsbruck. Ingeborg Ohnheiser ist auch Mitglied der Kommission für slawische Wortbildung beim Internationalen Slawistenkomitee.