Kopf der Woche: Dr. Thomas Mölg

Thomas Mölg – Klimaforscher am Institut für Geografie der Uni Innsbruck - wurde als einziger österreichischer Vertreter vom International Council of Science (ICSU) berufen, um die geophysikalischen Wissenschaften bei der Konferenz „Global Scientific Challenges: Perspectives from Young Scientists“ zu vertreten.
Dr. Thomas Mölg
Bild: Dr. Thomas Mölg

Von den rund 100 ausgewählten TeilnehmerInnen an der Konferenz wird erwartet, dass sie in den nächsten Jahrzehnten zu den weltweit führenden Persönlichkeiten in ihren Fachgebieten zählen werden.

Dr. Thomas Mölg beschäftigt sich mit dem Klimawandel in tropischen Breiten und Gletschern als Indikatoren der Klimaänderung. In seinen Arbeiten hat er sich auf die Simulation mit verschiedenen Modellen spezialisiert. Jenes Modell, das zur Simulation der Gletscher-Klima-Wechselwirkung genutzt wird, hat er über die letzten fünf Jahre selbst entwickelt. Mölgs letzte Studie, die im Herbst 2006 in den Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde, basierte auf einem globalen Klimamodell. Dieses an der Uni Bern gerechnete Modell simulierte das weltweite Klima der vergangenen 200 Jahre und benötigte dafür neun Monate Rechenzeit auf einem Supercomputer. Die Arbeiten finden in der Gruppe von Prof. Georg Kaser am Institut für Geographie/Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften statt und werden vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert.

„Ich finde es faszinierend, wie sich mit Physik und Mathematik die Natur `berechnen` lässt und sie somit zu einem gewissen Grad prognostizierbar wird. Meine erste erfolgreiche Modellstudie im Rahmen meiner Diplomarbeit  löste unbewusst einen Drang und eine Frage in mir aus: wie kann man Modelle sinnvoll weiterentwickeln und einsetzen, um der Realität schrittweise näher zu kommen?“, erklärt Thomas Mölg seine Motivation zu forschen.

 

Zur Person:

Thomas Mölg wurde 1977 in Kitzbühel geboren. Er absolvierte die Matura am Gymnasium Wörgl und begann 1996 das Diplomstudium Geografie an der Universität Innsbruck. 1998 folgten die ersten Prüfungen im Wahlfach Meteorologie und Geophysik. 2001 verfasste er seine Diplomarbeit im Spezialgebiet Klimatologie und schloss das Studium mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Von 2002 bis 2003 arbeitete Thomas Mölg an seiner Doktorarbeit zum Thema „Modellierung der Gletscher-Klima-Wechselwirkung“ und war auch als Foschungsassistent am Institut für Geografie tätig. Seit 2004 forscht Thomas Mölg als Projekt-Wissenschaftler an der Universität Innsbruck in der Tropical Glaciology Group und in der RAMS Modeling Group. Thomas Mölg hat bereits eine Reihe an Preisen und Auszeichnungen erhalten wie beispielsweise den AGIT-Preis für Geoinformatik, den Theodor-Körner-Preis der Republik Österreich, den Young Scientist Travel Award (von der European Geosciences Union) und den Outstanding Reviewer Award (von der American Geophysical Union). In naher Zukunft plant Mölg einen Aufenthalt als Gastwissenschaftler in den USA. Dafür liegen Einladungen von der Universität Berkeley (Kalifornien) und der Columbia University (New York) vor.