Kopf der Woche: Felicitas Hoppe

Felicitas Hoppe ist eine der bekanntesten Gegenwartsautorinnen deutscher Sprache. Zuletzt bekam sie den Bremer Literaturpreis, und ihr Roman „Johanna“ wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert. Felicitas Hoppe ist im Mai 2007 als „writer in residence“ an der Universität Innsbruck.
Felicitas Hoppe
Bild: Felicitas Hoppe, (c) Sven Paustian

Im Rahmen dieses Aufenthalts absolviert sie ein spannendes und umfangreiches Programm: Dazu gehören mehrere Vorträge und Diskussionsrunden, eine ihr gewidmete Tagung, eine Poetik-Vorlesung, eine eigene Lehrveranstaltung zum kreativen Schreiben und vieles mehr. „Wunderbar, in Innsbruck zu sein. In der Stadt und an der Universität. Nicht nur zum Anschauen von Goldenen Dächern, sondern vor allem in der Hoffnung auf Begegnungen, um gemeinsam sprechend, lesend und schreibend nicht Stroh zu dreschen, sondern Stroh zu Gold zu spinnen - und vielleicht sogar ein paar Gipfel zu stürmen!", so Felicitas Hoppe.

 

Felicitas Hoppe machte 1996 erstmals auf sich aufmerksam, als ihr Debüt „Picknick der Friseure“ die Jury des „Aspekte“- Literaturpreises begeisterte. Auch die anderen Romane und Erzählungen der Autorin wurden vielfach mit Stipendien bedacht, mit Preisen ausgezeichnet und von der Literaturkritik teilweise hymnisch gelobt. Ihr Stil ist unverwechselbar, ihre Texte folgen einer eigenen Logik und Sprachmelodie. In dem Roman „Paradiese, Übersee“ beispielsweise finden sich ein Ritter und ein Pauschalist in Indien wieder. Zu der verzwickten Handlung gehört, dass der Ritter einen Zoowärter aus den Klauen eines Tigers rettet, ein luxemburgischer Fremdenführer in Ritterrüstung den Klang der versunkenen Arsdorfer Glocke hört und alle auf der Suche nach dem Fell der sagenhaften Berbiolette sind.

 

Nicht nur Hoppes Texte ziehen ihre Leser schnell in den Bann, die Autorin vermag es auch, als Vortragende und Diskussionsteilnehmerin ihr Publikum zu begeistern. Aus diesem Grund lohnt es sich besonders, sie ‚live’ in Innsbruck zu erleben. Vom 22. - 24. Mai findet eine Tagung zu ihrem Werk statt. Vertreten sind neben Literaturwissenschaftlern auch Kritiker und Lektoren. Die Autorin wird nicht nur bei der Tagung anwesend sein, sie wird auch eine Poetik-Vorlesung unter dem Titel „Geistesgegenwart“ beisteuern.

 

Zur Person:

Felicitas Hoppe wurde als drittes von fünf Kindern am 22. Dezember 1960 in Hameln an der Weser geboren. 1980 machte sie dort Abitur und studierte in Hildesheim, Tübingen, Eugene/Oregon (USA), Berlin und Rom u.a. Literaturwissenschaften, Rhetorik, Religionswissenschaften, Italienisch und Russisch. Nebenbei arbeitete sie an verschiedenen Sprachenschulen und am Goethe-Institut als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, gelegentlich auch als Journalistin für verschiedene Feuilletons. Seit dem Jahr des Erscheinens von „Picknick der Friseure“ - 1996 - lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Für den Band mit Erzählungen erhielt sie den „Aspekte“- Literaturpreis des ZDF für das beste literarische Debüt. Felicitas Hoppe schreibt Essays und literarische Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und den Rundfunk. Zu ihren literarischen Arbeiten gehören auch Kinderbücher und Beiträge für Schulbücher der Mathematik. Als Gastprofessorin gab sie ein Seminar über Märchen und Reiseberichte am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire. Derzeit hält sie ein Seminar zum kreativen Schreiben von Märchen an der Universität Innsbruck.

 

Eine Programmübersicht findet sich unter: http://www.uibk.ac.at/writer-in-residence/veranstaltungen