Kopf der Woche: Mag. Dr. Bettina Sonntag

Bettina Sonntag – Forschungsassistentin im Labor für Aquatische Photobiologie und Planktonökologie am Institut für Ökologie der Uni Innsbruck – erhielt am 20. April 2007 den Theodor-Körner-Preis zur Förderung von Wissenschaft und Kunst.
Mag. Dr. Bettina Sonntag
Bild: Mag. Dr. Bettina Sonntag

Bettina Sonntag erhielt den Förderpreis in Höhe von 1.500.- Euro für ihr geplantes Buchprojekt über einzellige Wimpertiere (Ciliaten) im Piburger See (Ötztal, Tirol).

 

In dem geplanten Projekt sollen cirka 100 planktisch vorkommende Ciliatenarten auf je einer Doppelseite vorgestellt werden. „Die Arbeit ist nicht nur für Wissenschaftler interessant, sondern gibt auch Interessierten einen Überblick über die Vielfalt und Wichtigkeit dieser Mikroorganismen in einem See“, erklärt Bettina Sonntag. „Die meisten Ciliaten sind Winzlinge viel kleiner als 1 mm und gehören zum sogenannten mikrobiellen Nahrungsnetz. Sie kommen in Zahlen von ca. 1.000-100.000 pro Liter Seewasser vor und ernähren sich hauptsächlich von Bakterien und mikroskopisch kleinen Algen.“

 

Diese Organismen sind wichtige Zeigerorganismen in Gewässern. Daher ist es notwendig, einzelne Arten erkennen zu können, da jede unterschiedliche Eigenschaften und Bedürfnisse hat. Die geplante Arbeit von Bettina Sonntag soll dabei helfen, diese Ciliaten zu identifizieren und wichtige, bereits erhobene Hintergrundinformationen zu jeder Art zu liefern.

 

„Schon immer hat mich das Wasser mit seinen Organismen interessiert und besonders faszinieren mich diejenigen, die mit freiem Auge nicht sichtbar sind. Im Speziellen hat es mir die Vielfalt der einzelligen Wimpertierchen angetan, von welchen ich die räumliche und zeitliche Verteilung in unterschiedlichen Seen untersuche.“ erklärt Bettina Sonntag ihre Leidenschaft für diesen Forschungsbereich. „Mich interessieren im Detail deren Überlebensstrategien - z.B. UV-Schutz, Räuber-Beute-Interaktionen, Symbiosen zwischen Ciliaten und Grünalgen usw. Ich bin also ständig auf der Suche, welche dieser Ciliaten gerade wo sind, was sie da gerade machen und welche Strategien notwendig sind, damit sie ihren Platz im Gewässer eine Weile behalten können, ohne z.B. gefressen zu werden oder Schäden durch hohe UV-Strahlung davonzutragen.“

 

Zur Person:

Bettina Sonntag wurde 1970 in Lustenau in Vorarlberg geboren. Nach Abschluss ihrer Schulbildung mit der Matura am Realgymnasium Dornbirn Schoren begann sie 1990 das Diplomstudium der Biologie – Studienzweig Ökologie an der Universität Innsbruck. Von 1998 bis 2000 folgte das Doktoratsstudium am Institut für Zoologie und Limnologie der Universität Innsbruck. Das Thema ihrer Dissertation lautete: “Seasonal dynamics of ciliates and flagellates in a deep oligotrophic lake (Traunsee, Upper Austria) influenced by saline and alkaline industrial sludge.” Seitdem war Bettina Sonntag als Forschungsassistentin bereits in verschiedenen Projekten – derzeit in einem FWF-Projekt unter der Leitung von Prof. Roland Psenner - am Institut für Ökologie tätig. Dr. Sonntag erhielt bereits verschiedene Auszeichnungen, wie beispielsweise den Dr. Otto-Seibert-Preis für wissenschaftliche Publikationen der Uni Innsbruck 2004 und den Spezialpreis für Wissenschaft der Vorarlberger Landesregierung 2006.