Kopf der Woche: Mag.a Agnes Neumayr

Mag.a Agnes Neumayr – Projekt-Assistentin am Institut für Politikwissenschaft – wurde am 20. April 2007 der Theodor-Körner-Preis zur Förderung von Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich verliehen.
Mag. Agnes Neumayr
Bild: Mag. Agnes Neumayr

Agnes Neumayr erhielt den Preis für die Fertigstellung ihrer Dissertation „Politik, Kunst und Geschlecht“. Diese Arbeit entstand aus ihrer Mitarbeit in dem vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanzierten und von Prof.in Erika Thurner geleiteten Forschungsprojekt „Kunst gegen Gewalt“.

Ausschlaggebend für Neumayrs Interesse an diesem Thema war ihr achtmonatiger Aufenthalt in Ghana, wo sie mit lokalen Frauenorganisationen arbeitete. Dort erlebte die Politikwissenschaftlerin – die selbst begeisterte Malerin ist - erstmals die Möglichkeiten von Kunst. „In Ghana werden Lehrinhalte wie Traditionen und richtiges Verhalten in der Gesellschaft unter anderem über die symbolische Gestalt der Malerei vermittelt. Diese unmittelbare Verbindung zwischen Kunst und Politik hat mich fasziniert und zum Thema meiner Dissertation inspiriert“, berichtet Agnes Neumayr.

Ihre Arbeit basiert auf der These, dass Politik niemals frei von Gefühlen ist. „Um hartnäckige Denkmuster aufzubrechen, reichen Sprache und der wissenschaftliche Diskurs allein nicht aus“, ist Neumayr überzeugt. „Am besten scheinen sich dafür Künste zu eignen, weil in diesem Bereich kognitive und emotionale Fähigkeiten dynamisch zusammenwirken. Wenn man sich von Kunstwerken beeindrucken lässt, sprechen sie immer unseren Verstand und unsere Gefühle an“, so die Politikwissenschafterin.

Nach dem Abschluss ihrer Dissertation, der für August 2007 geplant ist, würde Agnes Neumayr gerne weiter wissenschaftlich arbeiten. „Viele Beispiele künstlerischen Schaffens machen deutlich, dass eine politische Theorie der Künste überfällig ist, um ihre Bedeutung für Friedens-, Konflikt- und Menschrechtsforschung oder Gender Studies entsprechend reflektieren und nutzten zu können“, so Neumayr abschließend.

 

Zur Person:

Agnes Neumayr wurde 1965 in Saalfelden geboren. Nach Abschluss der Schulbildung absolvierte sie eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester. Von 1984 bis 1995 arbeitete Agnes Neumayr in diesem Beruf: erst in der Kleinkinderabteilung und später in der Neonatologie. 1996 begann sie das Studium Politikwissenschaft/Pädagogik/Frauenforschung an der Universität Innsbruck, das sie 2001 mit ausgezeichnetem Erfolg abschloss.  Seit Mai 2004 ist Mag.a Neumayr als Assistentin im FWF-Projekt „Kunst gegen Gewalt“ an der Universität Innsbruck tätig. Sie ist Mitglied des interfakultären Forschungsschwerpunktes „Geschlechterforschung“: Identitäten-Diskurse-Transformationen“. Erst kürzlich organisierte sie, gemeinsam mit Mitgliedern dieses Schwerpunkts, die Internationale Tagung: „Kritik der Gefühle. Feministische Positionen.“ 2001 erhielt Frau Neumayr den ersten Preis für Frauenspezifische Forschung an der Universität Innsbruck.

Nach oben scrollen