Kopf der Woche: o.Univ.-Prof. Dr. Andreas Bernkop-Schnürch

Prof. Andreas Bernkop-Schnürch vom Institut für Pharmazie der Universität Innsbruck erhielt kürzlich den mit 100.000 Euro dotierten Dr. Wolfgang Houska Preis 2006.
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Bild: Prof. Andreas Bernkop-Schnürch

Das Forschungsprojekt „Thiomere – eine neue Generation polymerer Hilfsstoffe für effizientere Arzneimittel“ für das Prof. Bernkop-Schnürch mit dem Houska Preis 2006 ausgezeichnet wurde, befasst sich mit der Entwicklung von thiolisierten Polymeren - sogenannten Thiomeren - die als Hilfsstoffe zur Erhöhung der therapeutischen Effizienz dienen. An dieser durch universitäre Forschung der Arbeitsgruppe um Prof. Andreas Bernkop-Schnürch entwickelten Thiomer-Technologie, die 2003 vom MIT in Boston als ‚extremly promising’ eingestuft wurde, arbeiten mittlerweile weltweit zahlreiche akademische und industrielle Arbeitsgruppen.

 

2003 gündete Prof. Bernkop-Schnürch die Firma ThioMatrix GmbH, die die kommerzielle Nutzung und Vermarktung der Thiomer-Technologie zum Ziel hat und in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl an weltweit agierenden pharmazeutischen Konzernen auf der Thiomer-Technologie basierende Arzneimittel entwickelt. So wird beispielsweise in Zusammenarbeit mit einem weltweit agierenden Pharma-Konzern an der Entwicklung von Insulin Tabletten gearbeitet, die ein Spritzen dieses Wirkstoffes nicht mehr notwendig machen würden.

 

„Das Zusammenspiel aus Grundlagenforschung, aus der Umsetzung daraus resultierender Ergebnisse in Form von neuen Arzneiformen und aus dem Erzielen deutlicher Therapieerfolge durch deren Anwendung führt zwangsläufig zu einer vergleichsweise hohen Motivation und lässt die Forschung in diesem Umfeld zur wahren Berufung werden“, begründet Prof. Bernkop-Schnürch seine Leidenschaft für die Forschung.

 

Zur Person:

Andreas Bernkop-Schnürch wurde 1965 in Klagenfurt geboren. Er absolvierte die Matura am Bundesgymnasium in St. Veit an der Glan und begann 1984 das Pharmazie-Studium an der Universität Wien, das er 1990 abschloss. 1994 folgte die Dissertation und 1998 die Habilitation in Pharmazeutischer Technologie und Biopharmazie. Von 1999 bis 2003 war Andreas Bernkop-Schnürch als außerordentlicher Professor am Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie der Universität Wien tätig. Seit September 2003 hat er den Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie an der Universität Innsbruck inne und 2006 wurde Andreas Bernkop-Schnürch zum Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie an der Universität Innsbruck bestellt.

2002 wurde Prof. Bernkop-Schnürch von ISI Essential Science Indicators als weltweit meistzitierter „New Comer“ der der letzten 10 Jahre im Bereich der Pharmazeutischen Forschung ausgewiesen. Er zählt mittlerweile zu den drei weltweit meistzitierten Autoren seines Faches. Neben dem Houska Preis 2006 erhielt Prof. Bernkop-Schnürch bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen wie beispielsweise den HERBA Preis für pharmazeutisch-technologische Forschung in Wien (1997), den Forschungspreis der Stadt Wien (1999), den Eurand-Award in Boston (2000) und den deutschen Phönix Preis für pharmazeutisch-technologische Forschung (2005).

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